Maja Winter – „Das hohe Spiel“

Rezension von Lisa

Seit die junge Linn sich erinnern kann, träumt sie von Drachen, die ihr Dorf angreifen. Da geschieht die Katastrophe tatsächlich, und die Nachbarn machen sie für den Überfall verantwortlich. Innerlich aufgewühlt verlässt Linn ihre Heimat, um die Menschen, die sie liebt, zu schützen. Insgeheim ist sie aber entschlossen, zurückzukehren – als Drachenjägerin!

Doch der Weg in die Drachengarde des Königs scheint ihr verwehrt zu sein. Denn ihr Vater war kein Held, wie sie immer dachte. Er hat seinen König, sein Reich, ja, die ganze Menschheit verraten, indem er mit den Drachen paktierte. Wegen ihrer Abstammung legen ihr nicht nur der König und seine Erben Steine in den Weg. Nur der Schreibergeselle Nival und Jikesch, der Narr des Königs, unterstützen Linn beim Erreichen ihres Traums.

Aber an dem dunklen Geheimnis, das Nival vor ihr verbirgt, könnte ihre Freundschaft zerbrechen. Und auch der Narr ist nicht das, was er zu sein vorgibt…

Auf den ersten Blick

Das Mädchen mit den braunen Haaren und den blauen Augen kommt der Beschreibung von Linn ziemlich nah. Es ist nur schade, dass auf allen drei Covern der Trilogie jedes Mal das selbe Motiv in einer anderen Farbvariation abgebildet ist. Ich für meinen Teil hätte mir da noch ein wenig mehr Abwechslung gewünscht 

Rezension

Wird von Seite zu Seite besser!

Zu Beginn muss ich ein Geständnis ablegen: Wären die vielen positiven Rezensionen meiner Mitbloggerinnen nicht gewesen, wäre ich an dem Buch wahrscheinlich vorbeigelaufen. So hatte der Bestseller doch eine gewisse Anziehungskraft und machte mich neugierig. Der Vater war ein berühmter Ritter der in Ungnade gefallen ist, das Heimatdorf wurde von Drachen angegriffen, ein junges Mädchen will einem uralten und ehrwürdigen Orden bzw. einer Garde beitreten – das klang alles ziemlich klischeehaft!

Zum Glück habe ich nicht auf meinem ersten Eindruck beharrt, denn sonst hätte ich diese mitreißende Geschichte samt ihren facettenreichen und sympathischen Charakteren verpasst! Anfangs mag Das Hohe Spiel noch wie gewöhnliche Fantasy von der Stange wirken, aber nach und nach merkt der Leser, dass viel viel mehr dahinter steckt. Vor allem die Protagonistin Linn ist eine echte Sympathieträgerin! Sie ist nicht schwach oder hilflos, aber auch kein Übermensch, der eine ganze Herde Drachen im Alleingang niedermäht. Ihre Entwicklung vom „Dorfmädchen“ zur tapferen Drachenjägerin war schön mitanzusehen und zu jeder Zeit nachvollziehbar.

Auch die anderen die Charaktere sind gut ausgearbeitet, glaubwürdig und dennoch individuell. Ein jede Figur hat ihre besonderen Eigenheiten die sie von den anderen unterscheidet und sie für den Leser umso liebenswerter macht. Die Darstellung der Drachen ist eher klassisch gehalten, aber zumindest ein Exemplar der Gattung schafft es, den Leser mit seiner anmaßenden und eigensinnigen Art in den Bann zu ziehen. (Am Ende war ich ja schon fast traurig als…*räusper* – Nein, es wird nichts verraten. Das müsst ihr schon selber herausfinden.)

Gut fand ich auch, dass der Plot nicht allzu vorhersehbar war. Man spinnt zwar seine eigenen kleinen Theorien im Kopf, aber letztendlich kommt dann doch alles anders als erwartet! (Des Öfteren sitzt man mit offener Kinnlade vor dem Bestseller und denkt sich: WAS?) Und nach diesem nun ja… unerwarteten Ende muss der 2. Band schleunigst her…Volle 4 Sterne bekommt das Das Hohe Spiel noch nicht, weil mir das Buch am Anfang etwas zu gemächlich war. (Das ist aber ganz typisch für die Einleitung!) Im Verlauf der Geschichte legt das Buch dafür richtig los! Man könnte sagen: Bis Seite 200 ist das Buch in Ordnung, von Seite 200-400 gut und ab Seite 400 grandios.

Fazit

Das Hohe Spiel lässt praktisch keine Wünsche offen: Spannung, eine abwechslungsreiche und oftmals unvorhersehbare Story, interessante und sympathische Charaktere – Worauf wartet ihr eigentlich noch? Schöne und bodenständige All Age Fantasy aus deutschen Landen.

Lisas Bewertung: 4 von 5 Sternen!

(Lisas Bewertungssystem: (1 = Zeitverschwendung, 2 = Nicht mein Fall, 3 = Okay, 4 = Überdurchschnittlich Gut, 5 = Lieblingsbuch)

Die Autorin

Maja Winter ist das Pseudonym der erfolgreichen Autorin Lena Klassen, unter dem ihr Fantasy-Debüt beim Blanvalet Verlag erscheint. Sie wurde 1971 in Moskau geboren und wuchs in Deutschland auf, wo sie Literaturwissenschaft, Anglistik und Philosophie studierte – bis hin zu ihrer Promotion an der Universität Bielefeld. Heute lebt die Autorin mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in einem Haus im ländlichen Westfalen.


Redaktion von Beste Bücher

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