Gemma Malley – „Der Pakt“

Rezension von Lisa

Inhalt

Anna ist „Überschuss“. Sie lebt in dem Heim »Grange Hall«, um die Sünde, die ihre Eltern begangen haben, indem sie sie zeugten, durch Fleiß und Disziplin wiedergutzumachen. Kinder zu bekommen ist laut dem Pakt von 2080 verboten. Doch Annas Eltern haben sich nicht daran gehalten.

Deshalb hasst Anna sie und bemüht sich, eine nützliche Dienerin zu sein – das ist immer noch besser, als eingeschläfert zu werden. Dann kommt ein neuer Überschuss hinzu: Peter. Er ist anders – rebellisch und unerschrocken. Und er kennt Annas Eltern und Annas schmetterlingsförmiges Muttermal. Sie will nichts mit ihm zu tun haben, doch er ist hartnäckig, und Anna beginnt die Regeln infrage zu stellen. Es gelingt den beiden schließlich, aus »Grange Hall« zu flüchten. Doch die Fänger sind ihnen schnell auf den Fersen.

Rezension

Leider nicht mein Buch

Dinge, die mir gefallen haben:   Die Grundidee des Romans ist klasse. Gemma Malley gehört zu den wenigen Autoren, die sich Gedanken über das Konzept gemacht haben: Ihr Weltentwurf ist interessant und vor allem glaubhaft. Eine Welt, in der alle Menschen aufgrund eines Serums unsterblich sind. Eine Welt, in der es verboten ist, Kinder zu bekommen. Das ist wirklich ein furchtbarer Gedanke! Und gerade dadurch, dass die präsentierte Welt so realistisch dargestellt wird, wirkt die Zukunftsvision nur umso beängstigender.   Hier gibt es keine übertriebenen und weithergeholten Ideen wie in manchen anderen Dystopien für Jugendliche. (Man merkt eben, dass Der Pakt vor dem Beginn des Panem-Hypes geschrieben wurde!)

Dinge, die mir weniger gefallen haben:   Die Charaktere waren ein wenig flach. Es gibt die unbedarfte Protagonistin, die ihr Leben lang die Gesetzte treu befolgt hat und durch einen rebellischen Jungen plötzlich einen Sinneswandel erfährt. Auch bei den anderen Figuren wird nicht an Klischees gespart: Die böse Heimleiterin ist ebenso dabei wie der Heim-Tyrann, der alle anderen Kindern das Leben schwer macht usw.

Hinzu kommt, dass ich mich nicht in die Charaktere hineinversetzen konnte. Es gibt Erzählungen, die einem kalt lassen. Nicht, weil der Autor schlecht schreibt, sondern weil man einfach keinen Draht zu dem Buch bekommt. Bei mir zählt Der Pakt leider ebenfalls zu dieser Gruppe. Es war völlig egal, was die Autorin geschrieben hat, bei mir kamen die Gefühle und Emotionen nicht an. 🙁 Den Grund dafür kenne ich selbst nicht genau. Im Verdacht habe ich aber den Schreibstil: 😉

Die Übersetzung ist nämlich schlicht und ergreifend grauenhaft. Das Buch strotzt nur so vor unmelodischen Bezeichnungen wie Mittlerer, Wechsler, wertvolle Arbeitskraft und Sätzen wie „Sie war die unböseste Überschüssige gewesen, die man sich vorstellen konnte.“ Arg… da stellen sich einem doch glatt die Nackenhaare auf!

Zudem ist die Übersetzung ziemlich ungenau. An dieser Stelle möchte ich noch einmal den eben genannten Satz heranziehen. Im Deutschen heißt der Absatz wie folgt:   „Mrs Pincent hatte ihr einmal erklärt, dass Überschuss von Natur aus böse und sündig war. Damals hatte Anna es als Herausforderung betrachtet, ihr das Gegenteil zu beweisen. Sie war die unböseste Überschüssige gewesen, die man sich vorstellen konnte.“

Und im Englischen:   „Mrs Pincent had once told her that Surpluses were naturally evil, and Anna had seen it as a challenge – to prove Mrs Pincent just how not evil she was.“

Das nennt man dann wohl freie Übersetzung *hüstel* Warum zum Teufel belässt es die Übersetzerin nicht bei den ursprünglichen Worten, sondern muss noch so viel eigenes Palaver hinzufügen? Ein Übersetzter ÜBERSETZT und schreibt keine eigenen Geschichten! Der deutsche Satz ist ja fast doppelt so lang wie der Englische! Furchtbar…   Daher mein Tipp an alle, die des Englischen halbwegs mächtig sind: Lest das Buch auf Englisch!

Ein weiterer Pluspunkt: die englische Ausgabe ist viel, viel schöner und ergibt einen Sinn. (Der von Draht umschlossene Schmetterling ist ein Sinnbild für Anna, die hinter den undurchdringlichen Mauern des Heimes lebt.) Die deutsche Ausgabe hingegen ist hässlich, viel zu überladen und lässt jede Bedeutung missen…

Fazit  

Der Pakt ist definitiv kein schlechtes Buch. Aber es ist nicht MEIN Buch. Am Anfang war ich noch guter Dinge, da ich dachte, mit der Zeit würde schon ich in die Geschichte hereinfinden. Das ist leider nicht passiert. Keine Ahnung, woran es letztendlich lag. Vielleicht am Schreibstil, vielleicht aber auch den Charakteren. Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Und das ist soo schade, weil ich das Buch aufgrund des Grundkonzepts wirklich gern haben möchte. 🙁 *schnief*

Lisas Bewertung: 2,1 von 5 Sternen!

(Lisas Bewertungssystem: (1 = Zeitverschwendung, 2 = Nicht mein Fall, 3 = Okay, 4 = Überdurchschnittlich Gut, 5 = Lieblingsbuch)

 

Redaktion von Beste Bücher

 

 

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