Mara Meier

* 1959 in Zürich; Schweizer Schriftstellerin

Mara Meier – Autorenporträt
Mara Meier bei einer Lesung auf dem Seeberg (Foto: Stefan Raiser, August 2026)

„Schreiben ist etwas Seltsames – es geht dabei gleichzeitig um ein inneres Müssen und um eine große Freiheit.“

Mara Meier

Interview

Fun Facts

  • Sie liest fast ausschließlich englische und spanische Literatur, schreibt aber meist auf Deutsch.
  • Während des Studiums befasste sie sich mit dem botanischen Zeichnen. "Der Trost der Pflanzen" enthält mehrere ihrer Heilkräuterzeichnungen und "Makrele vom Lachstyp" von ihr gezeichnete Porträts chilenischer Pflanzen.
  • Am besten kommt sie in den Schreibfluss, wenn ihr Mann im Hintergrund Cembalo übt. So wurden ihre Bücher zu den Klängen der Musik von Dieterich Buxtehude, Johann Sebastian Bach und Johann Ludwig Krebs geschrieben.
  • Gerne lernt sie verschiedene Sprachen. So belegte sie als Kantonsschülerin Altgriechisch und Hebräisch, versuchte in Chile, sich etwas Mapudungun anzueignen (Sprache der indigenen Mapuche) und büffelt aktuell Japanisch.
  • Als 14-jährige Schülerin flog sie wegen eines Textes in der Schülerzeitung fast von der Schule. So lernte sie schon früh die Macht der Literatur kennen.

Werke von Mara Meier

Buchcover: Der Trost der Pflanzen: Barbara von Roll. Romanbiografie.

Der Trost der Pflanzen: Barbara von Roll. Romanbiografie.

Barbara von Roll (verheiratete von Luternau) war eine adelige Wohltäterin, deren Ruf als Heilkundige die Zeiten überdauert hat. Wie kommt eine im ausgehenden Mittelalter geborene Solothurnerin dazu, eine derart erfolgreiche Heiltätigkeit auszuüben, dass man noch ein halbes Jahrtausend später davon spricht? Dieser Roman erzählt die Entwicklung der jungen Barbara von der behüteten Tochter aus gutem Haus zur weit über ihre Geburtsstadt hinaus bekannten Heilkundigen und selbstbewusst handelnden Frau. Beharrlich setzte sie sich gegen die Konventionen ihrer Zeit durch. Über lange Jahre befasste sie sich mit Heilpflanzen und eignete sich dabei ein beachtliches medizinisches Wissen und Können an. Obwohl Barbara nie an einer Universität studiert hatte, konsultierten namhafte Gelehrte sie in Gesundheitsfragen. Bedürftige Schwangere und Wöchnerinnen lagen ihr besonders am Herzen. Da sie erkannte, dass diese Frauen spezielle Pflege benötigen, führte Barbara von Roll für sie ein kleines Privatspital in ihrem heute noch stehenden Wohnhaus in Solothurn.

Buchcover: Solange es noch Tag ist: Walter Trösch: Verleger, Sozialist und Pazifist. Romanbiografie.

Solange es noch Tag ist: Walter Trösch: Verleger, Sozialist und Pazifist. Romanbiografie.

Walter Trösch wächst in den 1880er-Jahren als Sohn eines Schuhmachers in Herzogenbuchsee auf, seine grosse Leidenschaft sind Bücher. Trotz guten Noten darf er nach der Primarschule keine weiterführenden Schulen besuchen, weil er aus einfachen Verhältnissen stammt. Entgegen allen Hindernissen absolviert er bei Fischer in Münsingen eine Lehre als Schriftsetzer und Buchdrucker. Nach mehreren Jahren als Typograf in Paris, London und Newark lässt er sich in Olten nieder und gründet 1905 die Neue Freie Zeitung. Eine neuartige Setzmaschine, die Linotype, trägt dazu bei, dass seine Arbeiterzeitung ein Erfolg wird. Trösch setzt sich unermüdlich für soziale Anliegen und das Frauenstimmrecht ein. Er träumt von einem eigenen Verlag, der zu einer friedlichen und gerechteren Welt beitragen soll. Doch die bürgerlichen Kreise reagieren wenig erfreut, teils spöttisch oder gehässig. Einzelne Patrons verbieten ihren Arbeitern gar die Lektüre der Zeitung. Kann sein Lebenswerk alle Widerstände überstehen?

Buchcover: Makrele vom Lachstyp: Roman.

Makrele vom Lachstyp: Roman.

Makrele vom Lachstyp (Jurel tipo salmón) ist ein chilenischer Ausdruck für eine Mogelpackung und enttäuschte Erwartungen. Er trifft auch zu für das Chile der 90er Jahre, in das der Exilchilene Manuel mit seiner Schweizer Frau Olivia zurückkehrt im Glauben, das ganze Land sei im Aufbruch. Bald müssen sie feststellen, dass die Diktatur in vielen Köpfen noch nicht überwunden ist. Während einer gemeinsamen Campingwoche mit Manuels Jugendfreund Fernando und dessen junger Frau Amparo wird Olivia zudem klar, dass auch Schweizer Einwanderer am Unrecht gegenüber dem grössten indigenen Volk Chiles, den Mapuche, schuldig geworden sind. Die Ferien an einem See in den Anden Südchiles führen zu Reibereien, aber auch zu Anziehung im Sinn von Wahlverwandtschaften. Die Erneuerung der einstigen Freundschaft zwischen Manuel und Fernando gelingt nur oberflächlich. Manuels Auto, der bei der Anreise beinahe in den See gestürzt ist, erweist sich als Schrottkarre. Auch die Paarbeziehung von Manuel und Olivia droht abzustürzen, weil er in Chile den Macho herauskehrt.

Buchcover: Im Sommer sind die Schatten blau: Amanda Tröndle-Engel. Romanbiografie.

Im Sommer sind die Schatten blau: Amanda Tröndle-Engel. Romanbiografie.

Die Zeichenlehrerin Amanda Amiet-Engel und ihr Mann, der Oberrichter Dr. Arnold Amiet, leben zu Ende des 19. Jahrhunderts als geschätzte Mitglieder der Gesellschaft in Solothurn. Nach dem frühen Tod ihres Mannes im Juli 1900 gerät Amanda in eine tiefe Lebenskrise. Es genügt ihr nicht mehr, das Malen als angenehmen Zeitvertreib zu betreiben. Die Kunst soll ihr Beruf werden. Trotz finanzieller Engpässe und familiärer Pflichten zieht sie in den Künstlerort Dachau, geht unter die «Malweiber», läuft in schmutzigen Stiefeln übers Moor. Sie zeichnet und malt unermüdlich, erkämpft sich ein Leben als eigenständige und selbstbewusste Künstlerin. Dabei schliesst sie neue Freundschaften, so auch mit dem 22 Jahre jüngeren Künstler Oskar Tröndle. Als Oskar lebensgefährlich erkrankt, gesteht Amanda sich ein, wie viel ihr an ihm liegt. Doch gesellschaftliche Konventionen und die Missbilligung von Familie und Bekannten stehen ihrer Verbindung im Weg. Die Hindernisse scheinen unüberwindlich.