Uwe Johnson: Jahrestage

Zusammenfassung, Infos und Rezension
Autor: Beste Bücher

Inhalt:

„Jahrestage“ ist der Titel des vierbändigen Opus magnum von Uwe Johnson, einem deutschen Schriftsteller. Es berichtet über einen Zeitraum von einem Jahr aus dem Leben von Gesine und Marie Cresspahl; es erstreckt sich vom Sommer 1967 bis zum Sommer 1968. Gesine ist Fremdsprachenkorrespondentin in New York, ihre Tochter Marie ist 10 Jahre alt. Ihr wohlhabender, aber vielbeschäftigter Freund, Dietrich Erichson, ist selten zu Hause.

Maries Vater, ein ehemaliger Reichsbahnangestellter, wurde vor Jahren von einem Zug erfasst und getötet. Die Trauer um ihn wirkt trennend zwischen Gesine und Dietrich, später kommt Dietrich selbst bei einem Flugzeugunfall ums Leben. Unter den drängenden Fragen ihrer Tochter beginnt Gesine die Geschichte ihrer Familie zu erzählen, die spannend und in Teilen verstörend ist. „Jahrestage“ endet mit einem Flug nach Europa vor dem Einmarsch der Sowjetunion in Prag, der den Prager Frühling jäh beendet. Gesine erwirbt sich jeden Tag am Kiosk eine Ausgabe der New York Times, jeder Tageseintrag beginnt mit einem Zitat aus dieser Zeitung.

Rezension

In seinem Hauptwerk „Jahrestage“ skizziert Johnson, dass auch die Macht von Diktaturen ihre Grenzen da hat, wo es um das Innenleben der Menschen geht.

Prägend für das Werk ist die deutsche Teilung, zeitlich umfasst das umfangreiche Buch die Zeit von Hitlers Machtergreifung bis zur Niederschlagung des Prager Frühlings. Auch der Vietnamkrieg spielt eine bedeutende Rolle. Die Hauptschauplätze sind Mecklenburg und New York.

Stilistisch ist Johnsons Werk ironisch, mitunter bitter ironisch verfasst. Der studierte Germanist bleibt auch in „Jahrestage“ seinem Spleen treu, grammatikalische und sprachliche Eigenschöpfungen zu verwenden. Der Roman ist in seiner komplexen Struktur für den Leser anspruchsvoll, insbesondere auch der schnelle Wechsel zwischen den Erzählebenen Deutschland und USA.

Infos

  • Uwe Johnsen (1934 – 1984) war ein deutscher Schriftsteller.
  • Die fiktive Stadt „Jerichow“ im Roman ist nach weitverbreiteter Auffassung die Ortschaft Klütz nahe Lübeck. Dort existiert heute ein „Literaturhaus Uwe Johnson“.
  • Der Roman knüpft an „Mutmassungen über Jakob“, einen anderen Roman Uwe Johnsons an.
  • Der Bestseller wurde von Margarethe von Trotta verfilmt.
  • Uwe Johnson gehörte der Gruppe 47 an.
  • 1969 wurde Uwe Johnson Mitglied des P.E.N.-Zentrums Deutschland und der Akademie der Künste in West-Berlin, deren Vizepräsident er 1972 wurde.

Unsere Bewertung

Historischer Wert: 5

Spannung: 4

Lesefreundlichkeit: 5

Ratgeber: 3

Muss-man-gelesen-haben: 3

(1= Kaum zutreffend / 5 = Besonders zutreffend)