Jo Nesbø: „Blood on Snow“

Rezension von Matthias

Klappentext

Olav lebt das einsame Leben eines Killers. Als Killer ist es eben nicht unbedingt leicht, anderen Menschen nahe zu kommen. Doch jetzt hat Olav die Frau seiner Träume getroffen. Zwei Probleme stellen sich: Sie ist die Frau seines Chefs. Und Olav wurde gerade beauftragt, sie zu töten.

Inhaltsangabe

Nesbo auftrag snowOlav ist ein Auftragsmörder. Er hatte verschiedene Jobs, aber sein aktueller ist der einzige, der ihm wirklich liegt. Als Geldeintreiber oder Fahrer eines Fluchtwagens taugt er nicht. Er kann unter anderem schlecht rechnen und eignet sich nicht als Fahrer eines Fluchtwagens.

Im Buch „Blood On Snow – Der Auftrag“ von Jo Nesbø erhält Olav nach Erledigung seines letzten Auftrags einen Neuen. Er soll die Frau seines Chefs expedieren. Damit er den Zeitpunkt besser abschätzen kann, beschattet er die Frau seines Chefs einige Tage lang und verliebt sich in sie. Ihr Name ist Corina Hoffmann. Während der Beschattung merkt er, „alles an ihr ist gut, bis auf den Nachnamen“.

Während der Beschattung sieht Olav, dass ein fremder Mann regelmäßig die Frau seines Chefs besucht. Da der Mann Corina schlecht behandelt, muss dieser Mann expediert werden. Leider hat Olav eine schlechte Wahl getroffen. Der Liebhaber war der einzige Sohn seines Chefs. Hoffmann und Olav sind nun Feinde. Um zu überleben wendet sich Olav an den größten Konkurrenten seines Chefs, den Fischer. In seiner Vergangenheit hat Olav jedoch einige gute Mitarbeiter des Fischers expediert, sodass diese Beziehung nicht unter den besten Sternen steht.

Inhaltliche Bewertung

Es hat mich sehr überrascht, am Anfang des Buches sehr viel über Olav zu erfahren. Jo Nesbø ermöglicht tiefe Einblicke in die Geschichte Olavs. Vor allem seine Gedanken, Gefühle und Meinungen werden transparent dargestellt. Dies ist, verglichen mit anderen Büchern, sehr ungewöhnlich. Mir gefällt dieser Umstand sehr gut. Es ist dadurch einfacher nachvollziehbar, warum er sich für oder gegen etwas entscheidet. Vor allem wird eine starke Bindung zum Hauptcharakter hergestellt. Das Aussehen von Olav offenbart sich erst am Ende des Buches.

Die Geschichte wird spannend erzählt und macht es einem Leser schwierig, das Buch zur Seite zu legen. Man möchte wissen, wie es weitergeht. Des Weiteren sind die Hintergründe Olavs sehr interessant. Sie regen zum Nachdenken an. Da Olav sagt, dass seine Opfer es irgendwie verdient hätten, stellt sich berechtigterweise die Frage nach dem Warum.

Das Showdown am Ende des Buches beinhaltet einige Überraschungen für unseren Protagonisten. Man sollte dabei jedoch beachten, dass es sich um einen Thriller handelt und in diesem Geschäft die wenigsten Personen lebend entkommen können. Wie sollte es zudem mit Olav weitergehen? Wenn er sich von seinem Chef abwendet und zur Konkurrenz wechselt, könnte er dies wieder tun.

Fazit

Bei „Blood on Snow – Der Auftrag“ handelt es sich um mein erstes Buch von Jo Nesbø. Ich kann leider keinen Vergleich mit seinen anderen Werken vornehmen.

Es hat mich anfangs überrascht, dass die ersten Kapitel vor allem Olavs Geschichte, Gedanken und Meinungen wiedergibt. Die ‚richtige‘ Handlung vom Klappentext beginnt etwas später. Jedoch entsteht genau hierdurch eine starke Bindung, die den Leser vollkommen in das Buch eintauchen lässt.

Teilweise ist die Geschichte grotesk und fügt sich nicht so gut in die Rahmenhandlung ein. Des Weiteren ist das Buch mit 192 Seiten relativ kurz und in wenigen Stunden durchgelesen. Nichtsdestotrotz bietet dieses Buch gute Unterhaltung und etwas Stoff zum Nachdenken. Ich freue mich schon auf den zweiten Teil. Dieser darf gerne länger sein.

Ich gebe dem Buch daher 9 von 10 Punkten und eine klare Empfehlung zum Lesen.

Infos

„Der Auftrag“ ist der erste Teil der dreiteiligen Blood on Snow Reihe. Teil zwei ‚Das Versteck‘ des Bestseller-Autors erscheint Ende Februar 2016 im Handel.