Rezension von Lea

Die 17 jährige Fay begibt sich nur mit einer Packung Zigaretten und zwei Dollar in der Tasche auf die Suche nach einem besseren Leben. Während der Flucht vor ihrem gewalttätigen Vater trifft sie auf unterschiedliche Menschen, die es nicht alle gut mit ihr meinen. Erst als sie auf den Polizisten Sam trifft, scheint sich Fays Wunsch nach einer richtigen Familie zu erfüllen. Als Sams Frau Amy bei einem Autounfall stirbt, entwickelt sich schnell mehr als Freundschaft zwischen Fay und dem älteren Mann.

Rezension

Durch den klaren und mitreißendem Schreibstil Lenny Browns gelingt es ihm, die Handlung wie einen Film vor dem inneren Auge abspielen zu lassen. Authentisch wird das von Alkohol und Drogen geprägte Leben der Protagonistin Fay erzählt,mit welcher man bis zum Ende nicht richtig warm wird.

Zu Anfang ist ihre kindliche Naivität in das Gute im Menschen noch verständlich, schließlich befindet sie sich auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Vater und möchte so schnell wie möglich ein normales Leben führen. Nach einigen Ereignissen werden die Handlungen Fays jedoch immer unverständlicher, was die Protagonistin unsympathisch macht.

Auch mit den anderen Charakteren wird man nicht richtig warm und schnell wird klar, dass es ein normales Leben, wie Fay es sich wünscht, nicht gibt. Trotz aller Negativität reißt die Geschichte einen mit. Die Tragik, die sich durch die gesamte Handlung zieht, trübt weder das Lesevergnügen noch den Wunsch, dass Fay ihr Ziel erreicht.

Fazit

Wer einen leichte Lektüre für zwischendurch sucht, ist hier an der falschen Stelle. Fay ist kein Roman, den man einfach so weglegt, bei dem man sich mit den Protagonisten identifiziert und nach dem Lesen ein gutes Gefühl hat. Die Tragik ist ziemlich erdrückend, was jedoch eine willkommene Abwechslung zu allen gängigen Sommerromanen ist. Der wahre Held des Romans ist nicht Fay, sondern der Autor, Larry Brown. Mit seinem klaren und authentischen Schreibstil gelingt es, die Handlung wie einen Tatsachenbericht vorzuführen, was jedoch keineswegs langweilig ist.

Fay ist anders, aber Fay ist gut. Vielleicht, gerade weil der Roman von Negativität getränkt ist und aufzeigt, dass nicht alles „Friede-Freude-Eierkuchen“ ist und dass es nicht jedermann möglich ist, ein normales Leben zu führen.

Ich vergebe 7 von 10 möglichen Punkten und spreche eine klare Leseempfehlung für alle aus, die in einem Roman nicht das pure Glück suchen.

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