Sarah B. Elfgren & Mats Strandberg – „Engelsfors-Trilogie: Zirkel“

Rezension von Lisa

6 Mädchen, eine alte Prophezeiung und eine dunkle Bedrohung…

Inhalt  

Die sechs Mädchen könnten nicht verschiedener sein. Abgesehen davon, dass sie in der schwedischen Kleinstadt Engelsfors leben, auf dieselbe Schule gehen und sich nicht mögen, haben sie nichts gemeinsam. Glauben sie. Doch eines Nachts werden sie im Wald zusammengeführt. Sie sind auserwählt, das Böse, das in der Stadt lauert, zu bekämpfen. Schaffen sie es, miteinander auszukommen? Denn nur mit vereinten Kräften können sie die dunklen Mächte besiegen.

Auf den ersten Blick  

Ich bin begeistert! Das Cover erfüllt alle Kriterien eines guten Covers: Ein schönes, ansprechendes Motiv? Check. Wiedererkennungswert vorhanden? Check. Passend zum Inhalt? Check. Die Gestaltung mutet jugendlich und verspielt, aber zugleich  auch dezent und stilvoll an. Das sticht sofort ins Auge!  Außerdem gefällt es mir, dass sich das deutsche Cover an den Stil des schwedischen Originals (siehe rechts) anlehnt und die Gestaltung dennoch eigenständig ist.

Weniger Krimi, mehr „Sozialstudie“  

Zirkel ist das Gemeinschaftsprojekt der beiden schwedischen Autoren Sara B. Elfgren und Mats Strandberg und zudem der Auftakt der Engelsfors Trilogie.   Ein Buch, dass mich persönlich sehr überrascht hat! Schon nach den ersten Seiten wurde klar, dass das Buch eine gänzlich andere Richtung einschlägt als ursprünglich vermutet. Im Kern ist Zirkel weniger ein Krimi oder Fantasy Roman als vielmehr ein Porträt der Jugend von heute.   Minoo, Rebecka, Ida, Anna-Karina, Vanessa und Linnéa wohnen alle in der kleinen schwedischen Stadt Engelsfors, gehen gemeinsam zur Schule und könnten doch unterschiedlicher nicht sein.

Umso größer ist der Schock, als sich eines Nachts herausstellt, dass die sechs Mädchen allesamt Hexen sind und auserwählt wurden, um den Kampf gegen die dunklen Mächte aufzunehmen…   Die Verschiedenheit der Protagonisten ist definitiv eine der Stärken von Zirkel, da dadurch ein hohes Identifikationspotenzial vorhanden ist. Von der schüchternen Streberin über die Schulzicke bis hin zum Mobbingopfer wird dem Leser hier alles geboten! Die Protagonisten sind exzellent ausgearbeitet und die beiden Autoren schaffen es hervorragend, der „Stimme der Jugendlichen“ Ausdruck zu verleihen.  

Die Rollen sind zweifellos klischeehaft, was der Geschichte aber keinen Abbruch tut. Im Gegenteil! Das Wechselspiel zwischen den gegensätzlichen Charakteren ist interessant zu beobachten und macht gewissermaßen den Reiz dieser Trilogie aus. Weniger reizvoll waren für mich der hohe Stellenwert der Alltagssorgen. 😉 Jedes der sechs Mädchen hat mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen – seien es nun Mobbing, Magersucht, eine unglückliche Beziehung oder ein Zwist in der Familie. Grundsätzlich habe ich nichts gegen solche Themen, für meinen Geschmack waren sie in Zirkel aber zu präsent. (ca. 500 der 600 Seiten handeln nur von den Alltagsleben der jugendlichen Protagonistinnen) Bei einem Fantasy Roman hätte ich mir einfach mehr Fantasy (sprich: mehr Informationen zu den Kräften, dem Feind und dem Rat) erhofft. Vielleicht ja im nächsten Band…  

Zeitweise waren mir mache der Protagonistinnen regelrecht unsympathisch und daher hat mich das Buch emotional nicht so sehr gepackt. Gegen Ende hin – als die Mädels sich auf ihre gemeinsame Aufgabe besinnen – tritt aber eine klareVerbesserung ein.   Der knappe und schnörkellose Schreibstil (Dritte Person Präsens) ist gewöhnungsbedürftig und erscheint zuweilen etwas abgehackt. Nichtsdestotrotz lässt sich das Buch sehr zügig lesen, sodass die 600 Seiten wie im Flug vergehen.  Ehrlich gesagt habe ich gedacht, dass die Teenager Probleme auf Dauer ermüdend werden würden… dem war zum Glück aber nicht so! Zirkel hält die Spannung aufrecht und kann durchaus mit einigen unvorhersehbaren Wendungen überraschen.

Im Mittelteil plätschert die Geschichte ein klein wenig vor sich hin; richtige Langeweile kommt aber zu keinem Zeitpunkt auf.  Der Showdown am Ende ist meiner Meinung nach ein wenig zu kurz geraten und hätte ruhig noch ausführlicher sein können. Insgesamt ist der Abschluss der ersten Bandes aber dennoch zufriedenstellend, da Zirkel in sich abgeschlossen ist und ohne einen Cliffhanger endet.   Der Auftakt der Trilogie bildet für mich eine Art „Grundgerüst“ – der Leser wird mit den 6 Protagonistinnen und ihrer Mission bekanntgemacht. In den beiden Fortsetzungen Feuer und Schlüssel, die im März 2013 und 2014 erscheinen, werden die übernatürlichen Kräfte, der Feind und die Nebencharaktere wie Nikolaus oder Mona vermutlich/hoffentlich noch genauer beleuchtet werden.  Trotz all der Kritikpunkte freue ich mich auf ein Wiedersehen mit Minoo, Vanessa und Co. und bin gespannt, wie ihr Kampf gegen die bösen Mächte weitergehen wird…

Fazit  

Empfehlenswert? Kommt darauf an. Nein, für Leser die sich einen nervenaufreibenden übernatürlichen Thriller wünschen, bei dem mit Magie nur so um sich geworfen wird.  Ja, für Leute die Lust auf unterhaltsames, fesselndes – aber dennoch nicht ganz so flaches – Jugendbuch verspüren, sich nicht an dem geringen Fantasy Anteil stören und kein Problem mit der überdurchschnittlich hohen Präsenz von pubertären Problemen haben 😉

Lisas Bewertung: 3,5 von 5 Sternen!

(Lisas Bewertungssystem: (1 = Zeitverschwendung, 2 = Nicht mein Fall, 3 = Okay, 4 = Überdurchschnittlich Gut, 5 = Lieblingsbuch)

Infos

Titel: Zirkel
Originaltitel: Cirkeln
Autor/in: Sara B. Elfgren, Mats Strandberg
Reihe: Engelsfors
Genre: Fantasy
Zielgruppe: Jugendliche
Verlag: Dressler

Redaktion von Beste Bücher


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