Rezension von Julia H.

Simon hat geplant, mit seinen Kinder die Weihnachtsferien in dem Haus seines Vaters in Südfrankreich zu verbringen. Er ist von der Mutter der Kinder getrennt. Diese nutzt ständig seine Gutmütigkeit aus. Als er sich schon in Südfrankreich befindet, wird er kurzfristig von den Kinder versetzt. Seine aktuelle Freundin ist ebenfalls sauer auf ihn, da er sie seinen Kindern nicht vorstellen möchte.

Bei einem Sparziergang am Strand spricht ihn ein völlig verkommenes Mädchen an. Sie bittet um seine Hilfe. Er nimmt Nathalie mit zu sich nach Hause. Sie behauptet, verfolgt zu werden. Erst zweifelt er an ihrer Geschichte, aber nachdem er mit ihr zu ihrem letzten Anlaufpunkt fährt (eine Wohnung eines Mannes in Lyon, bei dem sie sich kurz aufgehalten hat) und sie zusammen den Mann Tod auffinden, glaubt er ihr. Plötzlich steckt er tief mit ihr in kriminellen Verwicklungen, die mit dem Verschwinden des Freundes von Nathalie zu tun haben, welchen Nathalie in den höchsten Tönen lobt.

Gleichzeitig gibt es eine Familie, die 5 Kinder hat und arm ist und einer Agentin eines ihrer Kinder mit gibt, die der Familie Geld verspricht und dem Mädchen eine Karriere als Model. Die Mutter ahnt schon früh nachdem das Mädchen weg ist, dass hier etwas nicht stimmt. Selina, ein weiteres junges Mädchen ist in der Hoffnung auf ein leichteres Leben in die Hände von Menschenhändlern geraten, denen Sie aber entkommen kann.

Schreibstil

Am Anfang des Bestsellers liest man von verschiedenen Personen und Familien, die sich im weiteren Verlauf wie bei einem Puzzle zusammen setzen. Einzelne „Puzzleteile“ sind die verschiedenen Erzählperspektiven. Aus Sicht auf die Vergangenheit der Nathalie wird aus der Ich-Perspektive erzählt, die gegenwärtigen Situationen werden aus der dritten Person von Simon und Anderen erzählt, was zu Beginn etwas verwirrend ist, später aber einen logischen Handlungsstrang ergibt. Wirklich sympathisieren konnte ich mit keiner der Personen. Die Rollen im Buch sind für mich alle mit „Antihelden“ besetzt, da ich von fast keiner Person „die Entscheidungen“ in der Art und Weise nachvollziehen kann (z.B. bereits zu Beginn, dass Simon die völlig fremde Nathalie mit nach Hause nimmt).

Es ist jedoch faszinierend wie die Personen beschrieben werden. Nathalie wird am Anfang einerseits als schutzbedürftiges Mädchen dargestellt wird und andererseits als chronisch Magersüchtige, die selbstsüchtig ist und Ihren Freund hoffnungslos idealisiert.

Kritik

Was mir an dem Buch nicht so gut gefällt ist, dass einige Dinge in der gleichen Art und Weise immer wieder wiederholt werden. Dazu gehört beispielsweise, dass um eine düstere Atmosphäre herzustellen sehr oft das Wetter beschrieben wird (kalt, verregnet etc.). Zu Beginn der Lektüre fand ich die Darstellung von Nathalie noch sehr gekonnt, im weiteren Verlauf entwickelt diese sich aber sehr stereotyp (es wird meiner Meinung nach immer in der selben Art und Weise dargestellt, wie Nathalie in Stresssituationen das Essen verweigert).

Leseempfehlung

Eine Bestseller-Lektüre mit einer spannenden Handlung und einer durchgehend düsteren Atmosphäre. Konzentriertes Lesen ist wegen der vielen Zusammenhänge gerade zu Beginn unabdingbar. Empfehlenswert für Leser, die nicht nur an der Aufklärung von Verbrechen interessiert sind, sondern gleichzeitig an den psychologischen Profilen der Figuren.

Meine Bewertung

Schulnote 2

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