Rezension von Lisa

Love. Death. Destiny. Danger.

Inhalt und Rezension

Hätte ich mich am Sprichwort „Der erste Eindruck ist oft der richtige“ orientiert, wäre mir eine Enttäuschung erspart geblieben. Leider bin ich nicht so vernünftig und kaufe mir immer wieder Romane, deren Inhalt mir reichlich klischeehaft und alltäglich erscheint. Das ist vermutlich bescheuert, doch ich kann daran nicht ändern. Bücher mit schönen Covern verführen einem jedes Mal aufs Neue zum Kauf…… nur um einem jedes Mal aufs Neue zu enttäuschen.

Und was für eine Enttäuschung! Den Hype kann ich persönlich gar nicht nachvollziehen. „Seelenflüstern“ ist nicht grottenschlecht; die vielen Vorschusslorbeeren hat es meinen Erachtens allerdings auch nicht verdient…

Seit sie denken kann, hat Lenzi seltsame und unerklärliche Visionen. Eines Tages erfährt sie die Wahrheit: sie ist ein wiedergeborener „Speaker“, der mit den Geistern von Verstorbenen kommunizieren und ihnen helfen kann…   Ich möchte keine großen Worte über die Geschichte an sich verlieren. Das Konzept war ebenso wie die Mythologie in Ordnung. Etwas ermüdend zwar, aber einigermaßen gut durchdacht und logisch. Nach Angelfire, Evermore, Fallen und diversen anderen Jugendbüchern verliert die Reinkarnations-Sache allmählich ihren Reiz. :/ (Wer die eben genannten Romane nicht kennt, dürfte wohl mehr Spaß mit „Seelenflüstern“ haben.)

Das eigentliche Problem bei dem Buch waren die Charaktere. Oder besser gesagt die nicht vorhandenen Charaktere…   Nach 326 Seiten fällt mir (bis auf eine Ausnahme; siehe weiter unten) immer noch kein einziges Adjektiv ein, mit dem sich die Wesenszüge von Lenzi (in der deutschen Version: Lilian), Alden und Co. umschreiben lassen. o.O So etwas ist mir ehrlich gesagt noch nie passiert!  Die Figuren blieben alle fremd und konnten mir nicht die allerkleinste Gefühlsregung abringen. Keine Freude, keine Trauer, keine Wut, ja noch nicht mal ein genervter Seufzer. – Da fühlt man sich beim Lesen schon fast wie gefühlskalter Zombie… *gg*

Punkteabzug gibt es noch für die vorhersehbare und unnötige Pseudo-Dreiecksgeschichte. Zu Beginn des Buches ist die Protagonistin mit dem Musiker Zak zusammen, der ihr Rückhalt gibt und der offenbar der einzige Mensch ist, bei dem sich Lenzi geborgen und sicher fühlt.   Sobald Alden die Bühne betritt, vollzieht Zak jedoch eine abrupte, nicht nachvollziehbare Wandlung. Er verhält sich aggressiv, besitzergreifend; eben wie ein totaler Idiot -_- Lenzi selbst hat nur noch Augen für Alden und verschenkt bald keinen Gedanken mehr an die Person, die ihr einst so wichtig war. Und das soll einer verstehen.

Das Einzige, was man „Seelenflüstern“ zugute halten kann, ist, dass es sich um ein Einzelband handelt…

Fazit  

Neben dem Weltentwurf und der Atmosphäre sind mir authentische Charaktere sehr sehr wichtig. Shattered Souls („Seelenflüstern“) erfüllt diese Voraussetzungen leider überhaupt nicht und verdient daher nicht mehr als 2 Sterne.

Diese niedere Wertung wurde bestimmt auch durch meine persönliche Einstellung beeinflusst. In letzter Zeit habe ich viel zu viele Buch-Enttäuschungen erlebt und bin daher regelrecht deprimiert/frustriert. Es mag also durchaus sein, dass ich beim Lesen die „schwarze“ Brille aufhatte. ;P

Lisas Bewertung: 2 von 5 Sternen!

(Lisas Bewertungssystem: (1 = Zeitverschwendung, 2 = Nicht mein Fall, 3 = Okay, 4 = Überdurchschnittlich Gut, 5 = Lieblingsbuch)

Auf den ersten Blick  

Habt ihr schon mal ein so wunderschönes Motiv gesehen? Das Kleid aus Rosenblüten kommt in natura sogar noch besser herüber. *_* Keine Frage: Shattered Souls besitzt eines der besten Cover 2011. Überraschenderweise passt es sogar halbwegs zum Inhalt, da die Protagonistin mit dem zweiten Vornamen Rose heißt.

Infos

Titel: Shattered Souls  Übersetzung: „Seelenflüstern“   

Autor/in: Mary Lindsey  

Reihe: Souls #1  

Verlag: Philomel  

Format: Hardcover mit Schutzumschlag, 326 Seiten  

Erscheinungsdatum: 08.11.11

Preis: 12,90€   

ISBN: 0399256229

 

Redaktion von Beste Bücher