Rezension von Selina
Vor drei Monaten ist Emilys beste Freundin Liv bei einem Sturz auf die U-Bahn-Gleise ums Leben gekommen und seitdem ist für Emily nichts mehr wie zuvor. Sie war in dem Moment an Livs Seite, doch an den schicksalhaften Tag hat sie keinerlei Erinnerung mehr. Das Trauma hat eine Amnesie ausgelöst, die den gesamten Vorfall aus ihrem Gedächtnis gelöscht hat.
Während die Polizei von einem tragischen Unfall ausgeht, spürt Emily instinktiv, dass mehr dahintersteckt. Kurzerhand zieht sie in Livs Wohnung, um diese aufzulösen, und beginnt dabei, Nachforschungen über das Leben ihrer verstorbenen Freundin anzustellen. Zwischen vergessenen Briefen, versteckten Unterlagen und rätselhaften Begegnungen tauchen plötzlich Seiten von Livs Leben auf, von denen Emily nie etwas geahnt hat. Bis sie sich fragt, ob sie Liv überhaupt jemals richtig kannte.
Je mehr Emily herausfindet, desto klarer wird für sie: Das war kein Unfall. Jemand muss Liv ermordet haben – doch wer? Schon bald erkennt Emily, dass sie sich auf der Suche nach Antworten selbst in große Gefahr gebracht hat. Wem kann sie jetzt noch trauen, wenn sie nicht mal ihrer besten Freundin vertrauen konnte?
Meine Meinung
Der Schreibstil der Autorin ist packend, und die Cliffhanger am Ende der Kapitel haben dafür gesorgt, dass ich immer weiterlesen wollte, was ich persönlich sehr mag. Allerdings hatte das Buch für mich auch einige Schwächen. Die Handlung war weder besonders spannend noch temporeich, sondern plätscherte eher vor sich hin, ohne dass wirklich viel passierte. Daher bin ich mir auch nicht sicher, ob ich es überhaupt als Thriller bezeichnen würde.
Emily, die Hauptfigur, hat mich stellenweise ziemlich genervt und vor allem mit ihrer Art, Dinge anzugehen. Dennoch konnte ich ihre Handlungen zumindest nachvollziehen. Deutlich interessanter fand ich hingegen die angedeutete Nebenhandlung rund um Shakes. Ihn als Charakter hätte ich gerne näher kennengelernt, und seine Geschichte hat mich deutlich mehr gefesselt als die eigentliche Haupthandlung.
Die Enthüllung von Livs Geheimnissen war zwar gut gemacht, aber leider vorhersehbar. Es gab weder große Schockmomente noch besonders tiefgehende Enthüllungen. Insgesamt wirkte die Story für mich etwas zu leicht und zu dünn, um als spannender Psychothriller durchzugehen. Auch das Motiv der Amnesie hat mich nicht überzeugt, für mich war das einfach schon zu abgegriffen, weil es in Thrillern sehr oft verwendet wird.Trotz dieser Kritikpunkte ließ sich das Buch insgesamt aber gut lesen, auch wenn es für mich kein Lesehighlight war. Für Thriller-Einsteiger oder Leser, die eher leichtere Spannungsgeschichten bevorzugen, kann ich es dennoch empfehlen. Wer jedoch auf einen packenden Psychothriller mit hohem Tempo und einer tiefgreifenden Handlung hofft, wird hier eher enttäuscht.
Bewertung: 3 von 5 Sternen