Biografie – August Wilhelm von Schlegel

Biografie – August Schlegel: Als Autor erfolglos, als Übersetzer Weltklasse.

August Wilhelm von SchlegelAugust Wilhelm von Schlegel war ein deutscher Schriftsteller, Philologe, Übersetzer und Philosoph. Schlegel ist einer der Begründer der deutschen Romantik in der Literatur und der altindischen Philologie.

Schlegel wurde 1767 als vierter Sohn eines evangelischen Pastors, J. A. Schlegel, in Hannover geboren. Er studierte Theologie und Philologie in Göttingen. Während seiner ersten Anstellung als Hauslehrer in Amsterdam fand Schlegel bereits Zeit, als Literaturkritiker und Rezensent erste Erfahrungen mit dem Literaturbetrieb zu gewinnen. Über die frühen Jahre Schlegels ist wenig bekannt. Um so bekannter ist jedoch seine Zeit in Jena, wo er zwischen 1795 und 1801 wirkte, davon die letzten drei Jahre als Professor. In diesen Jahren begründete er gemeinsam mit seinen Mitstreitern die deutsche Romantik in der Literatur. Seine Mitstreiter bildeten indes einen illustren Kreis bis heute bekannter Literaturgrößen: Allem voran Johann Gottlieb Fichte, Novalis (Georg Philipp Friedrich Freiherr von Hardenberg), sein Bruder Friedrich Schlegel, dessen Frau und andere.

1798 gründete er gemeinsam mit seinem Bruder die Literaturzeitschrift „Athenaeum“, welche als Sprachrohr der Frühromantik die Ideen des Kreises einer breiteren Fachöffentlichkeit zugänglich machen sollte. Die Zeitschrift musste jedoch schon zwei Jahre später, nach der Veröffentlichung von insgesamt 6 Ausgaben, wieder eingestellt werden. 1803 gab Friedrich Schlegel jedoch als Fortsetzung die Zeitschrift „Europa“ heraus.

1797 begann August Schlegel damit, Shakespeares Dramen ins Deutsche zu übersetzen. In 13 Jahren veröffentlichte er 14 Stücke des englischen Großmeisters der Literatur (Z. B. Hamlet, Julia und Romeo). Die sorgsam durchgeführte Übersetzung ist bis heute die deutsche Standardversion dieser Shakespeare-Übersetzungen.

1801 siedelte Schlegel nach Berlin über, wo er bis 1804 eine später veröffentlichte und bis heute bekannte Vorlesungsreihe „Über schöne Literatur und Kunst“ hielt. Der zentrale neue Gedanke der Vorlesungsreihe bestand darin, dass er die Literaturepochen vom Altertum bis zu der damaligen Neuzeit als im Prinzip ebenbürtig nebeneinander stellte.  Seine eigenen Werke sind bis heute beim Publikum eher erfolglos geblieben, von Literaturkritikern werden sie weitgehend, jedenfalls im Vergleich zu anderen Literaten seiner Epoche, ignoriert. Bedeutsam sind deshalb insbesondere seine Beiträge für die Literatur auf der theoretisch-dogmatischen Ebene sowie seine Übersetzungen, die bis heute Maßstäbe setzen.

Von seiner 1796 angetrauten Frau, der Schriftstellerin Caroline Schlegel, einer Göttinger Professorentochter die im Laufe der Jahre mit verschiedenen Autoren liiert war, trennte sich August Schlegel 1803. Danach war er knapp 15 Jahre lang der Hausfreund der sog. Madame de Staël. Er begleitete die Frau auf verschiedenen Reisen durch Europa und Russland. Schlegel, der als einer der wichtigsten Literaten seiner Zeit mit den maßgeblichen Schriftstellern seiner Epoche wie Fichte, Goethe, Schelling und Humboldt verkehrte, erwies sich als ein glühender Verehrer des von ihm übersetzten Shakespeare, den er neben Dante und Cervantes als Wegbereiter der modernen Poesie betrachtete.

1818 wurde er in Bonn zum Literaturprofessor berufen und zählte zeitweise auch Heinrich Heine zu seinen Schülern. Wenig erforscht ist Schlegels wohl kaum ertragreiches Bemühen um die Erforschung angeblicher Zusammenhänge zwischen Linguistik und Rassentheorien „Blutsreinheit“, das in diese Zeit fällt. Eventuelle moralische Urteile hierzu sollten aber berücksichtigen, dass derlei Gedankengut damals verbreitet war und es erst einer bis heute andauernden Aufklärung bedurfte, bis man die Irrwege in Puncto Rassenlehre erkannte. Heute gilt schon der Begriff „Rasse“ als irreführend und unwissenschaftlich, damals war dies  nicht der Stand des Diskurses zum Thema (→ Vergleiche die dreisten Rassenaussagen bei Cervantes, die bei einem heute veröffentlichten Werk einen Sturm der Entrüstung auslösen würden).

Über die Jahre wurden dem Schriftsteller verschiedene Ehrungen zuteil. So wurde er 1815 in den Adelsstand erhoben, 1831 wurde er Ehrenmitglied der Preußischen Akademie der Künste. Die Ehrbezeugungen scheinen ihm einigermaßen zu Kopf gestiegen zu sein: Persönlich galt Schlegel insbesondere in seinen späteren Jahren als egozentrisch, so dass er mitunter Ziel von Hohn und Spott wurde. Heute sind seine ewigen Bestseller teilweise als kostenlose eBooks oder in html-Format frei verfügbar (Vgl. Wikisource).

August Wilhelm von Schlegel starb 1845 in Bonn und ist ebenda bestattet.

Rahmendaten:

Geboren am 8. September 1767

Geboren in Hannover

Gestorben am 12. Mai 1845 in Bonn

Zitate, die Schlegel zugesprochen werden:

„Genialischer Übermut reißt leicht zu wilden Ausschweifungen.“

„Die Gesellschaft ist ein unentbehrliches Mittel zur Bildung.“


Autor: Beste Bücher

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