Anke Glasmacher

Geboren 1969 in Bensberg; lebt in Köln

Anke Glasmacher – Autorenporträt
© Dincer Gücyeter, elifverlag

„Ich glaube, Lyrik funktioniert nicht nach den Mechanismen des Marktes.“

Anke Glasmacher

Interview

Fun Facts

  • Für „Zwanzig/Vierzehn“ schrieb sie an 365 Tagen jeweils ein Gedicht über die erste Meldung der 20-Uhr-Tagesschau; das geplante Nachrichtenjahr wurde unerwartet zu einem lyrischen Kriegstagebuch.
  • Ihre Stadtdichtung ist eng mit Street- und Urbex-Fotografie verbunden: Abrisshäuser, geschlossene Clubs und verschwindende Nischen werden zu sprachlichen Momentaufnahmen.
  • Zum Schreiben längerer Texte erklärt sie ganze Wochenenden zum Sperrgebiet: kein Telefon, keine E-Mails, keine Verabredungen.
  • Sie erkundet fremde Städte mit der Kamera und verarbeitet nächtliche Streifzüge und Jazzmusik als Material ihrer Gedichte.

Werke von Anke Glasmacher

Buchcover: Zwanzig/Vierzehn – Ein Nachrichtenjahr

Zwanzig/Vierzehn – Ein Nachrichtenjahr

Jeder Tag beginnt mit einer Meldung, jeder Tag endet in einem Gedicht. Ein Jahr lang nimmt Anke Glasmacher die erste Nachricht der abendlichen Tagesschau zum Ausgangspunkt ihrer Lyrik. Aus dem geplanten poetischen Experiment entwickelt sich ein unerwartet politisches Tagebuch, das internationale Krisen und alltägliche Gewalt festhält. Die Gedichte reagieren nicht mit fertigen Parolen, sondern mit Brüchen, Bildern und Sprachskepsis. So entsteht ein ungewöhnliches Porträt des Jahres 2014 und zugleich eine Untersuchung darüber, was Nachrichten mit dem Denken und Fühlen ihrer Leser machen.

Buchcover: Ein morsches Licht

Ein morsches Licht

Die Gedichte dieses Bandes beginnen oft nach Einbruch der Dunkelheit. Glasmacher streift gedanklich durch Städte, entdeckt Schatten, fremde Fenster und das, was menschliche Beziehungen im Zwielicht zeigen. Die Nacht wird nicht romantisiert, sondern zur Gelegenheit, Gewissheiten zu prüfen. Zwischen persönlichen Erfahrungen und weltpolitischen Verschiebungen tastet sich die Sprache vorwärts, ohne einfache Antworten zu versprechen. Bilder von Licht und Verfall halten den Gedichten ihren inneren Widerspruch offen. Die Ausgabe erschien 2020 bei Elif und versammelt eine konzentrierte, atmosphärische Gegenwartslyrik.