Françoise Sagan: Bonjour tristesse

Gastrezension von Olga

Die 17-jährige Cecile verbringt ihre Ferien mit ihrem Vater und seiner Freundin Elsa in einem Haus in Südfrankreich. Das Leben ist unbeschwert und leicht, Cecile lernt einen Jungen namens Cyril kennen und macht sich keine Gedanken über die Zukunft. Bis eine Freundin ihrer gestorbenen Mutter an die Cote d’Azur kommt und durch ihre dominante und erzieherische Art das Leben von der Drei ändert.

Anna stellt Cecile unbequeme Fragen, die das Mädchen über ihr Leben nachdenken lässt. Cecile findet das Ganze sehr störend, damit ist für sie „La Dolce Vita“ vorbei; dazu kommt, dass der Vater sich in Anna verliebt und sie heiraten möchte und dass Anna gegen Ceciles Beziehung zu Cyril ist. Dieser Moment ist der Ausgangspunkt für den Plan von Cecile, der Anna und ihren Vater auseinander und Elsa wieder in das Haus bringen soll. Die Protagonisten: Cyril und Elsa, die ein frisch verliebtes Paar spielen; Cecile, die Anna an ihren guten Vorsätzen zu lernen und arbeiten zu überzeugen versucht, Anna und der Vater, der nach Plan von Cecile sich wieder in Elsa verlieben soll. Wie der Plan ausgeht, werde ich nicht verraten, ich sage nur dazu, dass das Ganze ein tragisches Ende hat.

Der Roman von F. Sagan berichtet über das Erwachsenwerden und zeigt uns die Sicht der Dinge als unreifer Teenager. Manipulationen, Intrigen und die Macht der Worte, wie sie auch Cecile zu Gebote stehen, beeindrucken in diesem Buch. Der erste Eindruck trügt, am Anfang des Romans mag ich den Vater von Cecile, am Ende tut er mir leid, da er keine Charakterstärke zeigt und sich treiben lässt, Anna dagegen ist mir sofort sympathisch, am Ende jedoch tut sie mir leid, aber auf andere Art und Weise.

Im Roman kommt sehr oft das Wort „Reifeprüfung“ vor. Damit ist eine Prüfung gemeint, die Cecile bei Anna, die Modedesignerin ist, ablegen soll. Das Wort ist eine Art Metapher. Ceciles Gedanken und Planungen und Träume werden ausführlich als innere Monologe dargestellt und dadurch kann man ihre eigene „Reifeprüfung“ beobachten. Ihre eigene Gedanken über ihren Plan, ob sie ihn weiter ausführen soll oder nicht, warum, wieso, wie findet sie in dem Moment Anna und ihren Vater, was ist falsch bei Elsa und ob sie Cyril wirklich liebt, das alles ein Teil „Reifeprüfung“.

Der andere Teil der Reifeprüfung ist das tragische Ende des Romans, wobei die Welt von Anna und vor allen Dingen ihrem Vater in Brüchen geht und wahre Ergebnisse des jugendlichen unreifen Maximalismus, Kompromisslosigkeit und ungesunden Egoismus zeigt. Das Moral des Romans ist meiner Meinung nach der Sinnspruch „Das Leben ist der beste Lehrer, seinen Unterricht verpasst man nie“. Ich werde hoffen, dass wenn das im wirklichen Leben passieren würde, würde die Person nie wieder jemanden manipulieren und solche Art Pläne schmieden. Die Gefahr ist zu groß, dass es nach hinten losgeht.