Rezension von Maren

Inhalt

Diese Geschichte könnte man auch Wettkampf mit der Zeit nennen, denn darum geht es in diesem Buch.

Kate erhält nach gescheitertem Wettkampf um einen Stipendiumsplatz mit ihrem ewigen Schulkontrahenten Trevor endlich eine Stelle als Statistikerin in der Tuberkuloseklinink im Washington Memorial Hospital. Doch kein Geringerer als Trevor ist von jetzt ab ihr Chef. Die Frage bleibt, ob  die Wettkämpfe weitergehen werden, denn er hat ihr angekündigt, dass er jemanden an seiner Seite braucht, der genauso aufs Gewinnen versessen ist wie er!? Eigentlich wäre Kate da genau die Richtige, doch mittlerweile haben sie beide ziemliche Schicksale erlebt und sie geprägt. Für Kate bedeutet diese Stelle eine Herausforderung, denn die Konkurrenz schläft nicht und als dann verschiedene Anschläge geschehen, ist beider Leben nicht mehr sicher.

Rezension

Elizabeth Camden versteht es, den Leser auf eine gefühlvolle, traurige und  herzzerreißende Reise in die ersten Forschungstage der Tuberkulose ( damals bekannt als Schwindsucht) mitzunehmen, wo diverse Versuche an Patienten ausgeübt wurden, die nicht alle gut ausgingen. Gleichzeitig scheint Trevor ein großes Geheimnis mit sich zu tragen, denn er wirkt nach außen immer ziemlich reserviert und gefühlskalt, aber Kate wäre nicht Kate, denn sie hat es schon immer verstanden, so lange zu wetteifern, so lange zu bohren, bis sie ihr Ziel erreicht.

Hier erlebt man die traurigen Schicksale der Patienten, wie man versucht, ihnen auf jede erdenkliche Weise zu helfen, ein Serum zu finden, dass ihnen hilft, diese schreckliche Krankheit zu überwinden, doch gleichzeitig auch immer wieder mit Rückschlägen kämpfen zu müssen. Auch die Anschläge auf Trevors Arbeit, der Gegenwind der Regierung, die Hetzkampagnen in den Zeitungen und der Allgemeinheit setzen ihm sehr zu und er kämpft mit Herzblut und bis zum bitteren Ende.

Wirkte er während der Schulzeit  auf alle wie ein kurioser Einzelgänger, ohne Freunde, gefühlskalt und nur in den Wettkämpfen mit Kate aufblühend, so lernt im Laufe der Geschichte seine wahre Seite kennen, die einen zu Tränen rührt, wenn man die ganzen Hintergründe kennt.

Eine Aussage von Kate gefiel mir ganz besonders.“ War das nicht genau das, was den Glauben ausmacht? Trotz Ungewissheit zu vertrauen? Ein Leben voller Sinn und Erfüllung lag vor ihr, wenn sie nur mutig genug war, den Schritt ins Ungewisse zu wagen.“

Und genau das hat die Autorin schön rüber gebracht. Zweifel kommen bei solch einer Arbeit durchaus, das hat man bei beiden gemerkt. Auch die Hintergründe zu Trevors Arbeit versteht man umso besser, und dass beide deswegen Angst haben, sich ihren Gefühlen zu stellen, ist nur nachvollziehbar. Doch der Glaube und das Vertrauen zu Gott ist auch in diesem Buch immer wieder Thema. Das Hadern, warum er solche Schicksale zulässt, oder ob er einfach andere Pläne hat, die man als kleiner Mensch nicht immer nachvollziehen kann?

Was mich ein wenig gestört hat, war Kates teilweise etwas zu übertriebene Neugierde, ihr Einmischen in bestimmte Bereiche, wo sie einfach mehr Geduld hätte haben müssen, ihre zu schnell gefassten Vorurteile oder Vorstellungen. Auch wenn sie selbst trauriges erlebt hat, hat sie sich manchmal etwas zu sehr in das Leben anderer eingemischt, auch wenn es gut gemeint war. So hat sie Trevor damit oft in die Enge getrieben und seine Reaktionen darauf sind dann nur allzu verständlich. Andererseits verschließt sie die Augen vor Dingen, die möglich sind, wo sie endlich Mut zeigen kann und dann doch einen Rückzieher macht. Das ist für mich ein wenig unausgeglichen gewesen und hat teilweise etwas genervt.

Auch Trevors Verhalten zu seinem Vater ist meines Erachtens nach allem, was passiert ist, zu schnell abgewickelt gewesen, das hat zu seinem sonstigen Verhalten nicht gepasst.

Fazit


Doch alles in allem hab ich mich gut unterhalten gefühlt, es ist durchaus interessant, wie man eine romantische Geschichte in ein solch dramatisches gesundheitliches Thema einbindet und dabei den Glauben an Gott mit einbezieht.