Der Kater Frankie, der im ersten Band endlich ein lang ersehntes Zuhause gefunden hat, verliert dieses plötzlich wieder. Sein Freund Gold befindet sich, wie Frankie es nennt, weiterhin in der „Klapse“, und Frankie ist erneut auf sich allein gestellt.
Bei einem eigentlich ganz normalen Spaziergang passiert das Unglück: Frankie gerät versehentlich in die Müllabfuhr und wird weit weg von seinem Zuhause gebracht. Als er sich schließlich befreien kann, steht er vor einer großen Herausforderung: Wo befindet er sich überhaupt? Und vor allem, wie soll er den Weg zurück nach Hause finden?
Auf seiner Reise begegnet Frankie den unterschiedlichsten Menschen. Manche zeigen ihm Wärme und Freundlichkeit, andere bringen ihn in gefährliche oder sogar lebensbedrohliche Situationen. Kaum hat er ein Abenteuer überstanden, wartet schon das nächste auf ihn. Dabei wird seine Suche nach dem Zuhause nicht nur zu einer spannenden Reise, sondern auch zu einer Begegnung mit den unterschiedlichsten Seiten der menschlichen Welt. Besonders prägend ist dabei die Freundschaft zu einem Mädchen, das Frankie das „Kanackenmädchen“ nennt. Zwischen den beiden entwickelt sich eine außergewöhnliche Verbindung, die berührend, ehrlich und voller gegenseitigem Verständnis ist. Gerade diese Beziehung gibt der Geschichte zusätzlich emotionale Tiefe und zeigt, wie wichtig Zusammenhalt ist.
Meine Meinung
Frankie ist ein unglaublich besonderer Charakter, den man beim Lesen schnell ins Herz schließt. Schon im ersten Band war es spannend, seine Gedankenwelt kennenzulernen, doch auch hier begeistert sein unschuldiger und gleichzeitig überraschend kluger Blick auf die Welt. Durch seine Augen wirken viele menschliche Verhaltensweisen absurd, manchmal traurig und oft unfreiwillig komisch. Besonders gelungen finde ich, dass man in Frankies Gedanken immer wieder kleine Weisheiten entdeckt, manchmal direkt ausgesprochen, manchmal eher zwischen den Zeilen versteckt. Seine Beobachtungen bringen einen nicht nur zum Lachen, sondern regen auch zum Nachdenken an. Genau diese Mischung macht das Buch für mich so besonders.
Die Sprache des Romans ist dabei herrlich direkt, rau und unglaublich humorvoll. Oft musste ich beim Lesen wirklich laut lachen. Frankie spricht sehr unverblümt und benutzt auch Schimpfwörter, was zunächst hart wirken kann, aber perfekt zu seinem Charakter passt. Gerade dieser Kontrast zwischen seiner eigentlichen Unschuld und der derben Ausdrucksweise verstärkt den Humor der Geschichte enorm. Gleichzeitig gelingt es dem Autor dadurch, ernste Themen anzusprechen, ohne dass die Geschichte belehrend wirkt. Stattdessen zeigt sie auf humorvolle Weise, wie seltsam und manchmal auch „hirnverbrannt“ Menschen aus der Perspektive einer Katze erscheinen können.
Frankie erinnert einen daran, das Leben manchmal einfacher zu sehen, neugierig zu bleiben und sich trotz aller Schwierigkeiten nicht unterkriegen zu lassen. Vielleicht können wir uns tatsächlich alle ein kleines Stück von ihm abschauen.
Für mich ist das Buch eine große Leseempfehlung für alle, die eine Geschichte suchen, die leicht und unterhaltsam ist, gleichzeitig aber auch Tiefgang besitzt. Es ist ein Buch, das einfach Spaß macht und noch lange im Kopf bleibt.
Bewertung 5 von 5 Sternen
Rezension von Selina

