Rezension von Maren

Inhalt

Die Kurzbeschreibung über den Einblick in frühere Handwerkskünste und dann noch in Kombination mit einer süßen Liebesgeschichte haben mich sofort für das Buch faszinieren können. Auch Titel und Cover gefallen mir dabei gut, farblich schön aufeinander abgestimmt. Allerdings hat mich das Herrenhaus im Hintergrund etwas verwundert, weil es nicht ganz zur Geschichte passt.

Hanna ist eine tapfere, junge Frau, die sich nichts mehr wünscht, als das Seifenhandwerk ihres Vaters weiterzuführen, obwohl es für Frauen zur damaligen Zeit ein Kampf ist, sich mit Ideen und Vorschlägen einzubringen, wo doch meist die Söhne Vorrang haben. Mich hat es wirklich geschockt, wie der Vater reagiert – zum Helfen ist sie gut genug, aber ansonsten hat sie nichts weiter zu sagen. Ihre Versuche, Ideen über ihren Bruder einzubringen sind einerseits total klasse, aber es hat mich gleichzeitig geärgert, wie sie zusehen muss, wie ihr Bruder und ihr Vater das nutzen, statt einfach dankbar zu sein, dass die Einkünfte dadurch fließen.

Rezension

Die Kapitel starten immer namentlich mit der Person, aus deren Sicht es weitergeht, so erhält man einen tieferen Einblick in die jeweiligen Gefühle und Absichten. Die 3 Freundinnen Sophie, Henriette und Hanna erleben schnell, was es heißt, Freundschaft oder Neid. Und schnell müssen sie feststellen, wie das Leben und besonders die Liebe alle verändern und teilweise auch auseinander bringen. Louis gefällt mir hierbei wirklich sehr, denn eine tragische, unüberlegte Mutprobe sorgt dafür, dass er und Hanna sich näher kommen, doch er lässt nichts unversucht, um allen gegenüber ehrlich und fair zu sein. Doch leider sorgen andere dafür, dass dies ein schwerer Weg wird und es ist erschreckend, wohin manche unüberlegten Entscheidungen führen.

Ich finde die Geschichte recht unterhaltsam, der Schreibstil ist auch leicht und flüssig und die Charaktere sind gut herausgearbeitet. Allerdings gibt es ein paar Kritikpunkte. Vieles ist schnell vorhersehbar, die Spannung hält sich nicht lange, weil sich die Situation doch recht schnell wieder aufklärt und das teilweise etwas sehr plump. Bei manchen Entscheidungen und auch dem Verhalten einiger Personen bin ich nicht warm geworden, es war mir zu unbeständig, eher Mittel zum Zweck und der historische Flair hat mir definitiv gefehlt. Wären nicht die Einblicke in das Seifenhandwerk gewesen, hätte man den Roman auch neuzeitlich einordnen können.

Die jeweiligen Orte und Tätigkeiten konnte man sich durch die Beschreibung gut vorstellen, doch hat der gewisse Pepp und Spannungsbogen leider gefehlt. Das Manufakturleben ist für mich leider auch ein wenig zu kurz gekommen, da es wiederholt um die selben Tätigkeiten ging, ohne sehr viele Veränderungen, alles eher nur so beiläufig. Der Epilog endet lediglich als Zusammenfassung, was dann noch alles passiert ist und wem es wie ergangen ist. Auf jeden Fall gibt es noch eine Fortsetzung der nächsten Generationen.