Rezension von Lena

Inhalt

Ein junges Mädchen sitzt allein in einem Zug nach Nordrhein-Westfalen. Plötzlich öffnet sich die Tür und eine Bande Jugendlicher betritt das Abteil. Die Jugendlichen nähern sich den Fenstern, ziehen die Vorhänge zu und ermorden das Mädchen auf brutalste Weise. Doch es bleibt nicht bei diesem einen Mord. Die Gruppe Minderjähriger scheint immer gefährlicher zu werden. Die Kommissarin Clara Vitalis glaubt nicht an Zufälle. Auch nicht daran, dass die Teenager diese Morde aus eigenem Willen vollziehen. All diese Morde begehen die Jugendlichen nur für ihn: ihren Gott. Er ist besser unter dem Namen „Blutgott“ bekannt, kennt kein Pardon, erpresst Jugendliche im Netz und macht sie zu seinen Jüngern, die in seinem Namen und unter seiner Kontrolle so genannte „Slash mobs“, bei denen sie Morde auf brutalste Weise begehen, durchführen. Wer besonders mutig ist, und eine besondere Belohnung vom Blutgott erhalten möchte, wird zum Kannibalen, isst also die Kadaver seiner getöteten Opfer und erweist somit seinem Gott die größte Ehre. Clara Vitalis und das Team vom LKA Berlin wissen, dass sie rasch handeln müssen. Doch wie können sie kriminelle Jugendliche stoppen, die noch keine 14 Jahre alt und somit noch nicht strafmündig sind? Und vor allem: Wie stoppen sie ihren Anführer und wie können sie all diesem Grauen ein für alle Mal ein Ende setzen?

Protagonistinnen und Protagonisten

Clara Vitalis: Sie ist Ermittlerin des Landeskriminalamtes Berlin (LKA). Obwohl sie bereits in vielen Mordfällen ermittelt hat, lassen sie die brutalen Morde des Blutgottes nicht kalt.

Sophie: Sie ist Claras Kollegin beim LKA. Clara scheint auf sie eine große Vorbildwirkung zu haben. Dies merkt man bereits sehr früh, als die beiden auf dem Schießstand sind, und Clara Sophie das Schießen mit einer Pistole beibringen möchte.

Mia: Sie ist das erste Opfer des Blutgottes und seinen Jüngern. Sie wird in einem Zug nach Nordrhein-Westfalen von den Jugendlichen ermordet und verstümmelt. Ihr Mord stellt den Ausgangspunkt des gesamten Handlungsverlaufes dar und bringt den Stein ins Rollen.

Noah: Er ist Maries Bruder. Er wird im Internet Opfer des Blutgottes und verbündet sich daraufhin mit ihm, um nicht der Schikane seiner Mitschülerinnen und Mitschüler ausgesetzt zu sein. Er verehrt den Blutgott und tut alles, was er von ihm verlangt.

Marie: Sie ist Noahs Schwester und gibt vor, dem LKA bei den Ermittlungen über den Blutgott helfen zu wollen. Sie wirkt vorerst sehr vertrauenswürdig und scheint eine unschuldige Opferrolle zu spielen. Doch ist sie wirklich so unschuldig und hilfsbereit wie sie immer tut?

Der Blutgott: Er treibt sein Unwesen in der Stadt und veranlasst so genannte „Slash-Mobs“, bei denen seine „Jünger“ Morde begehen sollen. Er macht sie unterwürfig und erpresst sie so lange, bis er nur noch die Fäden ziehen muss, um seine Marionetten für sich tanzen zu lassen.

Eigene Meinung

Da ich sehr gerne die amerikanische Kriminalserie „Criminal Minds“ ansehe und bereits ein paar Psychothriller gelesen habe, hatte ich gewisse Erwartungen an das Buch „Blutgott“. Der Ausgangspunkt, bei dem ein „Gott“ seine „Jünger“ wie Marionetten für sich tanzen lässt und sie zu Mördern „ausbildet“ klang anfangs vielversprechend. Der häufige Perspektivenwechsel zwischen Mörder und Ermittlerteam machte es schwierig, sich auf die Charaktere einzulassen und Sympathien zu entwickeln. Daher war eine Identifikation mit den Charakteren meiner Meinung nach nicht möglich. Die richtige Spannung, die bei Kriminalromanen und Thrillern auftreten und die Leserinnen und Leser zum Weiterlesen bewegen sollte, fehlt das ganze Buch über. Wenn nicht ein solch brutaler, manchmal nahezu perverser Wortlaut vorkäme, würde ich sagen, dass das Buch eventuell bei Jugendlichen gut ankommen könnte, die sich zum ersten Mal an einem Kriminalroman versuchen wollen. Sowohl sprachlich als auch inhaltlich gibt das Buch nicht besonders viel her. Meiner Meinung nach ist es besonders fragwürdig, warum dieses Buch als „Thriller“ deklariert ist, obwohl jegliche Spannung fehlt.