Christian Eisert: Viele Ziegen und kein Peter. Eine Ferienfahrt zu den Schweizern

Rezension von Annemarie

Die Schweizer sind schon ein merkwürdiges Volk. Obwohl das Land direkt das Deutschland grenzt, hat es viele Skurrilitäten und Merkwürdigkeiten, die uns Deutsche immer wieder erstaunen.

Der Deutsche Christian Eisert (TV-Autor, Satiriker und Comedy-Coach) hat sich auf die Reise begeben, um das Land in all seinen Facetten zu erkunden und schreibt in diesem Buch über seine Erlebnisse. Er wandelt auf den Spuren vom Schweizer Nationalhelden Wilhelm Tell (vermutlich hat der Autor auf seinem Bild in der Einbandklappe auch deshalb einen Apfel auf dem Kopf), bereist luxuriöse Urlaubsorte und lernt Land und Leute hautnah kennen. Dabei schläft er in den verschiedenen Unterkünften und erlebt die unterschiedlichsten Dinge – vom Besuch einer Bunkeranlage mit anschließender Übernachtung über die Fahrt mit der steilsten Zahnradbahn der Welt (ein Treffen mit einem behundeten Bauern miteingeschlossen) – bis hin zum Besuch einer Ziegenausstellung.

In der Mitte des Buches sind mehrere Seiten mit Farbfotos von der Reise eingefügt. In der vorderen und hinteren sind jeweils identische Farbkarten der Schweiz, auf denen Eiserts Reiseroute eingezeichnet ist.

Rezension

Zweifellos – Eisert hat viel Humor und beschreibt die Schweiz auf seine eigene Art unterhaltsam und vergnüglich. Dennoch war ich vom Buch ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Ich hätte mir einen etwas objektiveren Schreibstil und mehr Informationen über das Land an sich gewünscht. Erhalten habe ich aber eigentlich nur ein ausgesprochen subjektives Buch, in dem der Autor hauptsächlich seine eigenen Eindrücke und Unterhaltungen und weniger die Gegend selbst beschreibt. Eiserts Idee, in die Schweiz zu reisen und Land und Leute einmal unter die Lupe zu nehmen, finde ich ja nicht schlecht; auch die Reiseziele vom Autor bieten aus meiner Sicht ein vielversprechendes Grundgerüst.

Nur das, was Eisert daraus machte, hat mich nicht überzeugt. Es werden viele Unterhaltungen wortwörtlich und ausführlich (!) wiedergegeben – auch solche, die mit der Schweiz an sich kaum etwas zu tun haben. Andererseits umreißt Eisert andere Erlebnisse, die mich interessiert hätten, nur kurz und knapp und geht nicht näher darauf ein. Daher taugt das Buch nur wenig, um wirklich Informationen über Land und Leute zu bekommen, sondern ist eher als heitere Unterhaltungslektüre zu verstehen.

Und Eiserts Humor – gut den muss man mögen. Ich mochte ihn leider weniger und so fand ich das Buch teilweise sehr langatmig. Sein Humor bewegte sich meiner Ansicht nach manchmal doch sehr nah an der Gürtellinie. Zum Beispiel war das einzige, was Eisert bei einer Sherlock-Holmes-Statue anzumerken hatte, dass diese wohl eine Erektion habe. Naja.

Auch die Farbfotos in der Mitte des Buches – an sich ja eine ganz nette Idee – konnten mich nicht überzeugen. Sie waren aus meiner Sicht nicht wirklich gut geschossen und zeigten eher nebensächliche und langweilige Details. Daher kann ich wie bei allen humorigen Büchern nur empfehlen, vorher einmal in das Buch reinzulesen. Wer Harald Schmidt und dessen Humor mag, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch dieses Buch mögen.

Fazit

Eine akzeptable, humorig geschriebene Lektüre – für alle, die vor allem ein humoriges Buch lesen möchten und über Harald Schmidt lachen können.