Rezension von Marion

Wer kennt Stephenie Meyer nicht? So begeisterte sie doch ein großes Publikum mit ihrer Biss-Reihe, und auch Seelen war sehr erfolgreich. So erfolgreich, dass ihre Bücher auch auf der Leinwand umgesetzt wurden. Als ich las, dass ein neues Buch herauskommt, hoffte ich auf eine Fortsetzung von Seelen. Doch Stephenie Meyer hat sich etwas ganz anders ausgedacht, etwas, dass ich nicht vermutet habe.
 
Dr. Juliana Fortis ist Chemikerin und hat für eine Geheimorganisation der amerikanischen Regierung gearbeitet. Sie war eine sehr erfolgreiche Verhörspezialistin, die mit vielen brisanten Informationen zutun hatte. Doch etwas wurde ihr zum Verhängnis, sie weiß leider nur nicht was. Es wurde ein Anschlag auf ihr Labor verübt, bei der ihr einziger Freund und Kollege Dr. Barnaby ums Leben kam. Sie selbst entkam dem Attentat nur durch Zufall, doch nun ist sie auf der Flucht. Sie wechselt ständig ihren Namen und ihren Wohnort und trifft brisante Sicherheitsvorkehrungen, kleine chemische Fallen, die ihrem Widersacher das Handwerk legen. Dreimal hat sie es bisher geschafft zu entkommen.
 
Als ihr ehemaliger Chef Carston sie dennoch per Mail erreicht, keimt wieder Hoffnung in Juliana auf, die sich momentan Alex nennt. Sie soll einen Auftrag ausführen, der ihr im Gegenzug ihre Freiheit wiedergeben soll. Dazu soll sie nur jemanden ausschalten, der die Staaten mit einem tödlichem Virus infizieren will. Ist das Angebot ernst gemeint, oder ist es eine Falle.? Alex ist hin und her gerissen, begibt sich aber auf die Suche nach dem Attentäter.
 
Als sie ihn in Form von Danny Beach gefunden hat, plant sie seine Entführung. In einem abgelegenen Haus foltert sie ihn. Er streitet hartnäckig alle Vorwürfe ab, Alex ist verzweifelt, so hat sie doch noch nie versagt. Die Tatsache, dass der Entführte mit ihr flirtet passt auch nicht in ihr Weltbild. Doch nach kurzer Zeit wird sie selbst zum Opfer, denn irgendwie verschafft sich jemand Zutritt, und dieser jemand ist bestens gerüstet und kampferprobt, und er hat kein Problem damit Alex zu töten….., denn er ist der totgeglaubte Zwillingsbruder von Danny Beach.
 
Die Geschichte die sich nun weiterentwickelt ist spannend erzählt. Alex muss ihr ganzes Wissen einsetzten um weiterzukommen. Sie bekommt Unterstützung, die sie erst nur schwer annehmen kann, sie hat zu viel schlimmes erlebt. Die Brüder sitzen mit ihr nun im selben Boot, denn die Regierung will sie alle töten. Sie müssen zusammenarbeiten um zu überleben.
 
Die Charaktere wachsen während der Geschichte über sich hinaus. Alex schafft es wieder Vertrauen in die Menschen aufzubauen. Danny Beach und sein Bruder Kevin könnten unterschiedlicher nicht sein. Auch wenn sie irgendwann gemeinsam versuchen weiterzukommen, streiten die beiden ständig. Dies erfrischte die Story und brachte mich hier und da zum schmunzeln.
Kevin ist wirklich hartgesotten. Er hat Hunde abgerichtet, die zu wahren Helfern werden in einigen Situationen. Stephenie Meyer beschrieb sehr schön, dass die Hunde auf der einen Seite auf Befehl kleine Kampfmaschinen sind, auf der anderen Seite fast schon Familienmitglieder sind. Dieser Aspekt hat mir sehr gut gefallen, die Tiere zu integrieren war eine Bereicherung.
 
Zu Beginn des Buches war ich etwas frustriert. Die ersten 100 Seiten ergingen sich fast ausschließlich darum zu beschreiben, wie die Sicherheitsvorkehrungen und Fallen aufgebaut und eingesetzt werden. Das war mir entschieden zu viel des Guten. Doch als ich den Kampf schon fast aufgeben wollte, tat sich etwas, die eigentliche Geschichte geriet ins Rollen. Ab da hat mir dieser Roman sehr gut gefallen.
 
Ich persönlich glaube nicht, dass er an die Vorgänger-Bestseller anknüpfen kann, dennoch hat er mich letztendlich gut unterhalten. Eine Fortsetzung ist denkbar, und ich würde sie auf jeden Fall lesen. Ein Wiedersehen mit Einstein und Co sehr zu begrüßen.
 
Von mir gibt es 4 von 5 Sternen
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