Kora Beyer und Django Meyer vom Podcast-Blog „Die Buchhaltung“

(c) Buchhaltung / Benjamin Gladis
(c) Buchhaltung / Benjamin Gladis

Sie sind originell, sie sind witzig und auf ihrem Blog „Die Buchhaltung“ sprechen sie über Literatur: Kora Beyer und Django Meyer. Also wirklich „Sprechen“ – es ist ein podcast. Sie sind Anfang der 80er Jahre geboren und haben verschiedene Geisteswissenschaften in Potsdam und Leipzig studiert. Sie sehen gut aus (laut unverschämter Eigenwerbung, aber, o.k., sie haben auch Bilder mitgeschickt), lesen gern und treffen sich einmal im Monat in Koras Küche, um über Neuerscheinungen und ihre Lieblingsklassiker zu sprechen. Was dabei raus kommt, können wir Euch nur wärmstens zum reinlesen und vor allem reinhören empfehlen – beide haben sehr angenehme Erzählstimmen.

Für uns haben sie jetzt die vier Fragen beantwortet:

Wir: Wir lieben Klassiker der Literatur, weil …

Kora: Lieben wir Klassiker?

Django: Ich habe nicht allzu viele gelesen, ich mag das 20. Jahrhundert.

(c) Buchhaltung / Benjamin Gladis
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Kora: Das sind doch auch schon Klassiker, oder? Die „Buddenbrooks“ zum Beispiel finde ich super. Oder Julien Green.

Django: Oder „Die Blechtrommel“. Okay, dann lieben wir Klassiker.

Kora: Aber warum? Kann das sein, dass die tiefer sind?

Django: Keine Ahnung, ob die tiefer sind. Das sind eher die besten Bücher einer bestimmten Zeit, die noch da sind.

Kora: Nicht die besten, sondern die, die irgendjemand als die besten bezeichnet hat. Aber das führt jetzt zu weit, glaube ich.

Bücher bedeuten für uns …

Django: Literatur kann einem alles geben: Unterhaltung, Kunst, Kommunikation, Politik, Soziologie, Spaß …

Kora: Aber interessanter ist doch eigentlich, dass man sich alles nehmen kann. Dass ich als Leser also selbst etwas daraus machen muss – Bücher, die das verlangen, finde ich am interessantesten. Und die bedeuten mir alles.

Django: Im besten Fall kann einem Literatur auch das Gefühl geben, nicht allein zu sein. Auf einer tieferen Ebene, ohne einen anzuschreien.

Wenn wir auf einer einsamen Insel stranden und uns eine Bücher-Fee drei Buchwünsche freistellt, dann wünschen wir uns …

Kora: Kommt natürlich auf die Insel an. Für ein norwegisches Eiland wäre etwas Hamsun ganz gut.

Django: Für alle anderen Inseln käme „Die Möglichkeiten einer Insel“ in Frage.

Kora: Die älteren Houellebecqs finde ich aber besser. Hmm, mit welchem Buch kann man sich möglichst lange beschäftigen? „Der Mann ohne Eigenschaften“ vielleicht, den habe ich immer noch nicht gelesen.

Django: Wenn man dieses Kriterium anlegt, müsste man die Bibel mitnehmen – mit der scheint man sich ewig beschäftigen zu können.

Was wir von Literaturbestenlisten und Bestseller-Rankings halten …

(c) Buchhaltung / Benjamin Gladis
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Django: Gibt es eigentlich Rankings von Bestseller-Rankings? Die zehn besten Bestsellerrankings?

Kora: Die 100 besten Bücher mit 100 Seiten der Umblätterer sollten da ganz weit vorn stehen. Ich schaue in Buchhandlungen schon auf die Wand mit den Bestsellerlisten. Aber meistens gehe ich dann weiter. Obwohl das jetzt nicht auf den alten Streit zwischen U und E herauslaufen soll …

Django: Das Problem ist doch, dass in diese Listen eigentlich immer Kriterien hineinspielen, die mit Literatur nichts zu tun haben, neben Verkaufszahlen auch Politik oder eine bestimmte aktuelle Ästhetik. Anregungen kann man sich da holen, über die Qualität sagen diese Listen aber nicht so viel aus.

Autor: Beste Bücher

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