Lauren Kate – „Engelsmorgen“

Rezension von Lisa

Inhalt

Engelsmorgen startet genau dort, wo Engelsnacht aufgehört hat. Der von Cam und Daniel abgeschlossene 18-tägige Waffenstillstand beginnt, dennoch ist Luce nicht sicher. Die gefährlichen Ausgestoßenen machen Jagd auf sie, aus diesem Grund verfrachtet Daniel seine Geliebte kurzerhand in die Shoreline Akademie in Kalifornien. Lucinda erkennt bald, dass sie an einer besonderen Schule gelandet ist – dort werden nämlich die Nephilim, die Nachfahren der Engel unterrichtet.

In dem veränderten Umfeld schließt Luce schnell Freundschaft mit ihren neuen Mitschülern und lernt einige Kniffe, die ihr bei der Suche nach ihrer Vergangenheit behilflich sein könnten. Während der Nachforschungen bekommt sie jedoch immer mehr das Gefühl, dass Daniel irgendetwas vor ihr verheimlicht…

Antworten? Schön wär’s!

Schade ist zudem, dass man auch nicht mehr über die Engel erfährt. Gerade weil der Großteil von Torment an einer Schule für Nephilim spielt, macht man sich als Leser große Hoffnungen. Pustekuchen! Man erfährt weder etwas über die Kultur der Engel, noch über ihre Kräfte, ihre Geschichte und die verschiedenen Fraktionen. Gut, immerhin bekommt man mehr Informationen über die Schatten, die Luce schon ihr Leben lang sieht. Anscheinend ist es möglich, mit ihnen in die Vergangenheit zu sehen und zu reisen. An dieser Stelle habe ich mir verwundert die Augen gerieben.

Im ersten Band wurde das mit keinem Wort erwähnt, jetzt plötzlich scheint jeder außer Luce darüber Bescheid zu wissen. Etwas unrealistisch und inkonsequent…   Obwohl der Roman die Stärken und Schwächen seines Vorgängers teilt, hat mir die zweite Episode rund um Luce und Daniel dennoch besser gefallen. Das liegt vor allem daran, dass die Protagonistin Lucinda sich langsam, aber sicher entwickelt. Sie ist nicht mehr (oder zumindest nicht mehr so häufig 😉 das kleine, hilflose Mädchen, das alles macht, was Daniel von ihr verlangt. Endlich gibt sie auch mal Contra, trifft eigene Entscheidungen, hinterfragt ihre Beziehung und ihre Gefühle. Man bemerkt jedoch schnell das Schema, nach dem Luces und Daniels Begegnungen verlaufen. Hier mal stark vereinfacht und übertrieben dargestellt: ^^  

Daniel: Warum hast du das gemacht? Das war gefährlich!  

Luce: Schreibe mir nicht immer vor, was ich zu tun habe. Warum erzählst du zur Abwechslung nicht einmal etwas über unsere Vergangenheit? Ich habe manchmal das Gefühl, ich kenne dich gar nicht richtig. Wie sollen wir da eine Beziehung führen?  

Daniel: Luce… *küsst sie*

Luce: *schmacht* Oh, Daniel ist so toll und seine Flügel sind so schön… Alles andere ist egal, solange ich nur mit ihm zusammen sein kann.  

Daniel: *fliegt wieder davon*  

Luce: Mist! Ich habe wieder nichts über meine früheren Leben erfahren…

Wie schon in Fallen sind die Storyline und die Funktionen der einzelnen Charaktere recht vorhersehbar. Gerade die Identität von Shelbys Ex-Freund, der Verlauf von Luces Beziehung zu Miles usw. sind dermaßen offensichtlich, dass es schon fast ärgerlich ist. Auch vom Aufbau her sind sich die beiden bisherigen Bücher ähnlich. Sie starten gemächlich mit Luces Eintritt in eine neue Schule, begleiten sie bei ihren Nachforschungen und ihrem Schul- ‚Alltag‘ und münden dann in einen plötzlichen und etwas gehetzten Showdown. Dann endet Engelsmorgen auch noch mit einem fiesen Cliffhanger… Zugegebenermaßen leitet das Ende aber gut zum dritten Band Passion über, in welchem sich die Geschichte vorwiegend um Luces Vergangenheit drehen wird.

Fazit

Engelsmorgen liefert dem Leser keinerlei neuen Erkenntnisse und wirft im Gegenteil nur noch mehr Fragen auf. Wer denn ersten Band mochte, wird auch den zweiten Teil lieben. Wer dem ersten Teil eher kritisch gegenüber stand, wird zumindest eine klare Verbesserung hinsichtlich Luces Verhaltensweise vorfinden und sollte der Reihe vielleicht noch mal eine zweite Chance geben.

Lisas Bewertung: 3,6 von 5 Sternen!

(Lisas Bewertungssystem: (1 = Zeitverschwendung, 2 = Nicht mein Fall, 3 = Okay, 4 = Überdurchschnittlich Gut, 5 = Lieblingsbuch)

***Englischer Titel: Torment. Übrigens: Als Hörbuch-Download für z. Z. 13 €.

Redaktion von Beste Bücher

 

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