Sarah Beth Durst – „Ice. Hüter des Nordens“

Rezension von Lisa

Für die Liebe überschreitet sie die Grenzen der Welt… 

Inhalt

Die junge Cassie ist in den endlosen Weiten der Arktis aufgewachsen. Ihre Großmutter erzählte immer, dass Cassies Mutter vom Nordwind entführt wurde. Cassie hat nie daran geglaubt – bis sie einem Eisbären begegnet, der plötzlich zu ihr spricht. So erfährt sie, dass die Geschichte aus ihrer Kindheit wahr ist.

Um ihre Mutter zu befreien, muss sie ein altes Versprechen einlösen und die Frau des Eisbären werden. Cassie willigt ein, und schon bald entwickelt sich eine zarte Bindung zwischen ihr und dem magischen Wesen. Doch über dem Bären liegt ein Fluch, der ihre Liebe schon bald in größte Gefahr bringt.

Auf den ersten Blick  

Sowohl das deutsche als auch das englische Cover ist wunderschön und wurde passend zur Geschichte gewählt. 

Ein modernes Märchen; ideal für lange Winterabende  

Hüter_des_NordensMärcheninterpretationen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und so ist kein Wunder, dass der im englischen Original bereits 2009 erschienene Roman Ice – Hüter des Nordens nun auch den Sprung über den großen Teich geschafft hat und hier in Deutschland veröffentlicht wird. Sarah Beth Durst Debüt ist eine modernde Nacherzählung des skandinavischen Märchens Östlich von der Sonne und westlich des Mondes, dass den Leser in die eisige Arktis entführt.

Fernab der Zivilisation lebt die junge Cassie dort zusammen mit ihrem Vater auf einer Forschungsstation.   Kurz vor ihrem 18. Geburtstag begegnet das Mädchen einem sprechenden Eisbären, der behauptet, dass Cassie seine Braut ist und er sie nun zu seinem Eispalast begleiten müsse. Natürlich tut Cassie dies zuerst als blanken Unsinn ab, je länger sie dem Bären zuhört, desto eher glaubt sie ihm. Was wenn die alten Geschichten aus ihrer Kindheit wahr sind und ihre Mutter tatsächlich noch lebt und dringend Hilfe benötigt? Nur wenn sie eine Verbindung mit dem Eisbärkönig eingeht, könnte sie ihre Mutter vor den Trollen retten…  

ice_hüter_des_nordensWiderwillig zieht Cassie in das Schloss, nur um bald darauf zu erkennen, dass sich hinter der Gestalt des Eisbärens viel mehr verbirgt, als auf den ersten Blick erkennbar ist. Bär ist ein sogenannter Munaqsri, ein Hüter der Seelen und damit gleichzeitig auch ein Gestaltwandler. Seine Aufgabe ist es, sich der Seelen der toten Eisbären anzunehmen und sie auf Neugeboren zu übertragen. Zusammen mit den anderen Munaqsri dieser Welt sorgt er so dafür, dass das Gleichgewicht der Natur nicht durcheinander gerät.  

Nach und nach entwickelt sich ein zartes Band der Liebe zwischen den beiden, (wie könnte es auch anders sein? ;P) doch dann begeht Cassie einen folgenschweren Fehler und Bär muss sie für immer verlassen. Cassie findet sich mit diesem Schicksal nicht ab und macht sich auf auf eine gefährliche Reise, um ihren Ehemann aus den Klauen der Trolle zu befreien. Ihre Suche führt sie querdurch die Arktis, in die nördlichen Gefilde Kanadas und schließlich übers Ende der Welt hinaus, zum Palast östlich von der Sonne und westlich des Mondes…

Wenn ich den Roman mit einem einzigen Begriff umschreiben müsste, wäre das „nett“. Das Buch war nett und hat mich sehr gut unterhalten, einen bleibenden Eindruck wird es allerdings nicht hinterlassen. Dazu fehlte einfach noch das gewisse Etwas.

Dies mag unter Anderem an der geringen Länge der Geschichte liegen – mit seinen 291 Seiten ist Ice – Hüter des Nordens ja ein relativ kurzes Büchlein. Die Figuren sind ganz märchentypisch eher oberflächlich gehalten und aus diesem Grund sind einige ihrer Verhaltensweisen (wie zB. die plötzliche Anziehung zwischen Cassie und Bär) für den Leser nicht immer nachvollziehbar.   Überraschenderweise legt Ice – Hüter des Nordens weniger Wert auf die romantische Komponente als man aufgrund des Klappentextes und des Verlages vielleicht erwarten würde. Die Liebe zu ihrem Ehemann ist zwar der Grund für Cassies Reise, dennoch kommt auch der Abenteuer Aspekt nicht zu kurz.

Die Autorin scheint vor Beginn des Buches ausführlich recherchiert zu haben, denn Cassies beschwerliche Suche wird ausführlich und überzeugend geschildert und lässt eine winterliche Atmosphäre aufkommen. Das Buch ist praktisch prädestiniert dafür, an einem eisigen und stürmischen Winterabend gelesen zu werden. 😉

Fazit  

Ice – Hüter des Nordens ist eine kurzweilige Erzählung, an welcher vor allem Fans moderner Märchen Gefallen finden werden. 

Lisas Bewertung: 4 von 5 Sternen!

(Lisas Bewertungssystem: (1 = Zeitverschwendung, 2 = Nicht mein Fall, 3 = Okay, 4 = Überdurchschnittlich Gut, 5 = Lieblingsbuch)

Infos

Titel: Ice – Hüter des Nordens
Originaltitel: Ice
Autor/in: Sarah Beth Durst
Reihe:-
Genre: Märchen, Fantasy
Zielgruppe: Jugendliche
Verlag: Egmont Lyx

Redaktion von Beste Bücher


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