Jonas Jonasson: „Die Analphabetin, die rechnen konnte“

Zusammenfassung, Infos und Rezension

Inhalt

Die beiden Haupterzählstränge beginnen in Schweden und Südafrika. Nombeko ist ein schwarzes Mädchen aus den Slums von Soweto mit – statistisch – äußerst geringen Überlebenschancen. Andererseits ist sie schlau wie Oskar und ein Schlitzohr obendrein. Von Natur aus mit einem außergewöhnlichen Mathematiktalent gesegnet, zwingt sie als Jugendliche einen alten Lüstling – mit der Schere als Waffe im Anschlag – ihr das Lesen beizubringen.

Mit ihren Fähigkeiten und ihrem frechen Mundwerk wird sie bereits mit 14 die Chefin der örtlichen Latrinnentonnenträger, bevor sie wegen eben dieses Mundwerks wieder gefeuert wird. Macht aber nichts, schon bald steigt sie in die örtliche  Atombombenforschung ein, wo sie Teilzeit als Putzfrau und als Chefmathematikerin arbeitet.

Derweil bekommt ein Anarchist und Königshasser in Schweden zwei Jungs – Zwillinge -, die er beide Holger nennt. Anarchistischerweise meldet er nur einen bei den Behörden an und weil die beiden mehr oder minder abwechselnd in der Schule und sonstwo auftreten, entgeht dem Staat, dass es eigentlich zwei Holgers gibt. Wie und wo die beiden Erzählstränge (und noch so einiges mehr…) zusammenkommen, soll hier noch gar nicht verraten werden…

Rezension

Durchaus verraten wollen wir aber, dass sich Jonassons zweiter Roman ebenso vergnüglich liest, wie schon der erste. Kein Wunder also, dass „Die Analphabetin“ ebenso wie schon „Der Hundertjährige“ von jetzt auf gleich zum absoluten Bestseller, insbesondere auch in Deutschland, avanciert ist. Die Parallelen sind dabei augenfällig und bewusst. Es beginnt schon beim ähnlich strukturierten Titel. Und auch diesmal ist die Atombombentechnologie ein zentrales Thema in den Irrungen und Wirrungen, in die Jonas Jonasson seine Protagonisten stürzt.

jonas_jonasson_die_analphabetin_die_rechnen_konnteDas ein einfacher aber blitzgescheiter Jedermann dabei weltweit mit dem Spitzenpersonal der Politikelite zusammentrifft, kennen wir ebenfalls schon aus dem Vorgängerwerk. Einerseits liest sich derlei dann durchaus nicht mehr besonders originell, andererseits ist es nur konsequent, wenn der Autor seine „Erfolgsmischung“ einfach ein zweites Mal verwendet. Und da es dem Buch ansonsten ja nun wirklich nicht an Originalität mangelt, ist das kein wirklicher Kritikpunkt.

Überhaupt ist die Innovationskraft die Stärke Jonassons. Der Plot ist es nicht – dass ein Haufen Genies jahrelang keine Möglichkeit findet, eine Bombe loszuwerden, ist ebenso dünn wie manch andere Verwicklung, auf die man sich eben einlassen muss, will man sich selbst nicht den Lesespaß trüben. Das man nebenbei etwas über südafrikanische und insbesondere schwedische royale Geschichte lernt, ist eine nette Dreingabe. Stark sind, wie auch schon beim „Hundertjährigen“, die Figuren. Gut gezeichnet, sympathisch, auf unterhaltsame Weise unberechenbar.

Süß ist, wie nun die Rezensenten aller großen Zeitungen über die „Analphabetin“ schreiben und dabei an der Wiederholung des Strickmusters mäkeln. Denn schon das Vorgängerwerk wurde aus dem Nichts – ohne Hilfe ebendieser Rezensenten – zum Weltbestseller; auf den Verkaufserfolg hat die ein oder andere kritische Rezension also wenig Einfluss…

Infos

 

Von Beste Bücher

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