Günstige Mängelexemplare

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Gerade Bücher von Starautoren wie etwa Ian McEwan sind mitunter verblüffend teuer im Verhältnis zum Umfang – da wird man für 200 Seiten schon durchaus einmal mit 20 € zur Kasse gebeten. Auf verschiedene Möglichkeiten, an günstigere Bücher zu kommen wurde auf fabelhafte-bucher.de verschiedentlich hingewiesen. Besonders interessant sind dabei mitunter auch Mängelexemplare.

Wer kennt sie nicht von seinem Buchhändler, die sogenannten Mängelexemplare. Warum „sogenannte“ Mängelexemplare? Bei genauerem Hinsehen entpuppen sich die Bücher häufig als tadellose Ware, der lediglich der Stempel „Mängelexemplar“ aufgedruckt wird. Ironischerweise werden sie dann erst durch genau diesen Stempel (oder eine ähnliche Maßnahme, etwa einen gut sichtbaren Filzstrich auf der Unterseite) zum Mängelexemplar. Wen das stört, dem sei hier ein Tipp gegeben: Mit etwas Schmirgelpapier – handelsüblich aus dem Baumarkt – lässt sich der Hinweis ausgezeichnet entfernen. Schließlich ist Papier aus Holz und der Trick besteht darin, das Buch fest zusammenzupressen während des „abschmirgelns“ – sonst werden natürlich die Seiten beschädigt. Eine gute Online-Quelle für solche Bücher ist übrigens Arvelle. Wohlgemerkt: Keine gebrauchten Bücher, sondern Mängelexemplare.

Was ist eigentlich der Hintergrund der sogenannten Mängelexemplare? Natürlich die Buchpreisbindung. Ein solches Buch unterliegt nicht länger der Buchpreisbindung und kann damit günstiger angeboten werden. Ein Defektexemplar wiederum ist ein Buch, dass bei der Herstellung bereits beschädigt wurde und nicht erst später im Rahmen des Zwischenhandels. Ob die Praxis, ansonsten fabrikneue Bücher auf dem oben genannten Weg zu verramschen in Zukunft noch Bestand haben wird ist unklar – in letzter Zeit gibt es Urteile, die Buchhändler unter Druck setzen, auf tatsächliche Mängel jenseits des Mängelstempels zu achten. Andererseits gehört die Buchpreisbindung ohnehin zu den umstrittensten gesetzlichen Regelungen überhaupt und ist seit Jahren ein Aufreger. Mächtige Distributoren wie Amazon haben ihre Lobbyisten sicherlich längst in Stellung gebracht – wer weiß also, ob hier nicht irgendwann doch eine Liberalisierung kommt, so dass die Händler weniger „findig“ sein müssen.

Autor: Beste Bücher

 

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