Rezension von Ulrike Ziemer

Das Kinderbuch umfasst 205 Seiten, die mit etwas größerer Schrift bedruckt sind. Die Geschichte ist in 20 Kapitel unterteilt. Zu Beginn jedes Kapitels befindet sich ein ganzseitiges Bild, ein weiteres Bild ist jeweils im Textverlauf eingebaut. Die Kapitel beschreibenden Verlauf der Geschichte.

Kapitelbeispiele:
– Omas Haus
– Napfkuchen
– Überraschung
– Verwirrt
– Omas Rumpelkammer
– Heimweh

Die Handlung der Geschichte erscheint anfangs einfach. Ein kleines Mädchen Sofia verbringt sehr gerne Zeit mit ihrer Oma. Die Beiden genießen die gemeinsame Zeit und verstehen sich wunderbar. Sofia liebt gerade die Dinge an ihrer Oma und im Haus ihrer Oma, die ihre Mutter stören. Die staubige Rumpelkammer mit dem durchgelegen Gästebett oder die vielen alten Spielsachen, kaputten Tassen und die Knopfsammlung. Auch der Stapel Micky Maus Hefte, der unter dem Gästebett liegt, gehört zu den zu bewundernden Schätzen in Omas Haus. An den Weihnachtstagen treffen sich alle bei Oma, doch zuvor verreisen Sofias Eltern und sie darf alleine bei Oma bleiben. Sofia wundert sich, warum ihre Eltern Oma immer wieder darauf hinweisen, dass sie nicht vergessen darf den Truthahn zu bestellen. Zu guter Letzt bestellt Oma zwei Truthähne, da sie sich nicht mehr erinnern kann, ob sie bereits einen bestellt hat. Sofia möchte nicht, dass ihre Oma vergesslich ist. Sie denkt sich gemeinsam mit ihrer Oma einen Spaß aus. Leider geht dabei so einiges schief, denn Oma vergisst, wo sie den zweiten Truthahn versteckt hat. Wo er gefunden wird und wie das Weihnachtsfest weiterverläuft wird in meiner Buchbesprechung nicht verraten.

Langsam bemerkt auch Sofia, dass Oma sich verändert und als sie kurz vor Ostern stürzt und ins Krankenhaus muss, wird es immer deutlicher. Oma kann nicht mehr alleine leben. Sofia wehrt sich innerlich gegen diesen Gedanken, doch die Eltern starten mit dem Ausräumen von Omas Haus. Es gelingt Sofia einige Dinge, die ihrer Oma besonders wichtig sind zu retten. Später als Oma schon eine Weile im Altersheim lebt, werden gerade diese Dinge sehr bedeutsam.

Fazit

Sofia ist ein fröhliches kleines Mädchen, das noch nie etwas von Demenz oder Alzheimer gehört hat. Für sie sind die Dinge so wie sie sind und Omas Vergesslichkeit gehört für Sofia einfach dazu. So gelingt es ihr auch ganz natürlich damit umzugehen. Es glückt der Autorin die Gefühlslage des Mädchen und der Oma in Worte zu fassen, die ohne zu bewerten treffend beschreiben, was ist. Sofias Eltern hingegen sind handlungsorientiert und versuchen die Situation zu verändern. Dies bringt für Sofia viele innere Konflikte mit sich. Sie ist traurig und vermisst ihre Oma so, wie sie früher war und auch Omas Rumpelkammer fehlt ihr. Schön ist, dass die Geschichte offen und mit positiven Gefühlen endet. Sofia und ihre Oma finden für sich einen Weg miteinander glücklich zu sein. Die Erzählung macht Kindern Mut zu den eigen Empfindungen zu stehen, denn obwohl die Ereignisse teilweise traurig sind und die Eltern wenig Einfühlungsvermögen zeigen, gelingt es dem kleinen Mädchen die richtigen Schritte zu tun.

Das Kinderbuch ist auch ideal zum gemeinsamen lesen in der Familie geeignet. Es hilft über das schwierige Thema Altersdemenz zu reden ohne Kindern Angst zu machen. Im Gespräch können Eltern und Kinder versuchen eigene Gefühle zu benennen. Sollte es eine ähnliche Situation in der Familie geben kann man miteinander überlegen, wer welche Bedürfnisse hat und wie diese vielleicht auch mit viel Fantasie umgesetzt werden können.

Die Geschichte ist für Kinder ab 8 Jahre angemessen.

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