A Girl Named Josie

„A Girl Named Josie“ ist ein Roman, der nicht auf große Gesten setzt, sondern seine Wirkung aus innerer Spannung bezieht. Kristina Moninger erzählt von einer Rückkehr, die längst fällig ist, und von einer Frau, deren Vergangenheit sie nicht loslässt.

Josie kehrt nach Harbour Bridge zurück, an einen Ort, an dem längst nicht alles vorbei ist, nur weil die Zeit weitergelaufen ist. Dort muss sie sich nicht nur mit alten Geheimnissen und offenen Fragen auseinandersetzen, sondern auch mit ihrer Beziehung zu Andrea und den Folgen dessen, was sie hinter sich lassen wollte. Der Roman verbindet Gegenwart und Vergangenheit, arbeitet mit Rückblenden und Zeitsprüngen und stellt Josie als Figur in den Mittelpunkt, die zwischen Flucht, Schuld und Neubeginn steht.

Gerade diese Hauptfigur prägt den Eindruck des Buchs. Josie ist keine glatt polierte Heldin, sondern eine widersprüchliche Frau mit Ecken, Kanten und sichtbaren Verletzungen. Das macht sie nahbar, manchmal aber auch sperrig – im besten Sinn. Moninger nimmt sich Zeit, diese Vielschichtigkeit auszuleuchten, und verzichtet auf einfache Lösungen. Dadurch entsteht ein Roman, der stärker an inneren Konflikten interessiert ist als an bloßer Handlung.

Auch der Ton des Buchs bleibt konsequent ernst und gefühlsgeladen, ohne in dauernde Schwere zu kippen. Die Rückblenden geben der Geschichte Tiefe und erschließen nach und nach Zusammenhänge, die das Gegenwärtige verständlicher machen. Das sorgt für einen gleichmäßigen, oft dichten Lesefluss, der weniger von Überraschungen als von der Frage lebt, wie sich Josies Leben, ihre Erinnerungen und die alten Verbindungen miteinander verknüpfen. Dabei bleibt die Spannung spürbar.

Als abschließender Band der Breaking-Waves-Reihe hat „A Girl Named Josie“ den Anspruch, Fäden zusammenzuführen und offene Linien zu schließen. Das gelingt vor allem über Atmosphäre und Figurenzeichnung: Harbour Bridge wirkt nicht nur als Kulisse, sondern als Ort mit Gedächtnis. Wer die Reihe kennt, wird die Rückkehr vertrauter Namen und Konflikte besonders schätzen; wer neu einsteigt, merkt schnell, dass vieles auf Vorgeschichten beruht. Genau darin liegt auch der Reiz des Romans.

Drei Gründe, dieses Buch zu lesen – und ein möglicher Einwand: Erstens lebt der Roman von einer komplexen Hauptfigur, die nicht auf einfache Sympathie angelegt ist, sondern gerade durch ihre Widersprüche gewinnt. Zweitens entfaltet die Mischung aus Gegenwart, Rückblenden und alten Geheimnissen eine dichte Atmosphäre, die das Lesen trägt. Drittens liefert der Band einen runden Abschluss innerhalb der Reihe. Wer jedoch eine strikt lineare, schnelle Handlung erwartet, könnte die ruhige, psychologisch geprägte Erzählweise als zu breit angelegt empfinden.

Drei Gründe, dieses Buch zu lesen – und ein Grund, es nicht zu tun

Drei Gründe, dieses Buch zu lesen – und ein möglicher Einwand: Erstens lebt der Roman von einer komplexen Hauptfigur, die nicht auf einfache Sympathie angelegt ist, sondern gerade durch ihre Widersprüche gewinnt. Zweitens entfaltet die Mischung aus Gegenwart, Rückblenden und alten Geheimnissen eine dichte Atmosphäre, die das Lesen trägt. Drittens liefert der Band einen runden Abschluss innerhalb der Reihe. Wer jedoch eine strikt lineare, schnelle Handlung erwartet, könnte die ruhige, psychologisch geprägte Erzählweise als zu breit angelegt empfinden.

Buchdaten

  • Autor: Kristina Moninger
  • Verlag: Forever
  • Preis: 15,99 €
  • ISBN: 9783989780736

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Rezension von Sandrine