Bäuerlein, Tubali: Denken wie Einstein: Was wir von den klügsten Köpfen der Geschichte lernen können

Rezension von Annemarie

Denker wie Albert Einstein, Charles Darwin oder Leonardo da Vinci wecken unsere Bewunderung. Sie gelten als hochintelligente Genies, denen wir Normalsterblichen nicht das Wasser reichen können. Doch waren die großen Denker wirklich so viel intelligenter als wir – praktisch aus einer anderen Welt?

Theresa Bäuerlein und Shai Tubali meinen: Nein! Die großen Genies der Menschheit waren nicht unbedingt intelligenter und sehr viel begabter als der Rest der Menschheit – ein wesentlicher Grund für ihren Erfolg war ihre Denkweise. Die Genies wagten es, eingetretene Pfade zu verlassen, und komplett neue Pfade zu beschreiten – unabhängig davon, ob das Erforschte oder Entdeckte dem gängigen Weltbild entsprach und widersprach.

Anstatt die Taten der Genies zu analysieren und sich mit den neuen Erkenntnissen auseinanderzusetzen, versuchen die Autoren, zu erklären, warum die jeweilige Person zu so bahnbrechenden Erkenntnissen kam, was sie also im Denken von den weniger erfolgreichen Wissenschaftlern unterschied. In ihrem Werk schildern Bäuerlein und Tubali umfassend, wie die unterschiedlichen Persönlichkeiten dachten und wer sie waren. Dabei wird umfangreich auf ungewöhnliche Charakterzüge, die Eigenarten und Besonderheiten im Denken der Persönlichkeiten eingegangen. Die unterschiedlichen vorgestellten grandiosen Denker wurden dabei epochenunabhängig ausgewählt. Von Sokrates über Leonardo da Vinci bis hin zur Genetikerin Barbara McClintock ist eigentlich alles dabei.

Rezension

Zunächst ein großes Lob: Am Inhalt dieses Buches ist absolut nichts auszusetzen. Er ist ausgesprochen genau, umfassend und mit viel Mühe recherchiert worden. Etwas Grundsätzliches jedoch vorweg: Wer den Titel wörtlich nimmt und meint, nach der Lektüre dieses Werkes mit weltbewegenden Entdeckungen oder Erfindungen in die Geschichte einzugehen, wird aller Wahrscheinlichkeit nach enttäuscht werden. Denn dieses Buch ist keine Anleitung, ein Genie zu werden – auch ist eine ungewöhnliche Denkweise nicht das einzige Kriterium, das ein Genie zu einem Genie macht.

Vielmehr werden das Ich und die Denkweise der berühmten Genies offengelegt. So wird ein zumindest halbwegs ausgeprägtes Interesse an diesen Personen vorausgesetzt.

Allerdings kann man aus diesem Buch schon fürs Leben lernen. Es lehrt, alte eingefahrene Denkmuster, á la „das war schon immer, also muss das auch richtig sein“ zu hinterfragen und auf neuen, nicht ausgetretenen Pfaden zu wandern. Teilweise werden im Buch auch direkte Ratschläge gegeben, was man aus dem Denken des jeweiligen Genies für sein eigenes Denken und Handeln lernen kann. So hat dieses Werk, das beim Lesen zunächst einen sehr theoretischen Eindruck macht, teilweise durchaus praktische Anleitungen fürs eigene Leben. Einen Großteil der Schlüsse muss man sich allerdings schon allerdings erschließen.

Fazit

Für Personen, die gerne nachdenken und einmal anders an Probleme herangehen wollen und auf andere Weise Lösungen für Fragen finden wollen, eine gute Anregung.