Jojo Moyes: Ein ganz neues Leben

Rezension von Marion

bestseller moyesEin ganz neues Leben gehört zu den Büchern, bei denen ich sehr lange unschlüssig war, ob ich es überhaupt lesen möchte. Für mich war es eher undenkbar, dass es eine gute Fortsetzung zu: ‚Ein ganzes halbes Jahr ‚geben kann. Zumal ich diesen Roman für mich immer als abgeschlossen betrachtet habe. Doch nun habe ich entschieden es doch zu lesen. Und ich muss sagen es verzaubert mich wieder. Jojo Moyes hat eine leicht verständliche und dennoch fesselnde Art zu schreiben. Sie beschreibt Louisas Gedankenwelt wirklich sehr erfrischend und lebensnah.

Louisa hadert nach Wills Tod selbst mit ihrem Leben, alles läuft in die falsche Richtung. Die Ablenkung durch die Parisreise währt nicht lange. Das Verhältnis zu ihren Eltern ist ein wenig angespannt, da keiner so Recht verstehen kann warum Sie Wills Willen zu sterben unterstützt hat. Zu guter letzt folgt ein Job in einer Flughafenbar, der Louisa zwar ein geringes Einkommen beschert, aber bestimmt keine Erfüllung bringt. Die Gedanken an Will sind immer noch zu schmerzlich. Als sie dann betrunken von ihrer Dachterasse stürzt( sie wurde aufgeschreckt), bekommt sie für kurze Zeit einen Eindruck wie es Will in seiner Hilflosigkeit ergangen ist.

Mir gefällt gut, dass hier keine rosarote Welt beschrieben wird. Louisa hat es nicht leicht, und das beschönigt Jojo Moyes auch in keiner Weise. Dennoch ahne ich schon, dass Louisas Leben nicht immer in dieser Sackgasse stecken bleiben wird. Der Sanitäter Sam, der sie nach ihrem Sturz versorgte, tritt in ihr Leben. Und etwas für mich sehr überraschendes tritt ein. Habe vor Lesebeginn gerätselt, was dieses Buch wohl für eine Überraschung parat hält. Möchte an dieser Stelle aber nicht zuviel verraten.

Während des lesen wird ebenso klar, dass Wills Entscheidung auch für seine Eltern enorme Schwierigkeiten bereit hält. So besteht immer noch die Möglichkeit, dass ein Verfahren eingeleitet wird. Auch Louisas Eltern werden von den Dorfbewohnern immer wieder auf Louisas Mittäterschaft angesprochen. Euthanasie ist nun einmal nach wie vor ein schwieriges Thema in der Gesellschaft. Schön sind auch die Rückblicke, die den ersten Teil wieder aufleben lassen. Will ist dadurch sehr präsent.

Die Charaktere sind den Lesern die den ersten Teil kennen ja schon vertraut. Übrigens glaube ich, dass auch Leser ohne Vorwissen sich durchaus an das Buch heranwagen dürfen. Auch Ihnen werden die Personen schnell ans Herz wachsen.Die Geschichte beschreibt nicht nur Louisas Schicksal, sowohl ihre Familie als auch die der Traynors, insbesondere Wills Eltern, kommt nicht zu kurz.

Fazit

Dieser Roman gehört für mich nun zu den Büchern, die ich nicht missen möchte. Er ist eine gelungene Fortsetzung zu „Ein ganzes halbes Jahr“. Für mich rundet er die Geschichte von Louisa und Will ab. Und dass, nachdem ich mich mit dem tragischen Ende des ersten Teils abgefunden hatte. Denke, dass das auch der Grund war, warum ich mich anfangs gegen die Fortsetzung gesträubt habe.
Ich bin froh, mich doch noch durchgerungen zu haben, denn das Ende lässt sogar Raum für die Vorstellung, dass es sogar einen weiteren Teil geben könnte…….

Auf eine Sternebewertung möchte ich hier bewusst verzichten, denn für mich hat dieser Roman die höchste Bewertung verdient, egal ob 5,6 oder 10 Sterne vergeben werden können