Barbara Lich: Der Walden Field Guide

Rezension von Annemarie

Natur einmal ganz kompakt. Geht das? Dieses Buch sagt: Ja! Es gibt einen Einblick in die Natur durchs ganze Jahr. Dabei ist das Werk nicht als herkömmliches Buch mit einem zusammen-hängenden Text gestaltet, sondern setzt sich aus einzelnen kurzen Texten und Tabellen zusammen. Chronologisch werden dabei die Monate von Januar bis Dezember genannt. Jeder Monat hat eine Monatsstatistik mit monatstypischen Daten, einer Namenserläuterung, Bauernregel und Besonderheiten, einen Naturticker, der die wichtigsten Naturgeschehnisse in dem Monat kurz nennt, ein sogenanntes Line-up mit Vorstellung einiger Tier- und Pflanzenarten, die in dem Monat besonders aktiv werden und der Vorstellung eines „Tiers des Monats“.

Diverse Naturfragen wie etwa „Wie finden Bienen zu ihrem Stock zurück?“, „Wie entsteht ein Echo?“, oder „Wie kommt der Sand an den Strand?“ sind darüber hinaus im Buch verstreut und werden auf jeweils einer Doppelseite beantwortet. Und ganz wichtiger Bestandteil des Buches sind – die Bilder. Keine einzige Doppelseite kommt ohne wenigstens eine Zeichnung aus, die durch einen eigenen Illustrator erstellt wurden. Farblich wurde neben Schwarz als Textfarbe zum Hervorheben auch Braun gewählt. Ebenso sind einige Seiten ganz in Braun gehalten.

Rezension

Barbara Lich ist Redaktionsleiterin der Geolino – also der Kinderausgabe der Geo, die ich als Kind immer verschlingen habe. Das sagt eigentlich schon alles. Denn so ist es nicht verwunderlich, dass Lich sämtliche Thematiken sehr einfach, kurz und unterhaltsam klarstellen kann. Und so macht es wirklich richtigen Spaß, dieses Buch zu lesen. Selten war Naturkunde so vergnüglich wie mit diesem Buch. Lichs humorvolle, aber nicht alberne Weise, wie sie auf ihre persönliche Art Informationen über Tiere und Natur gibt, entlockt jedem ein Schmunzeln.

Die kurzen Passagen eignen sich hervorragend, wenn man mal ein Stückchen Natur für zwischendurch braucht. So hat mir das Buch durch seine Kompaktheit auch ausgesprochen gut gefallen. Die kurzen Texte kann man schnell durchlesen, die Bilder verschönern das ganze und das I-Tüpflchen ist die fröhliche Schreibweise der Autorin.

Das bedeutet aber auch, dass jeder, der umfasende und tiefgründige Informationen über die heimische Natur haben möchte, von diesem Buch unweigerlich enttäuscht sein wird. Besonders eignet sich das Buch für Menschen, die sonst eigentlich mit der Natur nicht viel am Hut haben, herkömmilche Naturführer langweilig finden und einen humorvollen Einblick in die Natur á la „light und lustig“ haben möchten. Und – eigentlich ist das bei der Autorin überflüssig zu sagen – natürlich eignet sich das Buch auch für naturinteressierte Kinder ab etwa zehn Jahren.

Fazit

Die heimische Natur als Kompaktformat in einem handlichen, humorvoll geschriebenen und reich bebilderten Buch. Besonders geeignet für Natureinsteiger, Kinder und Freunde etwas anderer Naturführer.