Clive Barker – „Absolute Midnight“

Rezension von Lisa

„The waiting is over. Tomorrow there will be no dawn. Only midnight, absolute and eternal.“

Inhalt

“I know that many of you here have waited years for this Hour,” Mater Motley said, using that voice that, though it was barely conversational in volume, was somehow heard everywhere. “The waiting is over. Tomorrow there will be no dawn. Only midnight, absolute and eternal.” And so begins a new chapter in the epic story of sixteen-year-old Candy Quackenbush and her journeys through the world of the Abarat, where every hour is an island in one eternal day, and nothing is as it seems.

Candy travels through the Abarat from island to island and across the sea with an unlikely band of friends: the escaped prisoner Malingo the Geshrat, the quarrelsome John Brothers, who all share the same body but never the same opinion, and the many other colorful characters they meet along the way. The problem is that trouble finds Candy wherever she goes. And soon she discovers a secret plot, masterminded by the diabolical Mater Motley, who is obsessed with becoming Empress of the Islands. Her method is simple. She will darken the skies, putting out the suns, moons, and stars. She will bring absolute midnight.

Auf den ersten Blick

Wie bei den vorherigen Büchern ist auch dieses Mal wieder ein Bösewicht auf dem Cover abgebildet. Die Aufmachung im Inneren des Buches ist mit einem Wort fantastisch! Es wurden über 125 großformatige, farbige, vom Autor selbst gemalte Gemälde auf dickes Hochglanzpapier gedruckt. Für so eine hochwertige Aufmachung ist der Preis von 17,95€ ein echtes Schnäppchen! Selten macht das Durchblättern und das Buchlesen so viel Spaß wie hier.

Zum Vergleich: die deutsche Ausgabe kostet bei gleichem Inhalt stolzewucherpreisige 78(!!!)€ und die günstigere deutsche Taschenbuchausgabe enthält lediglich einen Bruchteil der Illustrationen in Schwarz-Weiß. Eine Schande! Die schrillen, grotesken und skurrilen Bildern sind bei Abarat wesentlich mehr als nur „schmückendes Beiwerk“, sondern verleihen der Erzählung erst ihren besonderen Reiz.

Bleibt hinter den Erwartungen zurück…

Vor ca. 2 Jahren habe ich die beiden ersten Bände der Reihe mit großer Begeisterung gelesen. Ganz nüchtern und rein von der schriftstellerischen Qualität her betrachtet hätten die Bücher die Höchstwertung wohl nicht verdient. Darauf kommt es letztendlich aber auch gar nicht an.
Ein Roman kann handwerklich noch so gut gemacht sein, wenn das „gewisse Etwas“ fehlt, wird mich die Geschichte trotzdem niemals begeistern können. Und genau aus dem Grund schätze ich diese Serie hier so sehr. Mit dem „gewissen Etwas“ von Abarat kann man 10 – ach was – 20 Bücher füllen!

Die Welt Abarat ist ein Archipel, das aus 25 Inseln besteht. Jedes Eiland steht dabei für eine andere Stunde (von 1:00 morgens bis um Mitternacht), zudem gibt es noch eine mysteriöse 25. Insel/Stunde. Bevölkert wird Abarat von allerhand skurrilen Gestalten, wie man sie noch gesehen hat und die teilweise so ausgeflippt, dass man sie nur schwer beschreiben kann. ^^

Ich kann nur Eines dazu sagen: Abarat lässt sich in keine der gängigen Schubladen packen; es ist anders; es ist ein buntes Feuerwerk an Ideen; ein Buch voller Fantasie, Kreativität und unvergesslicher Bilder; ein Buch von der Sorte, die leider viel zu selten geworden ist und ein Buch, das viel mehr Beachtung verdient! Ich bin nicht so naiv zu glauben, dass die Romane, die mich begeistert haben, auch automatisch allen anderen Leuten gefallen. Bei Abarat muss man eine Vorliebe für das Skurrile, Surreale, Schrille, Ausgefallene, Sonderbare und Verrückte (und eine große Portion Experimentierfreude) mitbringen, sonst wird man mit den Büchern nicht glücklich werden. 😉

Der dritte Band Absolute Midnight ist allerdings eine sehr enttäuschende Episode, die hinter den beiden genialen Vorgängern meilenweit zurückbleibt. Was war denn da los? Zwischen der Veröffentlichung des zweiten und des dritten Bandes sind ganze 7 Jahre vergangen und als Leser geht man natürlich mit dementsprechenden Erwartungen an das Buch ran. Umso größer war dann die Ernüchterung, als sich herausstellte, dass das Buch den hohen Anforderungen in keinster Weise gerecht wurde. Natürlich ist die Geschichte immer noch sehr unterhaltsam, durch die beträchtliche Anzahl an unlogischen Wendungen und deren Mängeln wird die Lesefreude aber erheblich getrübt: Eine gute und von allen geliebte Figur entpuppt sich plötzlich als die Boshaftigkeit in Person, vermeintlich Totgeglaubte wandeln wieder unter den Lebenden, monströse Kreaturen, von denen man bis dato noch nie etwas gehört, stellen sich als die bösen Obermotze heraus, die Abarat dem Erdboden gleichmachen wollen (oder so ähnlich ;P) und so weiter, und so weiter…. Das geht nicht!

Es scheint mir so, als hätte der Autor einfach das niedergeschrieben, was ihm gerade im Kopf herumgespukt ist, ohne sich an irgendeine Regel oder irgendeine Vorschrift zu halten. Bis zu einem gewissen Grad ist diese „Planlosigkeit“ ja noch akzeptabel (da man ja nie weiß, was als nächstes passieren wird, bleibt die Spannungskurve konstant hoch), mit der Zeit empfand ich die Dreher in der Handlung aber als nervtötend.

Die gesamte Geschichte wirkt so…… zusammengeschustert. Kein Abschnitt des Buches hat Bezug zu den anderen Teilen und das ist verdammt verwirrend und unbefriedigend. Viele Charaktere, die auf den ersten 300 Seiten eine wichtige Rolle gespielt haben, werden in der zweiten Hälfte mit keinem Wort mehr erwähnt! Das Verlagslektorat mal darüber nachdenken, seine  gesamte Belegschaft zu feuern… besonders gründlich scheinen die Mitarbeiter nämlich nicht zu arbeiten. *hust*

Von der unnötigen, erzwungenen, nicht nachvollziehbaren Liebesbeziehung fange ich gar nicht erst an…

Fazit

Mehr als 3 Sterne hätte Absolute Midnight eigentlich nicht verdient. Ich bringe es aber nicht übers Herz, einem Ableger der Reihe eine durchschnittliche oder gar schlechte Bewertung zu geben. 😉 Daher bleibt es bei 4 Sternen.

Lisas Bewertung: 4,0 von 5 Sternen!

(Lisas Bewertungssystem: (1 = Zeitverschwendung, 2 = Nicht mein Fall, 3 = Okay, 4 = Überdurchschnittlich Gut, 5 = Lieblingsbuch)

Infos

Titel: Absolute Midnight
Übersetzung: In der Tiefe der Nacht

Autor/in: Clive Barker
Reihe: Abarat #3
Genre: Fantasy
Zielgruppe: All Age
Verlag: HarperCollins
Format: Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag, 580 Seiten
Erscheinungsdatum: 27.09.11
Preis: 17,95€

Redaktion von Beste Bücher

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