Biografie – Edgar Rice Burroughs

Biografie – Edgar Rice Burroughs: Der kaum bekannte Autor von Tarzan und John Carter

Edgar Rice Burroughs_BiografieEdgar Rice Burroughs war ein US-amerikanischer Autor und der Schöpfer von „Tarzan“ und „John Carter“. Insbesondere die Dschungelstory von „Tarzan“ ist bis heute weltweit Kindern und Erwachsenen gleichermaßen ein Begriff. Trotz der enormen Bekanntheit seiner Werke ist der Name des Autoren selbst, im deutschsprachigen Raum auch Literaturinteressierten kaum bekannt.

Burroughs wurde in Chicago als Sohn des Unternehmers und Bürgerkriegsveteranen George Tyler Burroughs und der Lehrerin Mary Evaline Zieger geboren. Er besuchte Privatschulen in Chicago und lebte als Kind während der Influenza-Epidemie von Chicago zeitweise auf einer Ranch seines Bruders am Raft River in Idaho. Sein zweiter Vorname stammt von seiner Großmutter, Mary Rice Burroughs. Er schrieb sich zunächst an der Phillips Academy in Andover, Massachusetts ein und besuchte danach die Michigan Military Academy. Nach seinem Abschluss 1895 trat er in die Armee ein. Er wurde der 7. US-Kavallerie in Fort Grant, Arizona, zugeteilt. Als ihm die Offizierslaufbahn wegen eines Herzfehlers verweigert wurde, verließ er enttäuscht die Armee vorzeitig im Jahr 1897 und lebte die nächsten beiden Jahren wieder auf der Ranch in Idaho. Danach zog er zurück nach Chicago wo er zunächst für seinen Vater arbeitete. 

Am 1.1.1900 heiratete er Emma Hulbert, die er bereits seit Jugendtagen kannte. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor, zwei Söhne und eine Tochter. 1904 zog Burroughs abermals nach Idaho. Da die Ranch inzwischen von der Familie aufgegeben worden war, versuchte sich Burroughs zunächst als Goldgräber, hatte jedoch keinen Erfolg. In Salt Lake City diente er danach für kurze Zeit als Eisenbahnangestellter, doch auch diese Tätigkeit gab er alsbald wieder auf. Zurück in Chicago versuchte er sich in unterschiedlichen Jobs, erwarb zuletzt einen Handel für Bleistiftanspitzer und scheiterte auch damit.

Burroughs hatte zu dieser Zeit, 1911/1912, den Einfall, eine Erzählung für das Chicagoer All-Story-Magazin zu schreiben. Er veröffentlichte dort unter einem Pseudonym die Fortsetzungsgeschichte „Dejah Thoris, Princess of Mars“.  Die Erzählung war immerhin ein leidlicher Erfolg, ebenso wie die darauffolgende Geschichte. Der dritte Versuch wurde jedoch ein fulminanter Erfolg, wie er bis heute nur wenigen Schriftstellerin vergönnt gewesen ist: Der spätere Bestseller „Tarzan of the Apes“ ist bis heute untrennbar mit dem Autor verbunden, und war von Beginn an als Fortsetzungsstory konzipiert.

Schon zu Lebzeiten wurde „Tarzan“ ein phänomenaler Bestseller. Burroughs kam zu Wohlstand und erwarb ein großes Landareal im Norden von Los Angeles, auf dem seit 1927 die Gemeinde Tarzana steht. Schon früh bemühte sich der geschäftstüchtige Burroughs darum, das „Tarzan“ auf verschiedenen Wegen vermarktet wird. Heute ist „Tarzan“ unter anderem als Hörspiel, als eBook, als Musical, als Theaterstück und natürlich in verschiedenen Filmadaptionen verfügbar. Ab 1923 begann er, seine Bestseller auf eigene Rechnung zu verlegen. Zu diesem Zweck gründete er eine entsprechende Gesellschaft. Burroughs war als Schriftsteller sehr produktiv. Die Zahl seiner Werke wird, je nach Quelle, zwischen 70 und 80 Büchern angegeben.

Sein Schaffen wurde von der Literaturkritik zu Burroughs Lebzeiten weitgehend abgelehnt oder nicht ernst genommen. Das Publikum liebte die fantastischen Erzählungen dafür umso mehr und heute gehört insbesondere „Tarzan“ zu den Ikonen der fantastischen Literatur. Unter Literaturwissenschaftlern wird das ambivalente Verhältnis des Autors zur Sexualität diskutiert. Obwohl seine Bestseller von nackten, schönen Frauen bevölkert werden und insbesondere angedrohte sexuelle Gewalthandlungen an die einhundert Male zu verzeichnen sind (Durch Marsianer, Affen, Sultane etc.) kommt es nie, auch nicht andeutungsweise, zu normalen sexuellen Beziehungen zwischen den Protagonisten. Die Gründe dafür sind unklar und führten zu den abwegigsten Ferndiagnosen der Kritiker.

Heute ist Burroughs vor allem für seine Science-Fiction Werke bekannt.  Doch schrieb er auch historische Romane und Western, die allerdings vom Publikum zurückhaltender aufgenommen wurden.

In den 1930er Jahren begannen die privaten Probleme des zeitweise unter Depressionen leidenden Burroughs. Die Ehe scheiterte und er heiratete kurz darauf Florence Dearholt und adoptierte deren beiden KInder. Dearholt war die frühere Frau seines früheren Freundes Ashton Dearholt. Diese Ehe hielt sieben Jahre. 1941 meldete sich Burroughs nach dem verheerenden Luftangriff auf Pearl Harbor freiwillig als Kriegsreporter, er lebte zu dieser Zeit ohnehin auf Hawaii. Nach dem Krieg waren ihm nur noch wenige Jahre vergönnt.

Burroughs, bei dem schon in jungen Jahren Herzprobleme diagnostiziert wurden, erlag 1950 in Encino, Kalifornien, einem Herzanfall.

Rahmendaten:

Geboren am 1. September 1875

Geboren in Chicago, USA

Gestorben am 19. März 1950 in Encino, Kalifornien, USA

Burroughs Bücher, die man gelesen haben muss:

 

 

 

 

 

 

Zitate, die Burroughs zugeschrieben werden:

„In einer Sache wenigstens sind die Marsianer glückliche Leute: Sie haben keine Anwälte“

„Die Existenz ist nicht die Heilung. Sie ist das Problem“


Autor: Beste Bücher

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