Michael Scott – „Die Geheimnisse des Nicholas Flamel – Der dunkle Magier: Band II“

Rezension von Lisa

Achtung! Die Inhaltsangabe und die Rezension können Spoiler zun Vorgänger »The Alchemyst« enthalten. 

Inhalt

Flamel und die Zwillinge Josh und Sophie sind nun in Paris gelandet, der Geburtsstadt Flamels. Nur ist Nicholas´ Heimkehr alles andere als friedlich, denn Dr. John Dee – der dunkelste aller dunklen Magier – hat in Paris in dem skrupellosen Niccolò Machiavelli einen gefährlichen Verbündeten. Dee und Machiavelli beschwören nicht nur alle Mächte der Unterwelt, es gelingt ihnen auch noch, Josh auf ihre Seite zu ziehen und Zwietracht zwischen den Zwillingen zu säen. Höchste Zeit, dass Sophie in der zweiten magischen Kraft ausgebildet wird: der Feuermagie. Und es gibt nur einen in Paris, der sie darin ausbilden kann: der Graf von Saint-Germain – Alchemist, Abenteurer und Geheimagent!

Aufmachung

Toll! Die Motive sind Hingucker und nehmen sogar immer Bezug auf das jeweilige Buch. (In Band eins geht es um das Element Wind, in Band zwei um Feuer, in Band drei um Wasser, usw.) Die deutschen Cover sind mir allerdings ein wenig zu bunt und kindisch geraten.

Meine Meinung (Rezension)

Auf ein Neues

Hier ist er nun, der zweite Band der sechsteiligen Middle-Grade Serie um den unsterblichen Alchimisten Nicholas Flamel. Die beiden Geschwister aus der Prophezeiung haben es mit Ach und Krach geschafft, ihren Häschern zu entkommen und sind mittels eines Portals nach Paris gereist. Hier soll Sophie von einem alten Freund ihres Mentors die Magie des Feuers erlernen. Wer den ersten Band mochte, wird sicherlich auch an »The Magician« Gefallen finden. Ich für meinen Teil habe mich auf den 450 Seiten trotz jeder Menge Action gelangweilt…

Dieselben Mängel wie in Band 1 🙁

Nach dem Ende von Band 1 war ich noch ganz zuversichtlich, dass der Autor aus seinen Fehlern lernen würde und der Geschichte ab Band 2 mehr Tiefe verleiht. Pustekuchen! Meine Hoffnung hat sich leider leider leider nicht bewahrheitet. An sich ist das Konzept der Reihe großartig – geschichtliche Persönlichkeiten, Götter, Magie, antike Sagen vereint in einer Serie. Die Ausarbeitung ist aber bestenfalls durchschnittlich zu nennen.

Meine Hauptkritikpunkte: mangelnde Hintergrundinformationen, wenig Liebe zum Detail und zu viel Action. Jawohl! »The Magician« enthielt mir (einem bekennenden Action Fan) zu viel Kämpfe und Fluchten. Das Buch besteht nahezu aus nichts anderem. Das Erzähltempo der Reihe ist irrwitzig, die Handlung der Bücher erstreckt sich immer nur auf zwei Tage. Unsere Helden kommen gar nicht dazu, zu essen, zu schlafen oder sich zu entspannen. Es fehlen retardierende Momente, in denen man die Figuren näher kennenlernt und mit ihnen vertraut wird. Außerdem entwickeln sich persönliche Bindungen nicht in so kurzer Zeit, weshalb es manchmal schwer fällt, dem Autor die Beziehungen zwischen den einzelnen Personen abzunehmen. (in vier Tagen entsteht beispielsweise noch keine Freundschaft)

Die Folge: die Geschichte und die Charaktere bleiben oberflächlich und werden vom Leser schnell wieder vergessen. Von meinem Lieblingsbuch, dass ich vor drei(!) Jahren das letzte Mal gelesen habe, ist mir mehr in Erinnerung geblieben als von dem vor vier Wochen gelesenen »The Alchymist«. Soviel dazu. -_-

Sollte ich dich kennen?

Abgesehen von Scatty (alias Scathach, die keltische Kriegerprinzessin) übten alle Figuren eine einschläfernde Wirkung auf mich aus – und das, obwohl einige der in »The Magician« auftretenden Charaktere zu meinen liebsten Sagengestalten gehören! Wer ist Sophie? Wer ist Josh? Wer ist Nicholas Flamel? *gähn* Die Geschichte kann noch so actionhaltig sein, wenn die handelnden Akteure blass und austauschbar sind, wird man als Leser niemals mitfiebern. Action ist nicht gleich Spannung!

Im Jugendbuchgenre ist die Konkurrenz groß: »Percy Jackson«, »Bartimäus«, »Harry Potter« oder auch – um auf einen Geheimtipp zurückzukommen – »Gemini – Der goldene Apfel«. Jede dieser Reihen besitzt faszinierende und einprägsame Charaktere, sowie einen fesselnden Erzählstil. Da fällt die Wahl nicht schwer…

Fazit

»The Secrets of the Immortal Nicholas Flamel« und ich werden keine Freunde werden, so viel ist sicher. Auf dem Buchmarkt werden Alternativen angeboten, gegenüber denen Michael Scotts Reihe klar den Kürzeren zieht. In diesem Sinne: Hasta la vista, Baby. 😉 Natürlich hat das Buch objektiv dennoch Bestseller-Potenzial, ist eben Geschmacksache. Es ist als eBook günstiger zu haben.

Prinzipiell ist »The Magician« nicht schlechter als »The Alchemyst«.

Lisas Bewertung: 3,7 von  5 Sternen!

(Lisas Bewertungssystem: (1 = Zeitverschwendung, 2 = Nicht mein Fall, 3 = Okay, 4 = Überdurchschnittlich Gut, 5 = Lieblingsbuch)

 

Redaktion von Beste Bücher

 

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