Annabel Pitcher: Schweigen ist Goldfisch

Rezension von Mona

„Schweigen ist Goldfisch“ ist ein Jugendroman aus dem Fischer Sauerländer Verlag, der im Mai 2016 erschien. Die Autorin Annabel Pitcher feierte bereits mit vorher erschienen Jugendromanen Erfolge und ist bekannt dafür, sich gesellschaftlich schwierigen Themen anzunehmen.

„Ich bin Pluto. Schweigend. Unerreichbar. Milliarden Meilen von allem entfernt, was ich zu kennen glaubte.“

Worum geht es in „Schweigen ist Goldfisch“? Die jugendliche Tess ist das, was man als Außenseiter bezeichnen könnte. Zumindest fast, denn sie hat eine beste Freundin, eine Seelenverwandte, die mit ihr den stressgeladenen Teenager-Alltag bestreitet. Eigentlich gefällt sich Tess in dieser Rolle relativ gut, bis sie erfährt, dass ihr Vater gar nicht ihr leiblicher Vater ist, worauf für Tess eine Welt zusammenbricht. Von der Situation überfordert hört sie auf zu sprechen und straft damit sich und ihre Umgebung. Doch ein Hoffnungsschimmer bleibt; der Gedanke an den leiblichen Vater, das perfekte Elternteil, das sie einfach voll und ganz verstehen muss. Eine Bezugsperson, mit der sie sich vollkommen identifizieren kann. Von dieser Sehnsucht getrieben, begibt sich Tess auf die Suche nach ihrem Vater.

Vorneweg muss ich leider anmerken, dass mir dieses Buch so gar nicht gefallen hat. Denn es erfüllt zwei Punkte, die es mir eigentlich unmöglich machen, ein Buch zu mögen. Erstens eine übermäßige Anhäufung von Klischees und zweitens ein Plot, der von so viel Nichtigkeiten umgeben ist, dass er einfach nicht vorankommt. Dabei ist der erste Punkt wohl meistens das Totschlagargument für mich.

Ich versprach mir von der Geschichte eine Menge. Interessante, facettenreiche Charaktere, das nachvollziehbare Seelenleben eines Teenagers, dem alle Sicherheit genommen wird und irgendeine zwischenmenschliche Weisheit, die zu einem authentischen Ende führt.

Die Nebencharaktere waren allesamt vollkommen austauschbar und hätten gut und gerne aus jedem anderen Buch dieser Kategorie stammen können. Unsere Protagonistin war, obwohl nicht sonderlich facettenreich, zumindest ein wenig glaubwürdiger. Glaubwürdig vor allem deshalb, da ich gewisse Charakterzüge Tess’ in Bekanntschaften meiner Jugend wiedergefunden habe; Genervtheit, pubertäre Aggressivität, Zickigkeit. Diese Eigenschaften schleppten sich durch das ganze Buch und kitzelten immer stark an meinem Geduldsfaden und auch an meiner Empathie. Also von den Charakteren bekam ich schon mal nicht das, was ich mir erhofft hatte.

Auch der Plot war nicht sonderlich originell, folgte einem Muster, das ich schon zig Mal gelesen habe und wollte nicht so recht vorankommen. Das ganze wurde mit einem Sack Highschool Klischees gewürzt und als jugendlicher Einheitsbrei serviert. Wie man sich wahrscheinlich vorstellen kann, litt darunter auch stark die Motivation, weiter zu lesen.

Leider sehr enttäuschend und dabei möchte ich unbedingt noch betonen, dass ich originelle und authentische Kinder- und Jugendbücher unglaublich gerne lese.

Fazit

Wer auf der Suche nach Originalität und dem gewissen Etwas ist, dem kann ich das Buch leider nicht empfehlen. Wenn man sich nicht an solchen Klischees und vorgefertigten Rollenbildern nicht stört, könnte die Geschichte eventuell lesenswert sein.