Rezension von Selina

Inhalt

Ivy war noch ein Kind als sie China verlassen und mit ihrer Familie nach Amerika gekommen ist. Von Anfang an war es Ivys Wunsch sich in ihrer neuen Heimat anzupassen. Sie wollte so aussehen und so sein wie alle anderen Kinder ihrer Schule und einfach nur dazugehören. Doch aufgrund des mangelnden Status ihrer Familie, schämte sich Ivy für sie und das sogar so sehr, dass sie sich zu einer talentierten Lügnerin entwickelte. Niemals würde jemand erraten, dass ihr perfektes Sein nur eine Fassade hinter einem Lügengebilde ist. Und schon gar nicht der Mann, der ihr die Zukunft verspricht, die sich immer erträumt hat. Ivy arbeitet mit jeder Lüge darauf hin, das Gideon Speyer sie als Ehefrau nimmt und ihr somit ein wohlhabendes Leben garantiert und sie so ihre Vergangenheit vergessen lässt. Bis plötzlich ein Mann aus ihrer Vergangenheit auftaucht und das ganze Lügengerüst ins Wanken gerät und sie ihr ganzes Leben infrage stellt.

Ivy steht vor der Frage, zu was sie fähig ist um dazuzugehören und ihre Lügen zu verschleiern.

Meine Meinung

Puh, bei der Geschichte rund um Ivy habe ich mich echt schwer getan dran zu bleiben. Es ist vielmehr eine biografische Charakterstudie als eine spannende Geschichte. Für mich hat es sich leider sehr gezogen und es konnte sich bis auf die letzten 50 Seiten keine Spannung aufbauen und das bei einem Buch von 500 Seiten. 

Ich fand Ivy als Charakter super unsympathisch und unauthentisch. Ihre Gedankengänge waren nicht nachvollziehbar und viel zu oberflächlich und ihre Handlungen waren auch zum Teil komplett unverständlich und genau das Gegenteil von dem was sie eigentlich gedacht hatte. Dafür, dass es mehr eine Charakterstudie war, hätte ich mir mehr tiefe von ihrem Gedankengang gewünscht und nicht nur dieses Oberflächliche anhimmeln von anderen Personen und der Drang dazuzugehören. Auch wenn es natürlich die Haupthandlung der Geschichte ist, hätte ich mir dabei mehr tiefe gewünscht. Auch Gideon blieb als Charakter eher schwach, obwohl das so gewollt ist, trotzdem fand ich die beiden zusammen sehr langweilig.

Dafür hat es mir gut gefallen, mal etwas aus der asiatischen Kultur zu lesen, da ich dazu noch nicht viel gelesen hatte und so die ganzen Familienstrukturen ziemlich spannend fand. Der Druck den Ivys Familie auf sie ausgeübt hat wurde gut rübergebracht und so konnte man zwischen den Zeilen gut lesen und verstehen warum Ivy so ist wie sie ist.

Mir muss ein Charakter auch nicht sympathisch sein, um die Geschichte gut und spannend zu finden, oft ist gerade das der Reiz. Aber hier fand ich Ivy einfach nur nervig und ich war froh als ich das Buch endlich beendet hatte. Meiner Meinung nach hätte das Buch gut um die 200 Seiten kürzer sein können.

Wer sich aber gerne mit Figurenentwicklungen und Charakterstudien beschäftigt, für den ist das Buch sicherlich spannend. Für mich gab es aber einfach zu wenig Handlung. Auch wenn die letzten 50 Seiten dann doch nochmal Spannung aufgebaut haben, war eigentlich klar was passiert. Nachdem man sich so lange mit Ivy beschäftigt hat, konnte man schon einschätzen, dass sie die unverständlichste aller Lösungen für ihr Problem wählt.

Meine Bewertung

2 von 5 Sternen