„Der Liebhaber“ von Marguerite Duras

Zusammenfassung, Infos und Rezension 

Inhalt

Die Hauptfiguren in diesem bereits verfilmten sinnlichen Klassiker sind ein junges, reizendes Mädchen europäischer Abstammung – aus Frankreich – und ein ungefähr doppelt so alter, reicher Chinese. Die beiden beginnen eine Affäre, halb Liebe, halb Geschäft. Für den Chinesen ist das wunderbar, doch auch die junge Frau sieht darin eine Zuflucht zu einem problembeladenen Alltag. Die Beziehung ist spannungsgeladen, weil tabuisiert. Für Spannung sorgt auch das soziale Gefüge: Ihre Hautfarbe steht über der seinen, dafür ist er reich, sie arm.

Rezension

Marguerite Duras beschreibt sehr authentisch die sexuellen und kulturellen Bedingungen, unter denen eine Affäre zwischen einer jungen Französin und einem alten Chinesen stattfinden konnte. Im Geheimen freilich, da gesellschaftlich tabuisiert. Duras nimmt dabei teilweise auf ihr eigenes Leben Bezug – daher die Glaubwürdigkeit – ohne das die Grenze zwischen Erlebtem und Fiktion immer ganz deutlich wird. Aber darauf kommt es auch nicht an, denn knisternde Unterhaltung ist allemal garantiert in diesem Klassiker der Literatur.

Die Mutter, die eine moralisch fragwürdige Rolle spielt, akzeptiert das Verhältnis nur, solange sie davon finanziell profitiert und ihre Tochter sich nicht ernsthaft in den Chinesen verliebt.

Der Roman wechselt geschickt und unterhaltsam zwischen den erzählerischen Perspektiven und sowie den Zeitebenen, die ineinander verwoben sind, ohne den Leser zu verwirren. So schafft Marguerite Duras in „Der Liebhaber“ je nach Situation Nähe oder Distanz indem sie zwischen der erste und dritten Person wechselt.

Infos

  • Duras erhielt für den Roman den Prix Goncourt.
  • Der Liebhaber wurde 1992 ebenfalls unter dem Titel Der Liebhaber von Jean-Jacques Annaud mit Tony Leung Ka-Fai und Jane March in den Hauptrollen verfilmt.
  • Der Bestseller ist in über 40 Sprachen übersetzt.
  • Marguerite Duras hat von 1914 bis 1996 gelebt. Sie starb in Paris.
  • Das Buch hat in der Edition SZ weniger als 100 Seiten.
  • Bei der Niederschrift des autobiographischen Romans lagen die Erinnerungen schon ca. 50 Jahre zurück.
  • Original: L’amant, 1984.
  • Marcel Reich-Ranicki: „Marguerite Duras erzählt die heikle, zwischen Liebe und Prostitution schwankende Geschichte ohne Scham und ohne Stolz und ohne eine Spur von Koketterie.“

Unsere Bewertung

Historischer Wert: 3

Spannung: 5

Lesefreundlichkeit: 5

Ratgeber: 1

Muss-man-gelesen-haben: 4

(1= Kaum zutreffend / 5 = Besonders zutreffend)

 

 

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