Matthew Quick: „Die Sache mit dem Glück“ (Hörbuch)

Rezension von Mona

quick glückBei „Die Sache mit dem Glück“ handelt es sich um eine ungekürzte Lesung aus dem Random House Audio Verlag. Gelesen wird die Geschichte von dem Hörbuchsprecher und Schauspieler Boris Aljinovic, der mir höchstens von seinem Auftritt in „7 Zwerge“ bekannt war.

Wenn man zu einer Geschichte von Matthew Quick greift, kann man sich sicher sein, dass sie nicht nach einem vorgegebenen Muster funktioniert und sämtliche Klischees einer gelungenen Liebesgeschichte oder eines Dramas erfüllt, sondern immer eine sehr spezielle Note hat. Das war somit auch hier der Fall, wobei ich das Endresultat doch eher enttäuschend fand…

Aber worum geht es überhaupt?

Bartholomew verliert im Alter von 39 Jahren seine Mutter und somit einen Grundteil seiner Existenz. Denn Batholomew lebt seit jeher im gemachten Nest, stand nie auf eigenen Beinen und hat noch nicht einmal eine Grundahnung, wie die Welt funktioniert.

Die einzige Verbindung zu seiner Mutter ist der Schauspieler Richard Gere, den seine Mutter  exzessiv verehrt hat und ihn im Endstadium ihrer Krankheit auch in Bartholomew gesehen hat. Unser Protagonist schreibt Leserbriefe an den Schauspieler, in denen er ihm tagebuchförmig von seinem Leben berichtet und sich schrittweise selbst therapiert. Zusammen mit anderen Charakteren (unter anderem einem Priester) begibt er sich dann auf die Suche nach dem Glück.

Bartholomew ist ein, wie man vermuten mag, sehr eigener und spezieller Charakter. Seine Verschrobenheit und Unselbstständigkeit wurde natürlich 39 Jahre lang von dem Umstand begünstigt, dass seine Mutter ihn bis ins Erwachsenenalter wie ein Kind aufzog und ihm sämtliche Last von den Schultern lud. Zudem ist er geistig wahnsinnig unreif, weshalb man permanent das Gefühl bekommt, ein Kind mit einer Männerstimme erzähle seine Geschichte.

Da mir verschrobene und authentische Charaktere unglaublich gut gefallen, hat mir auch Barthalomew viel Freude bereiten können. Hinzu kommt, dass der Hörbuchsprecher dem Protagonisten eine sehr einzigartige Note verliehen hat, die mich wahnsinnig angesprochen hat. Alles in allem finde ich, dass Barthalomew die Geschichte getragen hat (was nicht weiter verwunderlich ist, immerhin ist es seine Geschichte), alles um ihn herum war im Vergleich dazu leider völlig belanglos und uninteressant.

Die Handlung plätschert die ganze Zeit vor sich hin. Bartholomew stolpert von einer Situation in die nächste und erlangt dabei mal mehr, mal weniger tiefgründige Erkenntnisse. Teilweise klangen diese neu gewonnenen Weisheiten wie Botschaften aus Glückskeksen, die auf jedermann zutreffen können, im Endeffekt aber wohl lieblos zusammengeschustert sind. Die Geschichte folgt immer demselben Muster, sodass man nach der ersten (von 6) CD bereits weiß, wie in etwa der nächste Schritt aussehen wird. Das ist wirklich unglaublich mühselig und hat das verhältnismäßig kurze Hörbuch wahnsinnig in die Länge gezogen.

Mein Interesse weiterzuhören ging schon bei CD 2 etwa verloren und im Endeffekt konnte die Geschichte mich auch kein Stück überraschen, faszinieren oder überhaupt gut unterhalten. Hinzu kommt, dass ab einem gewissen Zeitpunkt der Glauben bzw. die Religion sehr stark fokussiert wird und der Leser damit anfangen kann, was er will. Ich hab es eher als zusätzlich störend empfunden.

Fazit

Für mich ist „Die Sache mit dem Glück“ deutlich schwächer als Matthew Quicks anderen Romane  und lässt sich für mich leider mit dem Wort „langweilig“ zusammenfassen. Dies hält mich jedoch nicht davon ab, auch in Zukunft zu Werken von dem Autor zu greifen.