Paulo Coelho – Der Alchemist

Rezension von Julia J.

Im Jahre 1988 wurde der Roman des brasilianischen Autors Paulo Coelho erstmalig veröffentlicht. Seit 1991 gibt es auch eine deutsche Version, die auch hier sehr erfolgreich wurde. Es handelt sich um einen Roman, der sich mit dem Lebensweg des Menschen beschäftigt. Mit seinen ca. 180 Seiten ist er zwar nicht lang, aber dennoch sollte man sich Zeit nehmen, denn er hat es in sich.

Inhalt

Der junge Spanier Santiago reist als Hirte durch Andalusien und lebt seinen Traum von Freiheit und Unabhängigkeit. Als er jedoch immer wieder denselben Traum von einem Schatz träumt, wendet er sich an eine Wahrsagerin, die ihn ermutigt, diesen Schatz bei den Pyramiden von Ägypten zu suchen. Kurz nach dieser Begegnung trifft er auf einen Mann, der sich als ein König zu erkennen gibt und dessen Aufgabe es ist, den Menschen zu helfen, ihren persönlichen Lebensweg zu erkennen und diesem zu folgen. Er rät Santiago somit ebenfalls zu einer Reise nach Ägypten. Er macht Santiago außerdem darauf aufmerksam, dass es im Leben unzählige Zeichen gibt, die den Menschen helfen sollen, ihr Ziel zu erreichen.

Santiago verkauft schließlich seine Schafe und macht sich auf den Weg nach Ägypten. Auf seiner Reise stellen sich ihm jedoch Hindernisse in den Weg und er erkennt, dass auch diese ein Teil seines Lebensweges sind. Immer mehr nimmt er was ihm begegnet an. Er lernt, die Zeichen zu erkennen und ihnen zu folgen, auch durch die Begegnung mit verschiedenen Menschen. Es ist zu beobachten, dass er nicht nur eine geografische Reise unternimmt, sondern auch eine charakterliche. Santiago entwickelt sich während seiner Reise immer mehr zu einem Menschen, der bewusster durch das Leben geht und lernt, das Leben so anzunehmen, wie es ihm begegnet.

Persönliche Meinung

Santiagos Suche nach einem Schatz ist gleichzeitig eine Reise durch das Selbst. Das macht den Roman zu einem philosophisch angehauchten Werk, das einem das eigene Leben und dessen Werte und Ziele vergegenwärtigt. Obwohl der Roman recht kurz ist, hat es doch etwas gedauert, innen zu lesen. Man ertappt sich immer wieder dabei wie man selbst inne hält und das eigene Leben reflektiert.

Der Geschichte kann leicht gefolgt werden, wodurch philosophische Fragen, wie die Frage nach dem Sinn des Lebens, gut nachvollzogen werden können. Ich fand den Roman zu keiner Zeit langweilig oder abschweifend. Die Mischung zwischen Handlung und Gedanken ist genau richtig. Die Frage, ob Santiago schließlich doch noch seinen Schatz findet, hält die Spannung aufrecht. Ich gebe dem Roman volle fünf von fünf Sternen, weil ich glaube, dass Romane wie dieser die Sicht des eigenen Lebens und auch das Leben anderer Menschen verändern können. Ein Roman, der auch nach dem Lesen noch in den Gedanken bleibt.

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Zitat des Tages

  • "Die Ehe ist ein Versuch, zu zweit wenigstens halb so glücklich zu werden, wie man allein gewesen ist." Oscar Wilde