Laura Gallego Garcia – „Zwei Kerzen für den Teufel“

Rezension von Lisa

Inhalt

Caterina, genannt Cat, ist die Tochter eines Engels. Trotzdem kann sie weder fliegen noch hat sie einen besonderen Draht zu Gott. Sie ist eine ganz normale 16-Jährige, die sich nur etwas besser mit Engeln und Dämonen auskennt als andere Sterbliche. Doch eines Tages wird sie tiefer in die überirdische Welt hineingezogen, als ihr lieb ist.    

Ihr Vater, ein niedrigrangiger Engel, wird ermordet. Cat setzt alles daran, den Mörder zu finden, und kommt einer Verschwörung auf die Spur, die ihre ganze Welt durcheinanderbringt. Denn offensichtlich hängt auch sie mit drin, in diesem Projekt, das die gesamte Menschheit bedroht …

Anders als erwartet  

Das Cover zeigt die Rückansicht einer Frau, die ein Schwert auf dem Rücken trägt. Das verleitet den Leser natürlich zu der Annahme, dass es sich bei Protagonistin um eine toughe Kickass-Heldin dreht. Dem ist nicht so.  Ja, Cat trägt das Schwert ihres Vaters auf dem Rücken spazieren, aber kämpfen kann sie damit nicht. Ihre Gegner – seien es Dämonen oder Engel – sind sehr viel schneller und stärker als sie, wodurch Caterina bei Auseinandersetzungen immer den Kürzeren zieht. Auf ungefähr Seite 140 gibt es ein einschneidendes Erlebnis; von da an ist Cat sprichwörtlich zum hilflosen Zusehen und Nichtstun verdammt. Das ist ärgerlich, weil sie nur noch die Rolle eines Beobachters einnimmt und nicht mehr in das Geschehen eingreifen kann. Cat und ihr Dämonen“freund“ Angelo sind nur noch Spielbälle in den Händen von Dämonen und Engeln und haben keine große Entscheidungsfreiheit.  

Apropos: Die Beziehung??? zwischen Cat und Angelo ist praktisch nicht vorhanden; die Handlung konzentriert sich allein auf die Suche nach dem Mörder und dem Konflikt Engel/Dämon. Wer auf romantische Passagen steht wird hier sehr enttäuscht werden. Eine (Abschieds)-Umarmung ist das höchste aller Gefühle.  

Gallego_GarciaStilistisch ist der Roman sehr einfach und umgangssprachlich gehalten. Durch das Fehlen von allzu viel Gewalt und Erotik ist das Buch daher auch schon für 13-15 Jährige geeignet. Dabei stellt sich natürlich die Frage, ob die zahlreichen religiösen und mythologischen Elemente den Nerv der jungen Leserschaft treffen. Zwei Kerzen für den Teufel behandelt die christlichen Schöpfungsmythen – im Gegensatz den zu vielen anderen Engels-Romanen – sehr ausführlich und detailliert. Ich bin selbst nicht besonders bibelfest, deshalb haben die seitenlangen Diskussion über Gott und die Welt (wortwörtlich ^^) mit der Zeit ganz schön an meiner Geduld gezerrt.

Ich habe wirklich Hochachtung vor Autoren, die für ihr Buch gut und viel recherchieren, aber irgendwann muss auch mal ein Punkt gemacht werden.   Hinzu kommt, dass sich viele Gespräche im Kreis drehen/sich wiederholen und man einzelne Erzählstränge in gleicher oder verändertet Form mehrmals durchlebt. Cat und Angelo reisen zu Punkt X, nur um von dort über Punkt Y zu Punkt Z geschickt zu werden und am Ende wieder bei Punkt X zu landen. *Gähn* Nur gegen Ende hin wird das Raster durchbrochen. Spannender wird es dadurch aber in keinster Weise. Das Buch plätschert dahin und auch der Showdown vermag trotz hochkarätiger Gästen wie Luzifer und Gabriel nicht zu überzeugen. Der Schluss wirkte leider ziemlich kitschig. Ich persönlich hätte mir auch ein anderes Ende für Cat gewünscht…

Fazit  

Um es kurz zu machen: Zwei Kerzen für den Teufel war nicht mein Fall.  Wer  nach einem unterhaltsamen Urban-Fantasy-Bestseller sucht, tut gut daran, sich anderweitig umzuschauen. Dieses Buch muss wirklich nicht sein.

Lisas Bewertung: 1,3 von 5 Sternen!
(Lisas Bewertungssystem: (1 = Zeitverschwendung, 2 = Nicht mein Fall, 3 = Okay, 4 = Überdurchschnittlich Gut, 5 = Lieblingsbuch)

Redaktion von Beste Bücher

 

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