Jojo Moyes erzählt von Menschen, die in ein anderes Leben hineinmüssen, obwohl sie sich davor fürchten. Ihre Figuren arbeiten in Cafés, halten Familien zusammen, verlieren geliebte Menschen oder fangen nach einem Umbruch neu an. Die britische Autorin schrieb zunächst als Journalistin, unter anderem für den „Independent“, ehe sie sich dem Roman zuwandte. Der Welterfolg „Ein ganzes halbes Jahr“ löste Diskussionen über Liebe, Behinderung und selbstbestimmtes Sterben aus. Moyes verbindet romantische Handlung mit sozialen Fragen und genauer Beobachtung alltäglicher Abhängigkeiten. Pferde und Reitkunst tauchen nicht zufällig häufiger in ihren Büchern auf: Sie begleiten Moyes schon seit ihrer Jugend. Ihr Roman „Im Schatten das Licht“ verschränkt eine Geschichte über einen Dressurreiter mit einem modernen Familienkonflikt. „Über uns der Himmel, unter uns das Meer“ spielt vor dem Hintergrund historischer Kriegsbräute. Die Fortsetzungen über Louisa Clark zeigen, dass die Figur nach ihrem bekanntesten Liebesroman ein eigenes Leben erhielt.
Mit 14 baute Moyes einen kleinen Putzdienst auf, um sich ein Pferd leisten zu können. Sie reinigte sogar die Toiletten im Lagerhaus ihres Vaters.
Ihr Mini-Unternehmen florierte so sehr, dass sie Putzaufträge an andere Jugendliche weitergab. Schließlich hatte sie 425 Pfund für ein eigenes Pferd angespart.
Das gekaufte Pferd stellte sie in einem Stall hinter dem Rathaus im Londoner Stadtbezirk Hackney unter. Ihre Eltern versuchten zunächst erfolglos, den Kauf rückgängig zu machen.
Mit „Ein ganzes halbes Jahr“ ließ Moyes einen Roman über Liebe und selbstbestimmtes Sterben zum Welterfolg werden. Den Stoff schrieb sie später selbst für den Kinofilm um.
Werke von Jojo Moyes
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Ein ganzes halbes Jahr
Louisa Clark verliert ihren Job im Café und beginnt als Betreuerin des querschnittgelähmten Will Traynor zu arbeiten. Die beiden könnten unterschiedlicher kaum sein: Lou ist spontan und unsicher über ihre Zukunft, Will zieht sich nach einem Unfall verbittert zurück. Langsam verändert ihre Begegnung den Blick beider auf das Leben. Doch Lou muss erfahren, dass Zuneigung nicht jede Entscheidung eines anderen Menschen ändern kann. Der Roman verhandelt Selbstbestimmung und Verantwortung in einer Liebesgeschichte, deren Konflikt weit über romantische Erwartungen hinausgeht.
Nach einem schweren Verlust ist Louisa Clark weder in ihrer Heimatstadt noch an ihrem neuen Arbeitsplatz wirklich angekommen. Sie lebt in London, arbeitet in einer Flughafenbar und versucht, ihre Trauer zu überwinden. Eine überraschende Begegnung stellt plötzlich alles infrage, was sie über Will Traynor zu wissen glaubte. Zugleich entsteht die Möglichkeit einer neuen Liebe. Moyes erzählt vom mühsamen Weiterleben nach einem Bruch: Rückschritte und komische Momente gehören genauso dazu wie die Angst, sich auf neue Menschen einzulassen.
Sarah trainiert mit ihrem Großvater Henri und ihrem Pferd für eine Zukunft als Dressurreiterin. Als Henri schwer erkrankt, ist das Mädchen plötzlich auf sich gestellt. Die Anwältin Natasha und ihr Noch-Ehemann Mac nehmen sie auf, obwohl ihre eigene Beziehung längst in einer Krise steckt. Sarah behält ein Geheimnis für sich, das die Situation zunehmend kompliziert macht. Der Roman führt drei Menschen zusammen, die kaum gelernt haben, einander zu vertrauen. Über das Reiten erzählt Moyes eine Geschichte über Wahlfamilien und die Suche nach Sicherheit.
Nach dem Zweiten Weltkrieg warten australische Frauen darauf, zu ihren britischen Ehemännern reisen zu können. Auf dem Flugzeugträger „Victoria“ beginnt für sie eine Fahrt über Tausende Kilometer, die das vertraute Leben hinter sich lässt. Unter den jungen Frauen sind Hoffnungen und Ängste ebenso unterschiedlich wie ihre Herkunft und ihre Ehen. An Bord prallen Regeln, Sehnsucht und unerwartete Freundschaften aufeinander. Jojo Moyes verbindet einen historischen Hintergrund mit einer Geschichte über den Mut, für die Liebe eine Zukunft zu wagen, deren Wirklichkeit noch völlig ungewiss ist.
Louisa Clark zieht nach New York und arbeitet in einer Welt aus wohlhabenden Arbeitgebern, prachtvollen Wohnungen und ungewohnten gesellschaftlichen Regeln. Während sie sich in der Metropole neu erfinden möchte, bleiben ihre Familie und der Sanitäter Sam in England zurück. Der Gegensatz zwischen alter Heimat und neuen Möglichkeiten wird immer größer. Lou findet Menschen, die ihr helfen, und andere, deren Erwartungen sie zu verschlucken drohen. Moyes führt die Entwicklung ihrer bekanntesten Heldin fort und fragt, was es bedeutet, seinen eigenen Weg zu finden, ohne vertraute Bindungen zu verlieren.