Salman Rushdie

* 19. Juni 1947 in Bombay, heute Mumbai · britisch-amerikanischer Schriftsteller

Salman Rushdie – Autorenporträt
Foto: Christoph Kockelmann / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 Bildnachweis

„When you’ve written 23 books, it’s a little frustrating to be known for something that happened to a book in 1989 – when that was my fifth published book and this is my 23rd. Can we please talk about books?“

Salman Rushdie

Biografie

Fun Facts

  • In seiner Werbeagenturzeit erfand Rushdie eine Kampagne für Aero-Schokolade, deren Wortspiele „adorabubble“ und „irresistibubble“ aus einem Versprecher entstanden.
  • Seinen Decknamen „Joseph Anton“ bildete er aus den Vornamen zweier Lieblingsschriftsteller: Joseph Conrad und Anton Tschechow.
  • Seine Memoiren über die Jahre im Versteck schrieb er bewusst in der dritten Person, als behandle er sein früheres Ich wie eine Romanfigur.
  • Während einer Lesung erzählte Rushdie von einer bis drei Uhr nachts dauernden Begegnung mit dem zurückgezogen lebenden Schriftsteller Thomas Pynchon – der sich danach nie wieder bei ihm meldete.
  • Rushdie ist etwas frustriert, immer die "Free Speech Barbie" sein zu müssen - also mit Redefreiheit assoziiert zu werden, statt mit seinen über 20 Büchern.

Werke von Salman Rushdie

Buchcover: Mitternachtskinder

Mitternachtskinder

Saleem Sinai kommt genau in dem Moment zur Welt, in dem Indien unabhängig wird. Damit verknüpft sich sein Leben auf fantastische Weise mit dem Schicksal des Landes. Saleem besitzt besondere geistige Fähigkeiten und entdeckt weitere Kinder, die zur historischen Mitternachtsstunde geboren wurden. Ihre Geschichten spiegeln die Hoffnungen, Konflikte und Brüche des jungen Staates. Rushdie mischt politische Geschichte mit Märchenmotiven, überbordender Sprache und komischen Einfällen. Der vielfach ausgezeichnete Roman stellt die Frage, wie eine Nation aus unzähligen Erinnerungen und widersprüchlichen Erzählungen entsteht.

Buchcover: Die satanischen Verse

Die satanischen Verse

Nach einer Flugzeugexplosion stürzen zwei indischstämmige Männer über England ab und überleben auf wundersame Weise. Einer verändert sich äußerlich, während der andere zwischen Visionen und Fantasiegestalten gerät. Ihre Geschichten verbinden Einwanderungserfahrungen, religiöse Überlieferungen, Zweifel und groteske Verwandlungen. Rushdie schreibt einen sprachlich und strukturell anspruchsvollen Roman, der kulturelle Gewissheiten aufbricht. Wegen angeblicher Blasphemie wurde das Buch zum Auslöser internationaler Proteste und einer tödlichen Verfolgungskampagne gegen den Autor. Der literarische Text ist komplexer als seine jahrzehntelange politische Kontroverse.

Buchcover: Knife. Gedanken nach einem Mordversuch

Knife. Gedanken nach einem Mordversuch

Im August 2022 wird Salman Rushdie bei einem öffentlichen Auftritt auf offener Bühne mit einem Messer attackiert. Er überlebt schwer verletzt. In „Knife“ rekonstruiert er die Tat nicht nur als dramatischen Augenblick, sondern erzählt auch von der langen Genesung, seiner Ehe und dem Versuch, Kontrolle über die eigene Geschichte zurückzugewinnen. Das Buch kreist um Angst, Verletzlichkeit und den Unterschied zwischen einem Menschen und dem Symbol, zu dem andere ihn machen. Gerade die persönlichen Szenen geben dem gesellschaftlichen Konflikt eine konkrete menschliche Dimension.