Rezension von Ulrike

Das vorliegende großformatige (23,7 x 1,4 x 30,5 cm) Kinderbuch vereint
drei Abenteuer in einem Band:

Lieselotte versteckt sich
Lieselotte sucht
Lieselotte macht Urlaub

Alle drei Geschichten sind bereits als einzelne Bilderbücher erschienen. Der Autor und Illustrator Alexander Steffensmeier hat Design mit dem Schwerpunkt Illustration in Münster studiert und ist als freier Illustrator tätig. Auf 80 Seiten werden bunt bebildert die Erlebnisse der Kuh Lieselotte erzählt.

In der ersten Geschichte „Lieselotte versteckt sich“ hat Lieselotte beim Spielen mit den anderen Hofbewohnern Probleme ein geeignetes Versteck zu finden. Schließlich steigt sie auf einen Baum und versteckt sich dort. Als sie keiner findet, wird es langweilig und sie möchte ihr Versteck gerne wieder verlassen. Aber wie vom Baum herunterkommen? Bei den Rettungsversuchen ereignet sich so manches Missgeschick und zum Schluss sitzen alle vereint auf dem Baum bei Kaffee und Pflaumenkuchen.

In der zweiten Geschichte hilft Lieselotte dem Postboten bei Austragen der Post. Beiden passiert ein Missgeschick und sie trauen sich nicht, dies zuzugeben. Stattdessen versuchen sie das Problem auf ihre Art zu lösen. Die Bäuerin freut sich derweil über ein Paket. Lieselotte und der Postbote suchen jedoch immer noch genau dieses verloren geglaubte Päckchen. Als sich alles auflöst, endet die Geschichte mit einer fröhlichen Runde am Küchentisch.

In der letzten Geschichte ist der Postbote im Urlaub und Lieselotte möchte es ihm gleichtun. Sie packt ihre Tasche und wartet auf den Bus, der nicht kommt. So verbringt sie ihren Urlaub auf einer Weide in der Nähe des Bauernhofes. Gegenseitig beobachten sich die Bauernhofbewohner und Liselotte. Als die Bäuerin ein Fest plant, fühlt sich Lieselotte ausgeschlossen und versucht die anderen zu erschrecken. Am Ende kommen beide Urlauber (Kuh und Postbote) zurück und alle freuen sich wieder beisammen zu sein.

Fazit

Die Bäuerin und der Postbote spielen in allen drei Geschichten neben der Hauptfigur Lieselotte eine besondere Rolle. Die Bäuerin selbstbewusst und autark reagiert stets mit Humor und Zurückhaltung auf Lieselottes Abendteuer. Dennoch ist sie immer bereit zu helfen. Der Postbote ist auf dem Bauernhof ein gern gesehener Gast. Die Hühner, die sprachlich selten erwähnt werden, erleben ihre eigenen kleinen Geschichten, die jeweils detailliert illustriert sind. Der Charme des Buches besteht in der Vorhersehbarkeit der Geschehnisse.

Die Abenteuer der Kuh Lieselotte sind einfache Ereignisse, die auch schon von jüngeren Kindern verstanden werden. Der Text ist kurz gehalten und lässt viel Raum für eigne Ideen. Aufgrund der wunderbaren Zeichnungen, die mit reichlichen Kleinigkeiten versehen sind, können Kinder vieles erkennen und sich die Geschichte zusammenfügen. Das Lustige in den Geschichten liegt in den kleinen Details, da gehen Hühner einkaufen, fahren Trecker und der Bürgermeister nimmt im Planschbecken ein Bad.

Es gibt viel zu entdecken, so dass die Bücher immer wieder von Neuem interessant sind. Lieselottes Gefühlswelt ist an Hand von verschieden Merkmalen gut zu erkennen. Gesichtsausdruck und die Stellung der Augen sagen etwas über ihre Stimmung aus und die Körperhaltung ergänzt das Bild. Die Bäuerin, immer bekleidet mit grüner Latzhose und Gummistiefeln bewältigt das Landleben auf ihre Weise. Sie zeigt ein Frauenbild fern von jeglichem Klischee. Lieselotte als Heldin der Bücher macht Mut und Lust sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen.

Manche Seiten sind so reich illustriert, dass es für jüngere Kinder schwierig ist, eine Orientierung zu finden. Das Buch ist für Kinder ab 4 Jahren geeignet.

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