Mich hat der Mut dieser jungen aufgeschlossenen Frau sehr berührt, völlig alleine, ohne irgendeinen Verwandten, nur Erinnerungen an Zuhause bleiben, reist sie in eine Welt, die man nur aus Märchen kennt, und trotz vieler Rückschläge gibt sie nicht auf und kämpft bis zum Schluss. Betroffen von politischen Unruhen, ständiger Angst, wie es weiter geht und einer Kultur, die so zerspalten ist, durch das Machtgerangel zwischen Britannien, Frankreich und Deutschland. Und weil man als Frau leider nicht viel zu sagen hat und sich immer wieder bewusst wird, wie sehr man auf andere angewiesen ist.
Auch die Selbstzweifel die immer wieder aufkommen, dass man alleine ist, ob man auch so ein Schicksal erleidet, wie die eigene Familie, oder ihre Vergleiche mit den Göttinnen Ischtar und Semiramis, die gerade was Gefühle angeht, sehr verworren waren – all das macht die Geschichte durchaus interessant, dennoch waren es mir teilweise zu viele umfangreiche Informationen über jede Stadt, die sie bereist hat und wie es politisch steht. Das hat die eigentliche Geschichte häufig etwas in den Hintergrund gerückt, obwohl es schon interessant ist. Doch oft sehr kompliziert und
verworren.
Der Schreibstil ist anders und der Epoche angepasst, ich fand es des öfteren schwierig, den Lesefluss beizubehalten, den ich sonst immer habe, oft muss man einige Zeilen wiederholen, damit man weiß, wer ist jetzt gemeint, wie steht derjenige wie in seinem Land. Dennoch gut recherchiert und wer sich für politische Umwälzungen interessiert, der sollte dieses Buch unbedingt lesen.

