Rezension von Mona

„Totenrausch“ ist der finale Band der „Totenfrau“-Trilogie des österreichischen Bestsellerautors Bernhard Aichner rund um die toughe Bestatterin Brünhilde Blum, einer unvergesslichen Protagonistin. Auch diesmal sieht sich Blum der Bestie Mensch gegenüber und muss sich und ihre Kinder aus unvorstellbaren Situationen befreien…

Worum geht es genau?

Ich werde hier auch Bezug auf die beiden Vorgängerbände nehmen, deshalb bitte nur weiterlesen, falls die Bände bekannt sind, oder Spoiler keine Rolle spielen. Wir erinnern uns: Blum ist alleinerziehende Mutter, seit ihr Mann ermordet wurde und sie auf sehr bestialische Art und Weise Selbstjustiz an den verantwortlichen Männern übte.

Da diese Tat nicht unentdeckt blieb, ist Blum nun gezwungen, sich abseits der Gesellschaft zu bewegen und zu versuchen, sich und ihren Kindern ein völlig neues Leben zu ermöglichen. Der dritte Band knüpft daran an, dass die drei zusammengepfercht in einem Sarg aus Österreich fliehen. Blum erhält von einem LKW-Fahrer den Rat, sich in Hamburg bei einem sehr einflussreichen Mann zu melden, der ihr und den Kindern neue Pässe besorgen könnte. Diese Chance nutzt sie und wird schon bald das neue Spielzeug eines Zuhälters, dem sie versprechen muss, für ihn einige Leute zu töten, andernfalls tötet er ihre Kinder. Einige sehr perfide Machtspiele nehmen ihren Lauf.

Wie auch schon in den Vorgängerbänden ist Bernhard Aichner nicht zimperlich in der Beschreibung und der Erfindung von Tötungsmöglichkeiten. Da Blum eine (passionierte) Bestatterin ist und bereits einige Menschen aus persönlichen Gründen getötet hat, ist ihr der Umgang mit dem Tod alles andere als fremd. Trotz der Tatsache, dass sie eine niedrigere Hemmschwelle hat als der Normalbürger, wehrt sie sich strikt dagegen, weiterhin und grundlos (was eher eine moralische Grauzone ist) zu töten.

Doch wie der Titel des Buches erahnen lässt, spielen das Sterben und der Tod auch hier eine sehr zentrale Rolle. Das eigentlich spannende ist hier aber nicht das Töten, sondern die Unberechenbarkeit des Zuhälters, in dessen Fängen sich Blum befindet. Anhand dieses Charakters und seiner nicht Einschätzbarkeit erschafft der Autor einen Nervenkitzel sondergleichen.

Er hat zwar strikte Prinzipien, was zum Beispiel die Familie anbelangt, aber handelt hier mit solch einer Doppelmoral, dass man ihn nur sehr schwer greifen kann.

Alles in Allem kann ich (als sehr kritische Thriller-Leserin) sagen, dass die „Totenfrau“-Bestsellertrilogie eine der besten Reihen ist, die das Genre bisher für mich zu bieten hatte. Geschuldet ist das einem gleichzeitig eindringlichen und distanzierten Schreibstil, bei dem mich jedes Wort fesseln konnte, einer wahnsinnig starken Protagonistin, die mir noch jahrelang im Kopf rumschwirrte und einigen Twists, die mich überraschen konnten. Zudem wartet der Autor mit innovativen Ideen auf, auch wenn sie manchmal über die Stränge schlagen 

„Totenrausch“ ist der sehr gelungene Abschluss einer wirklich besonderen Thriller-Reihe!

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