Jungen / Porombka: Deutsche Nullen: Sie kamen, sahen und versagten

Rezension von Annemarie

Die Geschichtsbücher sind voll von den glorreichen Aktionen bedeutender Staatsmänner. Doch gab es wirklich nur diese tollen, wunderbaren Helden? Gab es keinen einzigen, der etwas mal so richtig in den Sand gesetzt hat? Doch, solche Leute gab es auch, und zwar mehr, als man glauben mag – es gab sogar richtige chronische Versager.

Nur werden diese Nullen von den Geschichtsbüchern glorreich ignoriert. Dieses Buch widmet sich nun den Deutschen, die ihre Arbeit – nun ja – eher suboptimal erledigt haben. Ironisch, oft auch mit liebenswerter Flapsigkeit, werden das Leben und die (Un-)Taten von insgesamt 17 (nicht ganz so) glorreichen deutschen Persönlichkeiten erzählt. Jeder Person ist ein Kapitel gewidmet. Chronologisch nach der Zeit, in der die jeweilige Person ihre machtvollste Phase hatte, werden die Menschen/Männer genannt – von Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute sind viele bekannte Personen, u.a. Kaiser Wilhelm II. und Egon Krenz, dabei , aber auch einige unbekanntere „Nullen“.

Die Kapitelüberschriften tragen jedoch nicht die Namen der „Deutschen Nullen“, sondern primär eine auf diese Person zutreffende Bezeichnung. So gibt es etwa den „Zauderzwerg“, „das letzte Einhorn“, den „Dammhirsch“ oder den „Tantenschreck“. Wer sich dahinter verbirgt? Lest selbst!

Rezension

Gleich vorweg: Wer über die Geschichte der letzten 150 Jahre kein einigermaßen solides Grundwissen hat, wird viele der Geschehnisse nicht richtig einordnen können und mit diesem Buch daher vermutlich auch nicht glücklich werden. Die Idee, ein Buch über deutsche Versager zu schreiben, ist aus meiner Sicht jedoch eine sehr gute, verdeutlicht sie doch, dass in der Geschichte nicht alles entweder glorreich oder furchtbar verlief, sondern, dass auch viele Leute, die glorreich an die Macht kamen, ganz schönen Unsinn verzapft haben. So beschreibt dieses Buch satirisch die Aktionen der einzelnen Personen.

Im Grunde genommen ist das ganze Buch eine einzige Satire. Mit viel Ironie und Liebe zum Detail machen sich Junge und Porombka über die einzelnen Personen lustig. Und genau das hat mich offen gesagt auch an diesem Buch gestört. Es wird viel über die Personen hergezogen – dass sie sicherlich auch Positives geleistet haben und positive Eigenschaften hatten, wird völlig unter den Tisch gekehrt.

So ist auch klar, dass dieses Buch absolut subjektiv geschrieben ist und den Schwerpunkt weniger auf geschichtlicher Korrektheit hat, als auf einem hohen Unterhaltungswert. Wer dies aber akzeptiert, hat mit diesem Werk eine unterhaltsame Lektüre, die viele spannende und zum Teil auch kuriose Einzelheiten aus dem Leben nicht ganz so perfekter Persönlichkeiten enthält.

Fazit

Für alle geschichtlich Interessierten, die ein satirisches, lustiges und nett zu lesendes Werk zur Unterhaltung suchen, sehr gut geeignet.