
„The Deal“ führt mitten ins College-Umfeld und setzt auf eine vertraute, aber wirkungsvolle Ausgangslage: Zwei Menschen begegnen sich mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und entdecken schnell, dass aus einer praktischen Vereinbarung mehr werden kann als erwartet. Der Roman erzählt diese Annäherung leichtfüßig, mit Humor und einem spürbaren Interesse an den Unsicherheiten, die hinter einer selbstsicheren Fassade liegen.
Im Kern lebt der Roman von der Beziehung zwischen Hannah und Garrett. Aus einem nützlichen Deal entwickelt sich Schritt für Schritt eine Verbindung, die nicht nur auf Gegenseitigkeit beruht, sondern auch auf Neugier, Vertrauen und wachsender Vertrautheit. Dadurch bekommt die Geschichte von Beginn an mehr als nur romantische Reibung: Sie verbindet Flirt, Zweckgemeinschaft und emotionale Entwicklung zu einem sehr zugänglichen Ganzen.
Besonders überzeugend ist, dass die Figuren nicht bloß Funktionen innerhalb eines bekannten Genreschemas bleiben. Hannah wirkt durchsetzungsstark, witzig und klar in ihren Reaktionen, während Garrett hinter seinem sicheren Auftreten eine verletzlichere Seite zeigt. Genau dieser Kontrast macht viele Szenen lebendig. Die Dialoge sind flott, gelegentlich frech und oft genau dann stark, wenn zwischen den Zeilen mehr mitschwingt als offen ausgesprochen wird.
Auch das College-Setting ist mehr als eine neutrale Kulisse. Es erzeugt einen sozialen Raum, in dem Status, Leistung, Anerkennung und Zugehörigkeit eine wichtige Rolle spielen. Das gibt der Liebesgeschichte spürbare Spannung und verankert sie gut in der New-Adult-Welt. Der Roman wirkt dabei jugendlich, direkt und emotional nahbar, ohne sich ständig auf große Zuspitzungen zu verlassen. Wer genau diesen Ton schätzt, findet hier eine sehr runde Mischung aus Leichtigkeit und Gefühl.
Die Sprache liest sich angenehm flüssig, und die Handlung bleibt so strukturiert, dass man gut im Text bleibt. Längen entstehen kaum, weil die Kapitel zügig voranschreiten und die Figurenkonstellation den Roman trägt. Gleichzeitig lässt sich nicht leugnen, dass die Geschichte auf vertrauten Mustern aufbaut. Vieles ist früh absehbar, was den Lesefluss zwar nicht stört, aber den Überraschungseffekt begrenzt. Für Leserinnen und Leser, die gerne vor allem das Zusammenspiel der Figuren genießen, funktioniert das dennoch sehr gut.
Am Ende überzeugt „The Deal“ vor allem durch seine Balance: Der Roman ist unterhaltsam, warmherzig und emotional ausreichend nuanciert, um über den ersten Eindruck einer leichten College-Romanze hinauszugehen. Gerade weil er nicht permanent auf Konflikt oder Drama setzt, kann er seine stärksten Momente in kleinen Begegnungen, in Blicken, Gesprächen und wachsendem Vertrauen entfalten. Weniger stark ist er dort, wo die Handlung zu deutlich auf bekannten Wegen bleibt. Trotzdem bleibt der Gesamteindruck positiv und stimmig.
Drei Gründe, dieses Buch zu lesen – und ein Grund, es nicht zu tun
Drei Gründe, dieses Buch zu lesen – und ein Grund, es nicht zu tun: Erstens sorgt die Dynamik zwischen Hannah und Garrett für viel Tempo, Witz und spürbare Anziehung. Zweitens verleiht das College-Umfeld der Geschichte ein glaubwürdiges, lebendiges Umfeld, das die Romanze trägt. Drittens bietet der Roman eine leichte, aber emotional gut nachvollziehbare Tonlage, die vielen Romance-Fans gefallen dürfte. Ein möglicher Einwand: Wer eine wirklich ungewöhnliche Geschichte oder starke formale Risiken sucht, wird hier eher eine sicher erzählte, genretypische Liebesgeschichte finden.
Buchdaten
- Autor: Elle Kennedy
- Verlag: Piper
- Preis: 22,00 €
- ISBN: 9783492075312
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Rezension von Noel

