Bast, Oehler-Austin: Hannoversche Geheimnisse

hannoversche geheimnisseRezension von Annemarie

Inhalt

Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes. In ihm werden Hannovers ungewöhnliche und kuriose Sehenswürdigkeiten zusammengetragen. Dabei werden die bedeutenden Sehenswürdigkeiten Hannovers ausnahmsweise einmal ganz außer Acht gelassen und das Augenmerk wird auf die kleinen Besonderheiten Hannovers, denen sonst niemand Beachtung schenkt, gelenkt. Endlich wird aufgedeckt, wie es zu solchen ungewöhnlichen Konstruktionen kam.

Wer hätte etwa gedacht, dass hinter einem simplen großen Stein, der etwas deplatziert mitten auf einer Brücke steht, eine jahrhundertelange Geschichte steckt? Und wer weiß, wo des Mädchens gedacht wird, das sich durch das Korsett zu Tode geschnürt hat? Weshalb ist auf Hannovers zentralster Kirche, der Marktkirche, ein jüdischer Stern zu finden? Und warum kann ich, wenn ich auf Gleis fünf am Bahnhof aussteige, überall sein, nur nicht in Hannover? Auf all diese Fragen (und noch viele mehr) gibt dieses Buch eine Antwort.

Jedes Kapitel umfasst ca. 5-10 Seiten und behandelt jeweils eine der etwas anderen Sehenswürdigkeiten. Reich bebildert und mit einer genauen Ortsangabe versehen, wird seine Geschichte, wie es zu dessen Entstehung kam, detailreich erzählt. Am Ende jedes Kapitels steht eine kurze aber präzise Ortsangabe, wie genau man zu dem jeweiligen Ort kommt.

Rezension

Ich gebe zu: So ganz objektiv schreibe ich über das Buch nicht. Ich komme aus der Nähe von Hannover und war daher schon oft in der Stadt. Das bedeutet aber nicht, dass ich jede Ecke von Hannover oder auch nur alle Stadtteile kenne. Und ich muss leider sagen, dass ich das Buch für Menschen, die mit Hannover nicht viel am Hut haben, für eher ungeeignet halte.

Hannoveraner werden in diesem Buch einen tollen Schatz finden, mit vielen ungewöhnlichen und spannenden Geschichten. Es ist wie ein Reiseführer, der einlädt, das eigentlich doch schon sehr gut bekannte Hannover noch einmal neu zu entdecken. Einfach mal zwischendurch beim Weg durch die Stadt einen Abstecher zu machen und sich an der einen oder anderen Skurrilität zu erfreuen – oder Bekannte, die zu Besuch sind, mit einer etwas anderen Stadtführung zu überraschen. Dazu eignet sich dieses Buch toll.

Für den hingegen, der Hannover nicht oder nur kaum kennt und allenfalls einen Tagestrip nach Hannover plant, ist das Buch aus meiner Sicht hingegen doch eher ungeeignet. Die angesprochenen Orte liegen nun einmal weit über das Stadtgebiet der über eine halbe Million Einwohner fassenden Stadt verteilt. Da ist es an einem Tag unmöglich und viel zu stressig, auch nur die Hälfte der genannten Skurrilitäten aufzusuchen. Die Beschreibungen der etwas anderen Sehenswürdigkeiten machen aber dermaßen viel Lust, die Orte auch live zu sehen, dass es einfach sinnlos wäre, die Lokalitäten nicht auch aufzusuchen. Das ist, wie wenn man einen Reiseführer über eine Stadt durchliest, die Stadt aber nie aufsucht.

Fazit

Für Hannoveraner und die, die öfters in Hannover sind, ein tolles Buch, für alle anderen eher suboptimal geeignet.