Wolfgang Burger – „Drei Tage im Mai“

Rezension von frida

Inhalt

burger MaiAnfang Mai: Eine drückende, hochsommerliche Hitze liegt über Heidelberg. Die Woche von Kripochef Alexander Gerlach beginnt träge, doch dann wird er zu einer Geiselnahme gerufen. Ein bewaffneter Mann hat den Chef einer Immobilienfirma in seine Gewalt gebracht. Streit war zu hören, ein Schuss, seitdem nichts mehr. Der Tag verstreicht, ohne dass der Geiselnehmer Forderungen stellt. Alle Versuche, mit ihm in Kontakt zu treten, laufen ins Leere. Welches Motiv steckt hinter der Tat? Feinde des erfolgreichen Geschäftsmannes finden sich zuhauf, denn vor Kollateralschäden zugunsten seiner Karriere war er nie zurückgeschreckt.

Schließlich gibt Gerlach den Befehl zur Stürmung. Doch von den beiden Männern fehlt plötzlich jede Spur…

Rezension

Ein Porsche im Neckar, eine Geiselnahme und ein Toter an einer Autobahnraststätte. Die Kripo Heidelberg hat schwer zu tun und die Ermittlungen laufen nur schleppend an. Keiner kann sich einen Reim darauf machen, wer so verrückt ist seinen neuen Neunhundertelfer Porsche ausgerechnet im Neckar zu parken. Der Halter ist zwar schnell ermittelt, fällt aber aus allen Wolken als ihm von der Polizei eröffnet wird, dass sein Porsche am Morgen aus dem Neckar gezogen wurde. Nach der Erkenntnis, dass der Besitzer des Wagens sein teures Auto nicht selbst in den Fluss gefahren hat, stellt sich jetzt nicht nur die Frage wer den Porsche geklaut hat, sondern auch warum. Es gibt keine Leiche, Selbstmord ist somit auszuschließen, so bleibt der Fall ohne Motiv zunächst weiterhin rätselhaft.

Auch gibt es kurz darauf ein weitaus größeres Problem, als einen verrückten Porschedieb zu finden. Eine Geiselnahme in einer Immobilienfirma im benachbarten Leimen wird gemeldet. Gerlach und Kollegen eilen sofort zum Tatort, aber nur um festzustellen, dass auch dieser Fall weitere Rätsel aufgeben wird. Die brütende Hitze ist eine zusätzlicheHerausforderung, für Körper, Geist und Seele. Alles in allem, kein guter Tagesanfang für Gerlach, der auch zuhause einige Probleme hat.

Zu allem Übel wird dann auch noch ein Toter mit Kopfschuss gemeldet, der an einer Raststätte ohne Papiere gefunden wurde. So pendelt Gerlach zwischen allen Schauplätzen hin und her, schwitzt, kombiniert und hat allen Widrigkeiten zum Trotz, hin und wieder einen Geistesblitz. Den braucht er auch dringend als es einen dritten Toten gibt.

Fazit

Ein Krimi der etwas träge in die Gänge kommt, was bei der für Mai untypisch hochsommerlichen Hitze entschuldbar sein mag. Drei Fälle, die eigentlich ein Fall sind und mit Sicherheit keine leichte Aufgabe für den Kommissar – und den Autor. Obwohl der Krimi nach der Durststrecke am Anfang, immer spannender wird und man ihn streckenweise einfach weiterlesen muss, wirkt vieles ziemlich konstruiert. Das Ende ist überraschend, löst aber wenigstens einen der drei Mordfälle. Die anderen beiden Morde bleiben ebenso wie alles andere offen und der Phantasie des Lesers überlassen.

Infos

Wolfgang Burger, geboren 1952 im Südschwarzwald, ist promovierter Ingenieur und hat viele Jahre in leitenden Positionen am Karlsruher Institut für Technologie KIT gearbeitet. Er hat drei erwachsene Töchter und lebt heute in Karlsruhe und Regensburg. Seit 1995 ist er schriftstellerisch tätig. Die Fangemeinde seiner Alexander-Gerlach-Romane wächst stetig. Sie waren bereits zweimal für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert und standen mehrfach auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Die Gesamtauflage seiner Bücher liegt bei über einer halben Million.

Bewertung

Historischer Wert: 1

Spannung: 3

Lesefreundlichkeit: 3

Ratgeber: 1

Muss-man-gelesen-haben: 3

(1-kaum zutreffend / 5-besonders zutreffend)