Myra McEntire – „Die Stunde der Zeitreisenden: Hourglass 1“

Rezension von Lisa

Inhalt

Die 17-jährige Emerson Cole sieht Dinge, die niemand sonst sehen kann: Es sind Geister, Menschen aus einer anderen Zeit. Keiner konnte ihr bisher erklären, warum. Erst als sie Michael Weaver kennenlernt, den attraktiven Experten einer mysteriösen Organisation namens „Hourglass“, scheint ihre Welt wieder Sinn zu ergeben.

Nicht nur fühlt sie sich zu ihm hingezogen, sondern er eröffnet ihr, dass sie eine besondere Gabe besitzt – sie kann durch die Zeit reisen. Nur deshalb hat Michael sie aufgesucht, und nur deshalb schwebt sie bereits in größter Gefahr.
Aufmachung

Das deutsche Cover sieht echt schön aus, auch wenn es nicht direkt zum Inhalt passt. 😉 Mir persönlich gefällt das extravagante englische Cover allerdings noch viel besser. Vermutlich sagt die Aufmachung nicht jedem zu, ich finde das Motiv aber einfach große Klasse, weil es mal was ganz anders ist.

Rezension

Zeitreisen – eine Marktlücke? In Deutschland liegt das Thema spätestens seit Kerstin Giers romantisch-lustiger »Edelstein«-Trilogie schwer im Trend. Glücklicherweise ist der Markt dennoch nicht mit Zeitreise-Romanen überfüllt. (Man denke an die unzähligen Dystopien und Vampir-Romanzen, die sich abgesehen von den Namen der Protagonisten wie ein Ei dem anderen gleichen.) Der Zeitreise-Stoff ist noch relativ unverbraucht, sodass der Autor bzw. die Autorin noch aus dem Vollen schöpfen kann. Nicht zuletzt deshalb habe ich mich auf die Lektüre von »Hourglass« gefreut, obwohl reine Romantasy Bücher sonst nicht mein Fall sind.

Das Mädchen, das Geister sehen kann

Leicht hatte es die 17-jährige Emerson Cole in ihrem bisherigen Leben wirklich nicht. Vor ein paar Jahren verunglückten ihre Eltern tödlich; doch fast noch mehr macht ihre übernatürliche Gabe zu schaffen. Immer wieder tauchen Menschen aus der Vergangenheit vor Emersons Augen auf. Natürlich glaubt ihr niemand, eines Tages jedoch hat das Mädchen einen „Ausraster“ und wird danach kurzerhand in die Psychiatrie gesteckt und mit Tabletten vollgepumpt.
Als sie einige Zeit später in ihre Heimatstadt zurückkehrt, um ihren Schulabschluss nachzuholen, tauchen die „Halluzinationen“ abermals auf. Emersons Bruder beschließt zu handeln und engagiert daraufhin einen Experten des paranormalen Instituts „Hourglass“…

»Hourglass« war für mich leider eine Enttäuschung – dabei ist so viel Potenzial vorhanden!

[…] Er sah zu mir auf. »So wie ich dir jetzt am liebsten sagen würde, dass ich mich vielleicht in dich verliebt habe.« »Wirklich?«Ich lachte. Wegen all der tiefen greifenden Gespräche, die wir miteinander geführt haben, oder weil wir uns schon so lange kennen? Oder war es Liebe auf den ersten Blick?« »So was in der Art.«  S.225 Die Protagonistin Emerson hat zweifellos eine interessante Vergangenheit, dennoch habe ich sie eher als oberflächliche und schwache Persönlichkeit erlebt.

Sobald sie auf den gleichaltrigen Michael trifft, verliert sie ihre Eigenständigkeit und ist beinahe abhängig von ihm. Es vergehen keine fünf Seiten, wo nicht mindestens einmal angemerkt wird, wie unglaublich sexy und gutaussehend Michael doch ist, wie sinnlich doch seine Lippen sind und wie engelsgleich doch sein Gesicht ist, etc. 😉

Nach gut 200 Seiten wird sogar noch ein zweiter Werber um Emersons Gunst ins Rennen geschickt. Selbstverständlich sieht auch Kaleb aus wie aus dem Modemagazin entsprungen und Emerson wird nicht müde, seine Vorzüge zu erwähnen. Mir ist natürlich bewusst, dass es viele Leserinnen gibt, denen ebenjenes Idealisieren und Schwärmen besonders gut gefällt, doch Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Die vielen Schwärmereien und die Dreiecksbeziehung waren mir nach einer Weile einfach zu viel des Guten! 🙁 Mir wäre es lieber gewesen, wenn Myra McEntire sich mehr auf die inneren Werte konzentriert hätte, anstatt sich wie so viele Autoren für die althergebrachte „Liebe auf den ersten Blick“ Variante zu entscheiden. Dies hätte beiden Beziehungen mehr Tiefe und Glaubhaftigkeit verliehen.

Geschmacksache

Wahrscheinlich ahnt ihr es bereits: die Romantik nimmt in »Hourglass« einen sehr hohen Stellenwert ein. Insgesamt ist das Buch geradezu ideal für Leser, die Geschichten über eine bedingungslose, uneingeschränkte Liebe mögen! Für meinen Geschmack kam das Zeitreisen aufgrund des Beziehungs-Tohuwabohus aber deutlich zu kurz. (Erst ca.100 Seiten vor Schluss wagen Emerson und Michael eine Reise in die Vergangenheit.) Das Buch lässt sich durch den jugendlichen Schreibstil zwar flüssig und angenehm lesen, Spannung wollte sich bei mir bis kurz vor Ende leider nicht einstellen.

Fazit

»Hourglass« ist zuallerst ein Liebesroman und erst an zweiter Stelle ein Zeitreise-Roman. Dies sollte man vor dem Kauf bedenken. Wer mit Schwärmereien nichts anzufangen weiß, wird mit Myra McEntires Debüt nicht warm werden; Romance Fans kommen hingegen voll auf ihre Kosten. 😀

Lisas Bewertung: 2,7 von 5 Sternen!

(Lisas Bewertungssystem: (1 = Zeitverschwendung, 2 = Nicht mein Fall, 3 = Okay, 4 = Überdurchschnittlich Gut, 5 = Lieblingsbuch)

Infos

Originaltitel: Hourglass  

Reihe: Hourglass #1   Genre: Fantasy / Zeitreisen

Zielgruppe: Jugendliche  

Verlag: Goldmann  

Format: Klappenbroschur, 380 Seiten  

Erscheinungsdatum: 15.05.12  

Preis: 12,99€ (günstiger als eBook)

ISBN: 3442475635

 

Redaktion von Beste Bücher

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.