Vergil: Aeneis

Zusammenfassung, Infos und Rezension

Autor: Beste Bücher

Der nach Meinung der ZEIT zu den einhundert wichtigsten Büchern gehörende Gründungsmythos des Römischen Reiches erzählt in 12 Teilbüchern die Geschichte der Flucht des Aeneas aus dem brennenden Troja und seiner Irrwege nach Latium.

Die Bücher 1 und 4 stecken den Rahmen ab. Aeneas strandet nach einem von der Göttin Juno verursachten Seesturm an der Küste Karthagos und wird dort von Königin Dido freundlich empfangen. Venus, seine Mutter, möchte weitere Irrfahrten (die  sehr an die des Odysseus erinnern) verhindern und verfügt deshalb, dass sich Dido in ihren Sohn verliebt.

Hierzu lässt sie Amor die Gestalt ihres Enkels Ascanius annehmen, versetzt ihn in einen Schlaf und bringt ihn nach Idalium. Beim abendlichen Dinner entflammt durch sein Wirken die Liebe der Dido zu Aeneas .

Die Bücher 2 und 3 handeln unter anderem von ebenjenem Gastmahl, bei dem Aeneas vom Untergang Trojas und von seinen Abenteuern berichtet. Zum Beispiel flieht Aeneas  im 2.  Buch auf Befehl Jupiters aus der brennenden Stadt um ein neues Troja aufzubauen. Im 4. Buch werden Aeneas und Dido ein Paar. Das 5. Buch, das „Buch der Spiele“ handelt vom Aufenthalt des Helden auf Sizilien. Das 6. Buch von seiner Landung an der Westküste Italiens. Das 7. Buch handelt von den Kämpfen des Aeneas und von verhinderten Heiratsabsichten.

Im 8. Buch macht der Protagonist des Werkes Verbündete in Arkadien, im 9. Buch werden geschickte Kriegsfinten von den Göttern zunächst angeregt und dann von anderen Göttern vereitelt, und im 10 Buch beendet er eine Götterversammlung mit dem berühmten Schlichterspruch „Das Schicksal wird seinen Weg finden“. Das 11. und das 12. Buch handeln schließlich vom Waffenstillstand und zuletzt vom entscheidenden Zweikampf zwischen Turnus und Aeneas, den letzterer mit der unbarmherzigen Tötung seines Kontrahenten für sich entscheidet.

Rezension

Geschrieben wenige Jahrzehnte vor der Geburt Christi stand das Römische Reich in voller Blüte – etwas langatmig liest sich da die ewige Lobhudelei auf die ach-so-unerreichbare Größe Roms und seiner heroischen Krieger die an zeitgenössische Hollywood-Bestseller über die USA erinnern.

Versöhnlich stimmen die unverkennbaren Bezüge auf die schon damals historischen Klassiker Ilias und Odyssee. Sympathisch ist auch das ausdrückliche Anerkennen der Opfer, die dieses Hegemonialstreben den Gegnern abverlangt.

Infos

  • In der Oper La Didone von Cavalli wird der Stoff musikalisch verwendet.
  • In den 60er und 70er Jahren wurde der Stoff dreimal verfilmt.
  • Vergil war ein lateinischer Dichter und Epiker, der während der Zeit der Römischen Bürgerkriege lebte.