Marc Raabe: „Der Schock“

Rezension von Marion

Das Buch beginnt mit einem Prolog in Berlin 69. Der 10 jährige Froggy schaut heimlich bei den Eltern mit fern. Der Vater stellt ihn zur Rede und bestraft Froggy. Sein größter Wunsch ist es allem zu entkommen, unsichtbar zu sein. Er will sich rächen.

Der nächste Abschnitt spielt im Jahre 2011 an der Côte d’Azur. Jan Floss, seine Schwester Katy, Greg und Laura, machen ein paar Tage frei. Der 34 jährige Jan besitzt ein Feuermal, und hatte es beruflich schwer in der letzten Zeit. Schnell wird klar, dass sich die Gefühle für Laura, die er seit ihrem 14 Lebensjahr nicht mehr gesehen hat, noch da sind. Laura verschwand einfach plötzlich aus dem Schulalltag, niemand wusste wo sie sich befand. Jans Schwester hatte sie zufällig in Berlin wiedergetroffen, und auf den Ausflug mit eingeladen. Als die Gruppe ohne Jan zum Supermarkt fährt, ruft Katy an, um Jan mitzuteilen das Laura verschwunden ist.

Doch das Missverständnis wird aufgeklärt. Ein Wagen versucht sie auf der Fahrt zurück zum Ferienhaus abzudrängen.Laura filmt die Szene, sie erschrickt heftig, als sie das Gesicht des Mannes erkennt. Wenig später bricht ein Streit aus, Laura verlässt den Wagen, und geht zu Fuß weiter. Katy und Greg packt das schlechte Gewissen, und sie fahren zu der Stelle zurück, um Laura zu suchen. Jan der noch nichts vom wiederauftauchen Lauras weiß, sucht sie und findet den Wagen allein vor. Lauras Handy ist im Wagen und er nimmt es an sich. Doch als Laura gar nicht mehr auftaucht, kommt Jan alles sehr merkwürdig vor.

Jan macht sich zurück in Berlin auf die Suche nach Laura. Schnell wird klar, dass alles mit Lauras Vergangenheit zu tun hat. Aber nicht nur Laura hat eine Vergangenheit. Alles kommt wieder hoch. Als er in seinem Tiefkühlfach eine Frauenleiche findet, mit der Aufschrift: Nicht Laura!, will er diese um jeden Preis finden. Als dann die Polizei an seine Tür klopft, muss er fliehen. Doch er will Licht ins Dunkel bringen, er wähnt Lauras Leben in Gefahr.

schock raabeDas Buch hat mir sehr gut gefallen. Am Anfang dauerte es etwas, bis ich die Charaktere und deren jeweilige Geschichte zusammen hatte. Es flossen erstmal nur Andeutungen, was aber gut zur Geschichte passte. An den geeigneten Stellen, gab es neue Informationen, die sich dann im Laufe des Buches zu einem Ganzen fügten. Werde das Ende natürlich nicht vorweg nehmen, aber ich war überrascht welche Wendung das Buch nahm. Oft ahnt man ja schon, wer dahinter steckt, aber dass war hier nicht der Fall. Im Gegenteil, zum Ende musste ich alle Puzzleteile neu zusammenfügen.

Zu den Protagonisten des Buches kann ich sagen, dass sie mir sehr gut gefallen haben. Sie hatten eine Persönlichkeit, man litt und fühlte mit ihnen. Die psychologischen Hintergründe in der Geschichte waren für mich nachvollziehbar. Es wirkte nicht gekünstelt.

Fazit

Ein toller Thriller, der mit Spannung aufwartet. Marc Raabe hat mittlerweile drei Thriller verfasst. Die beiden anderen Bände heißen: Schnitt und Heimweh. Sie sind in sich abgeschlossen, man kann sie unabhängig voneinander lesen.